"Herzinfarkt bekommen": Ende zwischen Druck und Erleichterung

Alexander Ende hat seinen Kopf aus der Schlinge gezogen – zumindest vorerst. Als Eric Hottmann in der Nachspielzeit zum Sieg traf, verfiel der F95-Coach in jubelnde Ekstase. Wird der 2:1-Sieg bei Ex-Klub Münster jetzt zum Brustlöser für Fortuna Düsseldorf? Die Zuversicht ist zurück, die Erleichterung war dem 47-Jährigen deutlich anzumerken.

"Der Druck war immer da"

So richtig still stehen konnte Alexander Ende nach Schlusspfiff noch nicht. Besonders bei doch eher noch kritischeren Nachfragen von "Magenta Sport"-Moderator Tobi Schäfer wippte der F95-Coach unruhig hin und her, obwohl die Fortuna gerade mit 2:1 gewonnen hatte – ein deutliches Zeichen dafür, dass Ende den Druck gespürt hat, der auf der Partie gelegen hatte. "Der Druck war immer da", betonte Ende. "Man muss das Ganze aber auch einfach gesund einordnen. Die ersten Spiele waren nicht gut, aber 14 Punkte aus sieben weiteren Spielen relativieren das Ganze. Die Erwartungshaltung ist groß, der Verein ist groß, die Sehnsucht ist groß. Das merkt man auch."

Am Mittwochabend dominierte Düsseldorf zunächst die erste Halbzeit, aber echte Torchancen erwiesen sich als Mangelware. Ende sah mehrere Situationen, die gefährlich hätten werden können – wurden sie aber nicht, was der Fortuna mit Beginn der zweiten Hälfte dann auch zum Verhängnis wurde. "Gefühlt landet direkt der erste Ball in unserem Netz", ärgerte sich Ende über den Rückschlag (53.), der womöglich sein Aus im Rheinland bedeutet hätte. Aber die Mannschaft ließ ihren Cheftrainer nicht hängen, sodass es schlussendlich Ende war, der im Preußenstadion frenetisch die Arme nach oben riss. Andreas Müller (65.) und besonders Eric Hottmann (90.+2) retteten dem 47-Jährigen seinen Job.

"Endlich für den Aufwand belohnt"

"Ich habe draußen einen Herzinfarkt bekommen, weil er so lange gewartet hat", kommentierte Ende dabei den Siegtreffer von Hottmann, den er nach rund einer Stunde überraschend für Fabian Schleusener einwechselte. Der F95-Mittelstürmer war zuvor bei einem langen Ball durchgebrochen und lief alleine auf den gegnerischen Keeper zu, umkurvte den Schlussmann und stand dann aus spitzem Winkel vor der Entscheidung eines Torschusses oder Abspiels. "Ich habe viel zu lange gezögert, und war mir unsicher, ob der Winkel reicht", gab der Angreifer später selber zu. "Aber dann habe ich diesen kurzen Augenblick genutzt." Und die Kugel kullerte ins lange Eck.

Eine riesige Erleichterung für alle, die es mit Fortuna Düsseldorf halten. "Ein toller Moment, wie ich finde, ein wichtiger Moment für uns", erklärte Ende. "Die Mannschaft hat sich heute endlich für den Aufwand belohnt. Das wird uns Kraft geben in dieser Englischen Woche, um dann auch am Samstag den letzten Schritt noch zu gehen." Zum Heimspiel kommt der 1. FC Saarbrücken ins Rheinland, was für F95 abermals zum Gradmesser wird. Denn beide Teams sind nun Tabellennachbarn – und zwar im oberen Drittel. Fortuna Düsseldorf könnte den Turnaround endgültig geschafft haben, doch das hängt im Profigeschäft bekanntlich auch vom nächsten Spiel ab. Veredelt Ende den Sieg gegen seinen Ex-Klub mit einem weiteren Erfolg, dann kehrt womöglich bald etwas mehr Ruhe ein.

   

Das könnte Sie auch interessieren

Auch interessant

Back to top button