MSV verspielt 3:0 und die Tabellenführung – FCH patzt erneut

Wahnsinn an der Wedau! Der MSV Duisburg legte gegen den VfB Stuttgart II furios los, verspielte eine 3:0-Führung aber noch (3:3) und damit auch die Tabellenführung, weil Viktoria Köln zeitgleich mit 1:0 bei Hoffenheim II gewinnen konnte. Auch Hansa Rostock gab gegen Jahn Regensburg eine Führung aus der Hand und patzte damit erneut (1:2). In Verl setzte der SV Wehen Wiesbaden seine Erfolgsserie mit einem 4:1-Sieg fort, während sich der TSV Havelse und der FC Ingolstadt 1:1 trennten.

Duisburg 3:3 Stuttgart II: Platzverweis als Knackpunkt

Nach der erst zweiten Saisonniederlage wollte der MSV Duisburg schnell wieder in die Erfolgsspur finden – und legte dafür innerhalb der ersten zwölf Minuten den vermeintlichen Grundstein. Noß flankte von der Grundlinie in die Mitte, wo Lobinger goldrichtig stand und den Ball wuchtig unter die Latte setzte (5.). Nur drei Minuten später brachte Coskun einen Freistoß an den Elfmeterpunkt. Dort stieg erneut Lobinger hoch und köpfte präzise ins Tor. Weitere drei Minuten danach zog Kother ins Halbfeld und bediente Casar, der souverän ins kurze Eck vollendete. Der VfB wusste nicht, wie ihm geschah. Duisburg hätte sogar auf 4:0 oder 5:0 erhöhen können. Zunächst scheiterte Noß frei vor von der Felsen (21.), anschließend köpfte Bulic aus zwei Metern am leeren Tor vorbei (33.). Auch Kother hatte kein Glück: Sein Schuss aus 17 Metern zischte knapp am Pfosten vorbei (35.). Dann folgte die überraschende Wende: Fleckstein zog Rölke kurz vor der Strafraumkante zu Boden. Die Folge waren die Rote Karte und ein Freistoß für Stuttgart, den Groiß flach unter der Mauer hindurch in die Maschen setzte (40.). In Überzahl übernahm der VfB nun zunehmend die Initiative. Masanka Bungi köpfte eine Flanke von Nothnagel von der linken Seite nur knapp am zweiten Pfosten vorbei (43.).

Duisburg wollte nach dem Wiederanpfiff an die Druckphase anknüpfen: Bitter flankte aus dem Halbfeld in den Strafraum. Lobinger lief ein, setzte seinen Schuss im Fallen aber knapp über den Kasten (48.). Der zweite Durchgang verlief dennoch nicht so schwungvoll wie der erste. Duisburg überließ den Gästen die Initiative, stand defensiv aber kompakt. Bis Bulic nach einer Flanke im Strafraum Van der Leij zu Boden zog. Der Gefoulte trat selbst an und verwandelte souverän. Braune ahnte zwar die Ecke, konnte den Anschlusstreffer aber nicht verhindern (73.). Beinahe hätte der Stürmer sogar den Doppelpack geschnürt. Seinen Kopfball parierte Braune jedoch mit einer Flugshow (84.). Stuttgart war 3:3 nun ganz nah: Bujupi kam aus spitzem Winkel zum Abschluss, Braune parierte erneut (88.). Doch mit dem Schrecken kam Duisburg an Halloween nicht davon. Mehr oder minder mit dem Schlusspfiff gelang Stuttgart II der Ausgleich: Einen nach einem Zweikampf frei liegenden Ball schloss ein Stuttgarter präzise ins lange Eck ab (90.+3.). Bitter für den MSV: Die Duisburger verspielen nicht nur das 3:0, sondern auch die Tabellenführung. Stuttgart II klettert auf Rang 13.

