"Gibt nichts Besseres": Aachens historischer Sieg gegen F95
Einen Heimsieg gegen Fortuna Düsseldorf? Den gab es für Alemannia Aachen seit 1989 nicht mehr. Entsprechend historisch war der 1:0-Erfolg am Samstagnachmittag, dem Trainer Mersad Selimbegovic aber nicht nur wegen der Historie eine große Bedeutung zusprach.
"Mit das beste Spiel" in dieser Saison
Zwei Ecken musste Alemannia Aachen in der Nachspielzeit noch überstehen, dann durfte am Tivoli gejubelt werden. Das ließ sich auch Trainer Mersad Selimbegovic nicht zweimal sagen. Mit hochgerissenen Armen lief der 44-Jährige mit Schlusspfiff auf das Feld, sprang seinem Staff in die Arme und freute sich ausgelassen über diesen Sieg. Bei "MagentaSport" erklärte er den großen Jubel damit, dass er einfach froh gewesen sein, dass sein Team das knappe 1:0 über die Zeit gebracht habe. "Wir müssen das Spiel einfach früher beenden. Denn oft läuft es im Fußball so, dass bei einer Ecke für den Gegner dann noch etwas passiert. Das war heute Gott sei Dank nicht der Fall."
In der Tat war die Chancenverwertung der einzige Kritikpunkt an einem Nachmittag, an dem vieles für die Schwarz-Gelben lief. Selimbegovic sprach davon, dass seine Mannschaft "mit das beste Spiel" in dieser Saison gemacht habe. "Wir waren von Beginn an sehr diszipliniert und auch taktisch sehr gut gegen einen sehr, sehr guten Gegner, wo ein Stellungsfehler von 15 Zentimetern schon ein Riesenfehler ist. Das haben die Jungs überragend gemacht." Diese seien "über 90 Minuten bereit gewesen, Wege zu gehen, die wehtun". So stand zum Abschluss der Englischen Woche nochmal ein Sieg, nachdem die Woche mit nur einem Punkt aus zwei Partien nicht so wirklich erfolgreich lief.
"Es gibt nichts Besseres, als vor der Länderspielpause zu gewinnen", meinte Aachens Coach, erinnerte aber auch daran, dass der Weg mit "so einer jungen Truppe" steinig werden könne. "Aber wenn man sieht, mit welcher Energie, mit welcher Emotion die Jungs unterwegs sind, dann ist es denen auch mal zu verzeihen, wenn wir Tore nicht machen oder Ergebnisse nicht so ganz stimmen."
Scepanik spricht "Riesenkompliment" aus
Matchwinner war Lukas Scepanik, der bereits nach zehn Minuten bei einer Flanke von Matti Wagner am zweiten Pfosten genau richtig stand und damit den Siegtreffer erzielte. "Matti und ich, wir kennen uns schon. Ich warte immer auf diese Hereingabe. Wenn man das gut ausspielt, muss man den Ball nur noch reingrätschen, weil der zweite Pfosten oft überbesetzt ist." Auch die Fortuna hatte Scepanik im Rückraum nicht auf dem Zettel, sodass der 32-Jährige dann keine großen Probleme mehr damit hatte, den Ball über die Linie zu drücken.
Das Lob gab er aber an die ganze Mannschaft weiter: "Wichtig ist, dass man den Kasten sauber hält, wenn man das zweite Tor nicht macht. Und das haben wir eindrucksvoll bewiesen. Daher ein Riesenkompliment an die Mannschaft." Über 90 Minuten sei der Sieg "echt verdient" und vor der langen Pause auch "sehr wichtig".
Mit elf Punkten nach sieben Partien kann die Alemannia durchaus zufrieden sein. Scepanik attestierte seinen Mitspielern ein "Riesenpotenzial" und zeigte sich "überzeugt, dass wir eine gute Runde spielen". Bevor es am 11. Oktober mit einem weiteren Heimspiel gegen Viktoria Köln weitergeht, wartet fünf Tage zuvor aber noch Landesligist Grün-Weiß Brauweiler im Landespokal. Für Selimbegovic kommt die Pause "genau zum richtigen Zeitpunkt", nachdem Jonas Oehmichen die Partie aufgrund von Knieproblemen verpasste und Petros Bagkalianis wegen Leistenproblemen vom Platz musste.