Janssen fraglich! RWE mit großen Personalsorgen ins Pokalspiel

Als wären die Personalsorgen bei Rot-Weiss Essen vor dem Pokalspiel gegen RB Leipzig (Dienstag, 18 Uhr) nicht schon groß genug, könnte mit Marek Janssen noch ein weiterer Ausfall hinzukommen. Dennoch blickt Trainer Uwe Koschinat aber positiv voraus – und sieht einen womöglich kleinen Vorteil für sein Team.

Bis zu acht Ausfälle

Max Geschwill, Tony Menzel, Aiman Dardari, Marvin Obuz, Semir Telalovic, Jaka Cuber Potocnik und Nick Bätzner, der noch nicht bei 100 Prozent ist und daher geschont werden soll: Die Ausfallliste bei Rot-Weiss Essen hat in den letzten Wochen eine besorgniserregende Größe angenommen, könnte aber noch weiter anwachsen. Wie Trainer Uwe Koschinat bei der Pressekonferenz am Montag bekanntgab, kann Marek Janssen aufgrund "sehr starker Rückenschmerzen" derzeit nicht trainieren. Der Stürmer sei "nicht in der Lage, sich frei zu bewegen." Essens Coach hofft, dass sich die Lage über Nacht bessert: "Wir werden selbstverständlich alles dafür tun, dass eine Besserung eintritt." Falls das jedoch nicht der Fall sein sollte, müsste RWE auf alle drei etatmäßigen Stürmer verzichten. Als Janssen-Ersatz würde dann Dickson Abiama auflaufen, wie Koschinat bereits durchblicken ließ.

Trotz der Tatsache, dass gleich acht potenzielle (!) Stammspieler ausfallen könnten, blieb der 55-Jährige zuversichtlich, sprach davon, dass die Verletzensituation eine "Riesenchance" für alle anderen sei und er von der Mannschaft "unheimlich viel Energie in Richtung dieses Spiels" verspüre. Immerhin: Franci Bouebari wird nach einer Gelb-Sperre zurückkehren. Ob der Linksverteidiger direkt wieder in die erste Elf rücken wird, ließ Koschinat aber noch offen, da er über eine Umstellung auf Dreierkette nachdenkt. Im Kader stünden drei gestandene Innenverteidiger, die alle schon in einem solchen System gespielt hätten. Zudem wäre die Mannschaft damit "etwas defensiver, etwas kompromissloser ausgerichtet".

RB "auf unser Niveau herunterholen"

Und das könnte gegen eine Mannschaft, die laut Koschinat mit "europäischen Topspielern bestückt" sei, durchaus keine schlechte Wahl sein. Schon die Vorbereitung auf die Partie sei besonders gewesen, floss doch unter anderem das Champions-League-Spiel der Leipziger gegen Real Madrid (1:4) mit in diese hinein. Um gegen den Bundesliga-Fünften eine Chance zu haben, "werden wir eine sehr, sehr hohe Wehrhaftigkeit benötigen", so Koschinat. Zudem müsse es das Ziel sein, "den Gegner ein Stück weit auf unser Niveau herunterzuholen und es ihm schwer zu machen, Zweikämpfe zu gewinnen und freie Räume zu finden. Wir müssen RB den Spaß am Fußball nehmen." Damit das gelingt, müsse auch die Hafenstraße "zu einem absoluten Faktor werden", forderte Koschinat. Ausverkauft ist die Hafenstraße mit bislang 17.200 Tickets allerdings noch nicht, was aber hauptsächlich an den Leipzigern liegt. Erst rund 500 Karten sind für den Gästeblock verkauft worden.

Um die Motivation seiner Mannschaft sorgt er sich nicht. So habe sein Team eine "hervorragende Haltung" und einen "sehr positiven inneren Enthusiasmus". Seine Aufgabe sieht er daher woanders: "Es geht darum, der Mannschaft glaubhafte, nachvollziehbare Handlungsoptionen mitzugeben." Die Spieler müssten von der ersten Sekunde an spüren, “dass wir eine echt realistische Möglichkeit haben, Zweikämpfe zu organisieren und zu gewinnen", und mit eigenen Mitteln irgendwann auf Augenhöhe zu sein. Genau daran arbeite er derzeit.

Welchen Vorteil Koschinat sieht

Einen kleinen Vorteil sieht Koschinat dennoch. RB könne mit der individuellen Qualität seines Teams möglicherweise nicht viel anfangen und habe nur kurze Zeit, sich damit auseinanderzusetzen. Er selbst verfolge als Fußball-Fan die Bundesliga und Champions League und habe daher ein gutes Bild von den Leipzigern, umgekehrt sei das vielleicht nicht so. "Das müssen wir, wenn wir überhaupt einen Vorteil haben, neben der Hafenstraße und unserer Kampfkraft als entscheidenden Faktor nutzen."

Dass es ein extrem schwieriges Unterfangen bleibt, verhehlt der Trainer nicht. "Wir müssen in allen Teilbereichen einen unfassbar guten Tag erwischen. Und zur Wahrheit gehört auch, dass Leipzig nicht seinen besten Tag haben darf", sagt er. Es gelte, den extremen Leistungsunterschied maximal zu minimieren. Sollte es am Ende tatsächlich gelingen, eine Runde weiterzukommen, wäre das "natürlich eine Riesensensation" – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Personalsorgen.

   

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