"Ärgert mich schon kolossal": Brinkmann trotz 5:1 nicht zufrieden
5:1 gegen Ulm gewonnen, damit den sechsten Sieg aus den letzten acht Spielen eingefahren und vorerst nur noch ein Punkt hinter dem Relegationsplatz: Eigentlich verlief der Samstagnachmittag für Hansa Rostock perfekt, zufrieden war Trainer Daniel Brinkmann aber dennoch nicht.
"Das ist ein billiger Zweikampf"
Ob es ein "souveräner Erfolg" gewesen sei, wurde Daniel Brinkmann bei "MagentaSport" nach der Partie gefragt. Der 40-Jährige hatte eine klare Antwort darauf: "Das finde ich ehrlich gesagt gar nicht." Der Grund? "Es ärgert mich schon kolossal, dass wir das 1:2 bekommen. Das ist ein billiger Zweikampf in der Mitte, wo wir zwei gegen einen spielen und den Gegner niemals rauskommen lassen dürfen." Mit dem Gegentor in der 48. Minute habe Hansa die Gäste wieder in die Partie geholt. Zwar stellte Rostock den alten Zwei-Tore-Vorsprung nur 120 Sekunden später durch Lebeau (50.) wieder her, "aber das davor darf einfach nicht so leicht passieren", schimpfte Brinkmann.
Auch, dass die Tore zum 4:1 durch Fatkic (89.) und 5:1 durch Kunze (90.+3) erst ganz spät fielen, sorgte beim Hansa-Coach nicht für Erheiterung: "Wir haben sehr viele Möglichkeiten nicht gut ausgespielt und waren unkonzentriert." Insgesamt sei der Sieg nach dem Holten-Doppelpack im ersten Abschnitt (26. / 40.) zwar "super verdient" gewesen, "in der Höhe aber nicht". Auch über die Art und Weise müsse gesprochen werden, meinte Brinkmann. "Ich möchte, dass wir sowas souveräner runterspielen und nicht nochmal zittern müssen."
Zeigt den "Charakter der Mannschaft"
Womöglich hatte die Mannschaft im Hinterkopf, dass Duisburg und Essen am frühen Samstagnachmittag jeweils gewonnen hatten. "Das war nicht schön", hielt Brinkmann angesichts des höheren Drucks fest. "Verlieren verboten war das Motto, wobei das sowieso für die letzten Spiele gilt." Entsprechend habe er mit der Mannschaft direkt vor der Partie auch nur darüber gesprochen, dass Havelse gegen Saarbrücken gewonnen hat, weil das für Ulm entscheidend war. "Alles andere können wir sowieso nicht beeinflussen." Stattdessen gelte es, den positiven Trend der letzten Wochen fortzusetzen und seine Hausaufgaben zu machen.
Weil Hansa im Endspurt nicht mehr auf einen unmittelbaren Konkurrenten trifft, ist die Kogge auf Patzer der Konkurrenz angewiesen, zu denen es aufgrund der direkten Duelle zwangsläufig kommen wird. "Es wird Bewegung reinkommen, nur das hilft alles nichts, wenn wir unsere Spiele nicht gewinnen." Das soll auch das Motto für die nächsten Wochen sein. Maximilian Krauß hob indes hervor, dass es den "Charakter der Mannschaft" gezeigt habe, nach dem Gegentreffer schnell geantwortet zu haben. Nun wartet am nächsten Samstag das Auswärtsspiel beim bereits abgestiegenen 1. FC Schweinfurt. Ein Sieg beim Schlusslicht ist ohne Frage Pflicht, um ganz oben dabei zu bleiben.