Absteiger KFC Uerdingen nimmt wichtige Hürde für Neustart

Nachdem die Zukunft des KFC Uerdingen infolge des Zwangsabstiegs aus der 3. Liga lange Zeit unklar war, haben die Krefelder nun eine wichtige Hürde auf dem Weg für einen Neustart in der Regionalliga genommen und einen neuen Vorstand präsentiert. 

Planungen nehmen Fahrt auf

Genau vier Wochen ist es mittlerweile her, als der KFC Uerdingen am 2. Juni bekanntgegeben hatte, die Lizenzbedingungen für die 3. Liga nicht erfüllen zu können. Entsprechend ging es für die Krefelder zurück in die Regionalliga. Doch ob der Klub dort antreten würde, war über Wochen ungewiss, da sich der Verwaltungsrat in Schweigen hüllte. Erst am Montagabend trat er an die Öffentlichkeit und bestellte einen Vorstand.

Der Luxemburger Sportexperte Damien Raths, Geschäftsführer des Unternehmens Raths Sportmanagement, wird das Gremium künftig als Vorsitzender anführen, ihm zur Seite stehen in Andreas Scholten (stellvertretender Vorsitzender), Christoph Lenz und Sven Hartmann drei langjährige Wegbegleiter des Klubs in den verschiedenen Ligen. "Wir sind sehr froh, nach Wochen intensiver Verhandlungen eine Lösung präsentieren zu können, bei der externes Knowhow und frische Gedanken einerseits und das Engagement langjähriger Weggefährten des KFC Uerdingen andererseits eine fruchtbare Verbindung eingehen", wird Verwaltungsratsvorsitzender Andreas Galland in der "Rheinischen Post" zitiert. Mit der Ernennung des neuen Vorstands hat der KFC nun eine wichtige Hürde auf dem Weg für den anvisierten Neustart in der Regionalliga genommen.

"Unsere ersten Aufgaben werden sein, Gespräche mit Sponsoren und den Gläubigern des Klubs zu führen, um handlungsfähig zu sein", betont Raths. "Gleichzeitig müssen wir schnellstmöglich eine gesunde Basis für den Sportlichen Bereich und die Jugendabteilung schaffen." In der Stadt Krefeld und Umgebung habe er bereits eine große Hilfsbereitschaft für den KFC wahrgenommen. "Wir freuen uns auf die Gespräche."

Kader- und Stadionfrage offen

Im nächsten Schritt wird es darum gehen, eine Mannschaft auf die Beine zu stellen – bislang steht kein einziger Spieler für die am 12. August beginnende Spielzeit unter Vertrag. Untätig waren Patrick Schneider und Dmitry Voronov, die kommissarisch mit der sportlichen Leitung des KFC betraut worden waren, aber nicht. Nach Angaben der Zeitung sichteten beziehungsweise kontaktierten sie in den letzten Tagen und Wochen insgesamt 60 Spieler. In konkrete Vertragshandlungen konnten sie bislang aber nicht einsteigen, da unklar war, welches Budget zur Verfügung stehen würde. Auch diesbezüglich herrscht nun Klarheit, Raths geht von 500.000 bis 900.000 Euro aus. "Die Zeit drängt, aber wir sind frohen Mutes, die Aufgaben relativ schnell lösen zu können", so der 35-Jährige, der bereits Kontakt zur Stadt und hilfsbereiten Sponsoren aufgenommen hat. "Der KFC steht vor einem spannenden und wichtigen Jahr." Dass den Klub rund 800.000 Euro an Verbindlichkeiten drücken, macht die Aufgabe gewiss nicht leichter.

Wo die Krefelder trainieren und ihre Heimspiele austragen werden, ist noch offen. Eine vorzeitige Rückkehr in die Grotenburg, die derzeit saniert wird, scheint möglich, wenn auch aufgrund des laufenden Umbaus zunächst nur vor kleiner Kulisse. Eine Alternative könnte das Stadion von Oberligist SSVg Velbert sein, wobei die Miete für eine komplette Saison wohl 400.000 Euro betragen würde. Geld, das der KFC nicht hat. Ohnehin werden die Krefelder den Gürtel künftig deutlich enger schnallen müssen. Die Zeiten, in denen horrende Gehälter gezahlt wurden, sind vorbei. Entsprechend ist eine direkte Rückkehr in die 3. Liga wenig realistisch, zumal die Konkurrenz – bestehend aus Essen, Oberhausen und Münster – kaum größer sein könnte. Doch wenn sich der KFC in der kommenden Saison in der Regionalliga behaupten sollte, wäre das nach turbulenten und chaotischen Monaten mit einer Insolvenz, dem Zwangsabstieg und dem Rückzug des Investors schon ein Erfolg.

 
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