"Das ist der Lernprozess": Viktoria gibt den sicheren Sieg ab
Die Siegesserie von Viktoria Köln ist gerissen. Trotz einer 2:0-Führung nach elf Minuten kam die Mannschaft von Marian Wilhelm im Heimspiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach nicht über ein 2:2 hinaus. Der Cheftrainer ordnete die Situation nach Spielende nüchtern ein.
"Das lag nur an uns"
Erst knallte Niklas Castelle die Kugel ins Tor, dann legte Lucas Wolf nach. Im Sportpark Höhenberg waren gerade einmal elf Minuten gespielt, da lagen die Kölner auch schon mit zwei Toren gegenüber Großaspach vorne. Und die Viktoria hatte reichlich Chancen, um das Ergebnis noch in die Höhe zu schrauben. Am Ende stand trotzdem ein 2:2-Unentschieden auf der Anzeigetafel. "Wenn du 2:0 führst und so viele Großchancen nicht machst, dann tut das natürlich weh", stellte Cheftrainer Marian Wilhelm bei "MagentaSport" fest. In der Schlussphase glich Großaspach überraschend aus.
"Das ist der Schritt, den wir gehen müssen. Das lag nur an uns", blickte Wilhelm nach Abpfiff direkt wieder voraus. Diese Partie, wie sie die Viktoria inmitten der Englischen Woche erlebte, war ein deutliches Signal für den Kölner Lernprozess. "Wir standen deutlich tiefer als wir wollten. Wir hatten viele gute Momente, die wir aber nicht genutzt haben. Wir hatten auch in vielen Phasen die Kontrolle, aber die Torgefahr von Aspach kam Richtung Ende nochmal richtig." Der Anschlusstreffer? Er kam aus dem Nichts. Der Ausgleich dann allerdings nach einer Drangphase.
"Müssen die Kirche auch im Dorf lassen"
So muss sich nun die Viktoria schütteln, die mit dem Punktgewinn aber zumindest den zweiten Platz gegenüber Essen verteidigt. "Ob das jetzt als Dämpfer zu bezeichnen ist, weiß ich nicht", wollte sich Wilhelm nicht auf Spielchen rund um die Favoritenrolle gegenüber Aspach einlassen. "Das Ergebnis tut weh, aber wir müssen die Kirche auch im Dorf lassen. Aspach ist eine wahnsinnig gute Fußballmannschaft, aber wir müssen einen Ticken klarer verteidigen. Das ist der Lernprozess, der uns in den nächsten Wochen helfen wird."
Je schneller, desto besser. Denn am Sonntag (16:30 Uhr) steht für die Viktoria das Spitzenspiel beim MSV Duisburg an. Zum Ende der Englischen Woche wird es noch einmal richtig heiß, weshalb Wilhelm nach frischen Kräften suchen wird. "Diese Englische Woche, das haben wir schon bei der letzten gemerkt, zehrt an den Kräften. Das geht dann auch nicht spurlos an der Mannschaft vorbei, wenn sie so viel bespielt wird, wie Aspach das getan hat." Ein Trost für die Viktoria? Noch nie standen die Domstädter nach neun Drittliga-Spieltagen mit 19 Punkten da. Lediglich im Jahr nach dem Aufstieg waren es einmal 17 Punkte nach der gleichen Anzahl an Partien, weshalb Köln weiterhin auf Erfolgskurs bleibt.