Nach "Matchfixing"-Aussage: DFB belegt Pick mit Geldstrafe

Das Ermittlungsverfahren des DFB gegen FCS-Kapitän Florian Pick wegen seiner "Matchfixing"-Aussage nach dem Spiel gegen den TSV Havelse hatte hohe Wellen geschlagen. Nun wurde bekannt: Der DFB hat den 31-Jährigen mit einer Geldstrafe in Höhe von 1.000 Euro belegt.

Aussage "inakzeptabel und untragbar"

Er hatte sich nach der Niederlage beim TSV Havelse mächtig in Rage geredet, der Kapitän des 1. FC Saarbrücken – und dabei Schiedsrichter Maximilian Lotz aufgrund mehrerer strittiger Entscheidungen in die Nähe einer möglichen Spielmanipulation gebracht: "Wir müssen einfach mal darüber sprechen, was der Schiedsrichter heute hier veranstaltet hat. Das darf man nicht unkommentiert lassen. Ich kann nur hoffen, dass heute mal zugeschaut wurde. Keine Ahnung, ob es Matchfixing war. Ich kann mir das nicht erklären", so die Worte Picks.

Eine Äußerung, die der DFB in Person von Schiedsrichter-Sprecher Alex Feuerherdt gegenüber liga3-online.de als "absolut inakzeptabel und untragbar" bezeichnete. Weil mit der Aussage eine rote Linie "klar und deutlich" überschritten worden sei, hatte der DFB-Kontrollausschuss ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Pick war zur Abgabe einer Stellungnahme aufgefordert worden. Dem kam er auch unmittelbar nach, sodass das Verfahren schon vier Tage nach dem Spiel abgeschlossen ist. Eine Sperre bleibt dem 31-Jährigen erspart, allerdings muss er wegen eines "unsportlichen Verhaltens", wie es im Urteil heißt, eine Geldstrafe in Höhe von 1.000 Euro zahlen.

Thiele räumt "Fehler" ein

In einem Statement des Vereins räumt Sportvorstand Markus Thiele ein, dass Pick mit seiner Aussage "verbal übers Ziel hinausgeschossen" sei. Von einem Fehler "in der Hitze des Gefechts" ist die Rede. Gleichzeitig nimmt er Pick aber in Schutz und betont, dass man es einem Spieler zugestehen müsse, "dass er nach solch einem emotionalen Spiel mit vielen strittigen Situationen Sekunden nach dem Schlusspfiff vielleicht nicht immer gleich die richtigen Worte findet". Andernfalls müsse das Prinzip der Interviews direkt nach Spielende hinterfragt werden.

Auch Mitspieler Kai Brünker war dem 31-Jährigen zur Seite gesprungen und hatte im "4zu3"-Podcast von "MagentaSport" betont: "Dass er das Wort 'Matchfixing' in den Mund nimmt, darf man gar nicht an die große Glocke hängen". Die Äußerungen seien unmittelbar nach dem Abpfiff und aus der Emotion heraus gefallen, außerdem habe Pick dem Unparteiischen "ja nichts unterstellt. Das war einfach nur ein Begriff, der jetzt vielleicht unpassend war".

FCS übernimmt die Geldstrafe

Positiv hebt Thiele indes hervor, dass Pick "selbstkritisch" mit der Situation umgegangen sei. "Wir würden uns umgekehrt aber auch wünschen, dass es an anderer Stelle ebenfalls eine Selbstreflexion gibt." Worte, die in Richtung des DFB und Schiedsrichter Maximilian Lotz gemeint sein dürften. Schließlich lag der Unparteiische nach Einschätzung von liga3-online.de-Experte Babak Rafati während der 90 Minuten in gleich vier Entscheidungen falsch: So hätte weder der Treffer des FCS zum 1:0, noch der erste von insgesamt drei Elfmetern für Havelse gepfiffen werden dürfen. Zudem hätte es auch für den FCS zwei Strafstöße geben müssen. Die Geldstrafe für Pick übernimmt indes "selbstverständlich der Verein", so Thiele.

   

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