Regensburg 2:1 Rostock: Hansa gibt Spiel aus der Hand

So richtig war Hansa Rostock unter Breitenreiter noch nicht in Fahrt gekommen. Das spiegelte sich auch in der Anfangsphase wider. Rostock begann verunsichert: Carstens schlug bei einem langen Ball ein Luftloch, sodass Hermes freie Bahn hatte. Klewin konnte dessen Abschluss nicht festhalten, doch Reichardt klärte (3.). Kurz darauf lud Regensburg die Rostocker auf denkbar ungünstige Weise ein: Hermann übersah den heranstürmenden Voglsammer, der bei dessen Abschlag den Fuß hinhielt und den Ball direkt zu Dajaku lenkte. Dieser überwand den Keeper mit einem Beinschuss (11.). Danach blieben Strafraumszenen Mangelware, die Partie plätscherte vor sich hin. Das einzige kleine Highlight: Weil Carstens' Trikot blutverschmiert war, musste er sich ein sauberes Ersatztrikot holen. Dafür verließ er den Platz und sprintete in die Kabine. Kurz vor der Halbzeitpause schwächte sich Hansa dann selbst: Dajaku, der wegen Ballwegschlagens bereits Gelb gesehen hatte, trat Boujellab in die Hacken und sah Gelb-Rot (45.+1).

Ein Wendepunkt der Partie: Regensburg brauchte nur drei Minuten, um das Spiel zu drehen. Kurz vor der Grundlinie setzte sich Oliveira gegen Reichardt durch und bediente Hermes, der aus spitzem Winkel präzise ins lange Eck schoss (49.). Bauer und Boujellab vollendeten die Aufholjagd: Nach einem Doppelpass zwischen den beiden zog Bauer aus rund 20 Metern flach ab und traf ins linke Eck (52.). Regensburg verpasste sogar das 3:1. Hingerl bediente im Strafraum Hobsch, der zunächst einen Gegenspieler aussteigen ließ, dann aus kurzer Distanz aber knapp am Tor vorbeischoss (68.). Rostock stemmte sich gegen die drohende Niederlage: Krauß ging an Mühl vorbei und zog aus zehn Metern ab. Hermann riss blitzschnell die Hände hoch und lenkte den Ball über die Latte (69.). Auch Kiedl hatte kein Glück: Aus kurzer Distanz und spitzem Winkel traf er nur das Außennetz (81.), ehe sein Versuch aus 18 Metern knapp am Pfosten vorbeiging (83.). Während Regensburg auf Platz 15 klettert und damit die Abstiegsränge verlässt, fällt Rostock durch die dritte Niederlage aus den letzten vier Partien immer weiter zurück und ist nur noch Elfter.

Hoffenheim II 0:1 Viktoria Köln: Viktoria an der Tabellenspitze

Sieben Spiele in Folge waren die Kölner ungeschlagen geblieben. Würde die Serie auch in Hoffenheim halten? Die erste Chance der Partie hatten allerdings die Gastgeber: Dedic tauchte vor Schulz auf, doch der Schlussmann vereitelte die Möglichkeit (7.). Auf der anderen Seite stand Fallmann kurz vor der Führung. Am Fünfmeterraum brachte er den Ball mit dem Rücken zum Tor per Hacke auf den Kasten. Moore lenkte ihn beinahe noch ins eigene Tor, konnte aber kurz vor der Linie klären (21.). Etwas später war Köln dann doch erfolgreich: Fallmann köpfte eine Flanke am zweiten Pfosten per Bogenlampe in die Mitte. Dort nickte Jakob den Ball unbedrängt ins Tor (32.).

In einer wenig aufregenden Anfangsphase der zweiten Halbzeit blieb Köln am Drücker, wirklich gefährlich wurde es jedoch nur selten. Nach einer Freistoßflanke fehlten Kloss nur wenige Zentimeter (59.). Sponsel konnte aus spitzem Winkel per Kopf nicht genügend Druck hinter den Ball bringen, sodass Petersson parieren konnte (71.). Durch das 1:0 und dem gleichzeitigen Remis der Duisburger ist Viktoria Köln neuer Tabellenführer. Hoffenheim II kassierte die zweite Niederlage in Serie und belegt nun Platz neun.

