Aalen punktet in Köln nur für die Moral

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Der VfR Aalen bäumt sich nach Kräften gegen den drohenden Sturz in die Regionalliga auf – kommt aber nicht wirklich auf die Beine. Das 1:1 des Abstiegskandidaten bei Fortuna Köln hat dem Team von der Ostalb im Kampf um den Klassenerhalt nicht wirklich weitergeholfen.

"Punkt in unserer Situation zu wenig"

VfR-Trainer Rico Schmitt redete das Remis auch trotz aller Zufriedenheit mit dem Auftritt seiner Mannschaft gar nicht schön: "Ein Sieg wäre hochverdient gewesen. Den Punkt haben wir uns erarbeitet, aber es ist für uns zu wenig in unserer Situation“, resümierte der 50-Jährige auf der Pressekonferenz nach der Begegnung.

Tatsächlich war die Punkteteilung bestenfalls ein Erfolg für Moral: Der späte Ausgleich durch Mart Ristl nur fünf Minuten vor Spielende sicherte Aalen immerhin den fünften Zähler aus den vergangenen drei Spielen ohne Niederlage. Trotz ihrer erfolgreichsten Serie in der laufenden Saison ließen Schmitts Spieler in der Südstadt die Gelegenheit ungenutzt, den Rückstand auf das rettende Ufer nennenswert zu verkürzen. "Wir waren", haderte Schmitt, "in allen Bereichen – Chancen, Eckenverhältnis, Ballbesitz – besser. Aber es ändert nichts am Unentschieden."

Der Coach monierte ungeachtet seines "Riesenkompliments" an sein Team für ein "tolles Spiel" besonders die mangelnde Effizienz vor dem gegnerischen Tor. "Wir haben viel für das Offensivspiel getan und hatten Chancen, Chancen, Chancen." Deswegen mochte sich Schmitt auch nicht über die Verweigerung eines möglichen Handelfmeters für die Gäste vor der Pause beklagen: "Ein Elfmeter wäre berechtigt gewesen, der Pfiff hätte uns gut getan. Aber wir hätten unsere Chancen auch reinmachen können."

Kritik an Chancenverwertung

Über den fahrlässigen Umgang mit den in der Tat zahlreichen Möglichkeiten ärgerte sich auch Mart Ristl. "Natürlich hätten wir gerne früher als in der 85. Minute das Tor gemacht. Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht“, meinte der frühere Frankreich-Legionär bei "Magenta Sport".

Ristl bemühte sich allerdings postwendend um weitere Zuversicht für den Endspurt im Abstiegskampf. "Für müssen nach vorne schauen und uns auf das nächste Spiel konzentrieren“, meinte der 22 Jahre alte Ex-Juniorennnationalspieler mit Blick auf das anstehende Kellerduell mit Carl Zeiss Jena (31. März).

Schmitt ist sich vor dem womöglich wegweisenden Duell mit den Thüringern des Drucks für seine Mannschaft vollkommen bewusst: "Es ist sicher eine Frage der Zeit, dass wir unsere Chancen nutzen. Aber wir haben nur wenig Zeit, und die Zeit läuft. Wir wollen uns auch ganz sicher nicht die Zeit dafür lassen, bis es vielleicht im drittletzten Spiel wieder klingelt."

   

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