Erst Traumtor, dann Masca: Waldhof schlägt Münster
Nach zwei Heimniederlagen in Serie konnte das Mannheimer Publikum wieder jubeln: Am späten Sonntagnachmittag gewann der SV Waldhof mit 2:0 gegen den SC Preußen Münster. Die Gäste blieben über die gesamte Partie zu harmlos – hatte in den Schlussminuten allerdings Pech.
Rieckmanns buchstäblicher Sonntagsschuss
Es sind die zwei Gesichter des SV Waldhof Mannheim in dieser Saison: Tabellenführer, wenn man nur die erste Halbzeit betrachtet, und Schlusslicht, wenn man lediglich die zweiten 45 Minuten betrachtet. Da könnte man sagen: Ausgerechnet geht es am späten Sonntagnachmittag gegen die Comeback-Könige aus Münster.
Die stellten nach dem fulminanten 3:3 gegen den 1. FC Saarbrücken auf drei Positionen um: Preißinger, Ndikom und Higl verdrängten Althaus, Schulz II und Makridis auf die Bank. Der Waldhof veränderte seine Startelf nach der 1:2-Niederlage gegen Rot-Weiss Essen gleich fünfmal: Klünter, Ogbemudia, Michel, Bierschenk und Goncalo Gregorio starteten anstelle von Okeke, Thalhammer, Ulbricht, Polte und Saren Bazee.
Die Kurpfälzer starteten deutlich besser in die Begegnung und gingen früh und verdient in Führung: Goncalo Gregorio versuchte es zunächst aus der Drehung, sein Schuss wurde jedoch abgeblockt und landete über Umwege bei Rieckmann. Der Mittelfeldspieler ließ den Ball kurz abtropfen und jagte ihn anschließend aus der Luft aus 18 Metern in die Maschen (9.).
Münster fand in der ersten Viertelstunde überhaupt nicht in die Partie, konnte das Geschehen mit der Zeit aber ausgeglichener gestalten. Mannheim wiederum verpasste vor der Pause das zweite Tor. Keumo bekam den Ball in den Lauf gespielt und schoss aus halblinker Position im Strafraum knapp am langen Eck vorbei. Goncalo Gregorio beschwerte sich anschließend, im Rückraum hatte er eine aussichtsreiche Position (41.). Wenig später legte Thill auf Höhe der Grundlinie auf Bierschenk zurück. Der zog aus rund 14 Metern halblinks ab, verfehlte das Tor aber ebenfalls knapp (44.).
Ausgleich wird aberkannt – Waldhof reagiert mit Entscheidung
Beide Trainer wechselten zum Wiederanpfiff nicht, Münster versuchte direkt, Druck zu erzeugen. Die erste Chance gehörte jedoch den Waldhöfern. Bierschenks missglückte Hereingabe fand am zweiten Pfosten Klünter, der aus 14 Metern halbrechter Position direkt abzog. Sein Schuss wurde von Varelmann zur Ecke geblockt (56.). Das Geschehen plätscherte anschließend mehr und mehr vor sich hin, für einen kleinen Wachmacher sorgten Kammerknecht, Goncalo Gregorio und Behrens erst eine knappe Viertelstunde später. Kammerknechts Flanke kam scharf vor das Tor, dort sprangen sowohl der Münsteraner Schlussmann als auch Mannheims Nummer neun am Ball vorbei (69.).
Apropos Wachmacher: Einen deutlich größeren gab es von den Gästen in der 83. Minute. Nach einem langen Einwurf wurde der Ball von den Mannheimern unzureichend geklärt, Ndikom bekam ihn und zog aus 18 Metern zentraler Position ab. Der Ball zischte ins Netz, doch der Assistent hob die Fahne – Abseits! Bei der Kopfballverlängerung nach dem Einwurf durch Maier schien kein Abseits vorgelegen zu haben. Beim Schuss stand der Münsteraner zwar in der verbotenen Zone und nahe am vorbeifliegenden Ball. Doch griff er dadurch ein beziehungsweise irritierte Nijhuis?
Der Waldhof jedenfalls nahm die Szene als Schuss vor den Bug und sorgte kurz darauf für die Entscheidung. Okeke flankte in die Mitte, wo sich Masca am zweiten Pfosten gegen Paetow durchsetzte und mithilfe des Innenpfostens traf (87.). Münster reklamierte, da Paetow vom Torschützen am Trikot gezogen worden war. Die zwei Gesichter des SV Waldhof gab es somit am 6. Spieltag nicht.
Beide Mannschaften rücken in der Tabelle näher zusammen. Münster geht nun als Achter (elf Punkte) in die Länderspielpause, der SV Waldhof als Neunter (zehn Punkte). Die nächste Aufgabe in der Liga heißt für die Gäste am Freitag, 9. Oktober, Rot-Weiss Essen (19 Uhr). Die Buwe spielen tags darauf bei der SG Sonnenhof Großaspach (14 Uhr).