Verl 1:4 Wiesbaden: Siegesserie des SVWW geht weiter

Mit dem 7:1-Sieg in der Vorwoche hatte der SV Wehen Wiesbaden ein großes Ausrufezeichen gesetzt. In Verl erwischten jedoch zunächst die Gastgeber den besseren Start. Rabihic scheiterte an Stritzel, setzte den Nachschuss anschließend über das Tor (11.). Dann ging Wiesbaden überraschend in Führung: Müller setzte sich über rechts durch und brachte die Flanke in den Strafraum. Verls Lehmann köpfte den Ball unbedrängt an den eigenen Pfosten, Schleimer reagierte am schnellsten und staubte ab. Verl ließ sich davon allerdings nicht aus der Ruhe bringen. Nach einer Ablage von Rabihic versuchte es Mesanovic, verfehlte das Tor aber knapp (22.). Auf der Gegenseite verhinderte Araoye das 0:2. Massimo überwand Schlieck mit einem Heber, doch Araoye war mitgelaufen und schlug den Ball kurz vor der Linie noch weg (27.). Wie wichtig diese Rettungsaktion war, zeigte sich nur zwei Minuten später: Rabihic schlug eine Flanke in den Strafraum. Wiesbadens Brandt legte den Ball unglücklich mit dem Rücken in den Rückraum, wo Mesanovic humorlos abzog und zum Ausgleich traf (29.). Die Gastgeber wollten nun mehr und drängten auf die Führung. Zunächst klärte Brandt gegen Mesanovic (32.), ehe Hübner dem Stürmer erneut im letzten Moment den Weg zum Tor versperrte (34.). Auch ein Abschluss mit dem Außenrist brachte Mesanovic keinen Erfolg (41.).

Wiesbaden startete etwas offensiver in den zweiten Durchgang und ging direkt wieder in Führung. Paula legte von rechts ins Zentrum, wo Müller freistehend zum 2:1 traf. Die Gäste hatten sogar das 3:1 auf dem Fuß: Paula ließ König aussteigen, scheiterte anschließend aber an Schlieck (57.). Die starke erste Halbzeit schien bei den Verlern viele Körner gekostet zu haben. Im zweiten Durchgang ging nur noch wenig zusammen. In den Schlussminuten entschied Wiesbaden die Partie schließlich zu seinen Gunsten. Zunächst musste Stritzel jedoch den Ausgleich verhindern: Mesanovic versuchte es aus kurzer Distanz. Stritzel ließ den Ball nach vorne abprallen, wo Japaur jedoch verpasste. Im direkten Gegenzug verwertete Kalem einen langen Ball, ließ seinen Gegenspieler aussteigen und vollendete souverän ins lange Eck (90.+2.). Für Verl kam es sogar noch dicker: Flotho legte ins Zentrum, wo May am zweiten Pfosten auf 4:1 stellte (90.+4.). Der Sportclub fällt durch die dritte Niederlage in Folge auf den 16. Platz zurück – Wiesbaden schnuppert wiederum mit dem vierten Sieg aus den letzten fünf Partien an den Aufstiegsrängen (4.).

TSV Havelse 1:1 FC Ingolstadt: FCI weiter im Aufwind

Drei Siege in Folge hatte der FC Ingolstadt gefeiert – in Havelse erwischte es die Schanzer jedoch kalt. Bereits nach sechs Minuten gingen die Gastgeber durch Wriedt in Führung. Duah köpfte eine Freistoßflanke zunächst gegen die Laufrichtung von Klein über den Keeper hinweg. Klein kratzte den Ball jedoch gerade noch von der Linie. Wriedt reagierte aufmerksam und staubte ab. Lange hielt die Führung allerdings nicht. Nur sechs Minuten später nutzte der FCI direkt seine erste Chance: Ugondu hämmerte den Ball aus 14 Metern aus der Luft ins rechte Eck. Die Gäste fanden danach kaum ins Spiel, Havelse verpasste hingegen das 2:1. Wriedt legte auf Schuhmacher ab, der mit Wucht abzog. Platz fuhr blitzschnell den Fuß aus und blockte den Schuss mit einer starken Aktion (35.).

In den zweiten Durchgang startete Ingolstadt deutlich besser. Kaygin wuchtete die Kugel in Richtung des langen Ecks, doch Opitz streckte sich und lenkte den Ball an den Pfosten (53.). Sechs Minuten später war es erneut Kaygin, der knapp am Tor vorbeiköpfte. Auf der Gegenseite erzielte Havelse das vermeintliche 2:1, durfte aber nur kurz jubeln: Wriedt tunnelte Klein, stand dabei jedoch im Abseits. Anschließend passierte bis in die Schlussminuten nichts mehr Nennenswertes. Dann boten sich beiden Teams noch Gelegenheiten, die Partie für sich zu entscheiden. Für Havelse wollte Voufack den Ball an Klein vorbei ins lange Eck schieben, scheiterte aber am Keeper (86.). Auf der anderen Seite stieg Gül einen Tick zu früh hoch, bekam deshalb nicht genügend Druck hinter den Ball und köpfte über den Kasten (89.). So bleibt der FCI unter Beierlorzer weiter im Aufwind und ist nun Fünfter. Havelse bleibt Schlusslicht.

   

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