"Nicht das Bild in der Kabine": Ende wehrt sich gegen Negativeindrücke

Cheftrainer Alexander Ende steht bei Fortuna Düsseldorf unter Druck. Am Mittwochabend (19 Uhr) sollte seine Mannschaft bei Ex-Klub Preußen Münster punkten, um den Job des 47-Jährigen zu sichern. Andernfalls, so die Eindrücke nach den ersten "Ende raus"-Rufen am vergangenen Wochenende, könnte die Lage für den Fußballlehrer brenzlig werden.

Schicksalswoche für Ende?

Die Stimmung im Rheinland nähert sich wiederholt einem Tiefpunkt. Vor der Länderspielpause gab es zuerst den Rückschlag gegen Aachen (0:1), dann folgte das 2:2-Unentschieden gegen den SC Verl am vergangenen Wochenende. Die Geduld des Publikums gegenüber Cheftrainer Alexander Ende neigt sich wahrhaften dem Ende entgegen, doch das beschäftigte den 47-Jährigen nur sekundär. Den Eindruck von einer negativen Atmosphäre ließ Ende nicht an sich heran. "Das ist auch nicht unsere Aufgabe, das mit der Mannschaft aufzuarbeiten", fand der Cheftrainer bei der Spieltags-Pressekonferenz am Dienstag. "Aufzuarbeiten haben wir die Leistung, und das haben wir natürlich gemacht." Wichtig sei es, da war sich der Fußballlehrer sicher, nach vorne zu blicken.

"Welche Phasen waren gut? Was müssen wir in die nächste Partie transportieren an positiven Dingen? Was sind die Momente, in denen wir vielleicht anders agieren oder wo wir diese Positivität ins Spiel bringen?", stellte sich Ende selbst den Fragenhagel. Es sind allerdings die Antworten, die dringend erwartet werden. Denn für den F95-Coach scheint die Stunde geschlagen zu haben, sofern seine Mannschaft keine Ergebnisse liefert. Eine Schicksalswoche steht nach den "Ende raus"-Rufen des letzten Wochenendes womöglich für den Trainer an. Aber Ende wehrte sich: "Das alles, was jetzt gerade in Summe der Fragen kommt – und auch die Richtung, in welche die Fragen gehen – ist mit Druck belegt. Alles negativ, alles schlecht. Das ist nicht das Bild in der Kabine."

"Um zu starten, brauchst ein paar PS"

Die Mannschaft sei ehrgeizig, die Spieler waren sauer über das letzte Unentschieden. "Aber die Jungs wissen schon einzuordnen, wo wir uns befinden, und was wir bisher für einen Weg gegangen sind. Sie sind zuversichtlich", versicherte der Cheftrainer. "Sie sehen nicht alles schlecht, sie sehen nicht alles mit Druck belegt. Sie freuen sich auf das nächste Spiel, auf die nächsten sehr, sehr spannenden Gegner. Und auch sehr, sehr starke Gegner." Angefangen am Mittwochabend mit Preußen Münster, darauffolgend die Duelle gegen Saarbrücken und Rostock. Ende war überzeugt: "Wir haben drei Schwergewichte dieser Liga vor der Brust, und das macht Spaß, sich mit tollen Mannschaften zu messen. Das ist das, was mir die Kabine wieder mitgibt und das ist auch das, wie es sein muss."

Kein Druck in der Kabine, aber auch keine Leichtigkeit auf dem Platz. Bleiben die Ergebnisse in den anstehenden Topspielen aus, dann geht es für die Fortuna schnell wieder nach unten – auch jetzt schon ist die Distanz zu den Aufstiegsrängen größer als der Abstand zur Abstiegszone. "Leichtigkeit zu bekommen ist manchmal harte Arbeit", legte sich Ende fest. "Du kannst nicht auf einen Knopf drücken und sagen, jetzt läuft es. Du musst dir diese Phase erarbeiten." Wenn Düsseldorf jetzt die nötige Energie aufbringt, dann war sich Ende sicher, dass weitere Dinge ins Rollen kommen. "Das ist wie beim Fahrradfahren. Wenn es einmal fährt, dann brauchst du nicht mehr so viel Kraft. Aber um zu starten, brauchst ein paar PS." Oder in Fußballfachsprache: Tore bringen Siege, Siege bringen Selbstvertrauen. Einer, der in Münster vielleicht wieder dafür sorgen kann, ist Eric Hottmann. Nach auskurierter Erkältung könnte der Mittelstürmer wohl wieder dabei sein.

   

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