Nur 2:2 nach 2:0: Aachen verpasst Heimsieg gegen Regensburg
Am späten Samstagnachmittag kam Alemannia Aachen zu Hause nicht über ein 2:2 gegen den SSV Jahn Regensburg hinaus. Die Kaiserstädter gingen nach spektakulärem Start früh mit 2:0 in Führung und ließen beste Chancen auf das 3:0 liegen. Regensburg kam zurück und bestrafte dies.
Aachen erst fulminant – dann Regensburg am Drücker
Fulminant war der SSV Jahn Regensburg in die Saison gestartet. Nach dem 5:2 bei Viktoria Köln teilten sich die Oberpfälzer zusammen mit dem 1. FC Saarbrücken die Tabellenspitze. Seither verlor Regensburg jedoch dreimal in Folge. Deutlich besser sieht dagegen die Gemütslage bei Alemannia Aachen aus. Lediglich das 0:3 gegen den SV Meppen trübte den ansonsten starken Saisonstart mit zwei Siegen und einem Unentschieden etwas.
Von diesem Ergebnis erholte sich Aachen allerdings schnell. Zuletzt feierten die Kaiserstädter ein 3:0 beim FC Ingolstadt. Entsprechend gab es für Selimbegovic keinen Grund, seine Startelf zu verändern. SSV-Trainer Hildmann tauschte nach dem 1:2 gegen Duisburg einmal: Karbstein rückte für Boujellab in die Startelf. Waren die Vorzeichen damit klar, untermauerte Aachen dies auf dem Platz. Vom Anstoß weg dominierten die Gastgeber das Geschehen und gingen mit dem ersten Abschluss in Führung. Köster schoss nach einer zu kurz abgewehrten Ecke aufs Tor, den Versuch lenkte Schroers sehenswert mit der Hacke ins Netz (9.).
Die Kaiserstädter blieben auf dem Gaspedal und hatten fünf Minuten später durch Oehmichen die nächste Chance. Nach einem Doppelpass hatte er halblinks im Strafraum das Eins-gegen-eins mit Herrmann, blieb aber nur zweiter Sieger (14.). Trotz der Dominanz versuchte Regensburg, offensiv Akzente zu setzen. Bei einem langen Ball auf Hermes eilte Bajic aus dem Tor. Bei seinem Versuch, den Ball zu erwischen, traf er mit dem Fuß den Jahn-Stürmer, erwischte mit der Hand aber auch das Spielgerät. Schiedsrichter Uhrig ließ weiterspielen (16.).
Vor allem defensiv öffnete Regensburg viel zu viele Räume, über die sich Aachen teils sehenswert nach vorn kombinierte. So auch beim 2:0: Nach einer Passstafette über die linke Seite spielte Oehmichen einen Doppelpass und legte links im Strafraum auf Köster quer, der nur noch einschieben musste (23.). Zu diesem Zeitpunkt musste Regensburg aufpassen, nicht in ein Debakel zu geraten. Drei Minuten später drückte Köster eine Hereingabe von Scepanik am Tor vorbei. Fast im direkten Anschluss verfehlte auch Wagner nach einem Pass von Oehmichen das Tor nur knapp (27.).
Während Aachen das 3:0 liegen ließ, verpasste der Jahn, dies zu bestrafen. Über links tankte sich Schönfelder durch, dessen Hereingabe abgefälscht am zweiten Pfosten bei Hingerl landete. Der Regensburger scheiterte am herausstürmenden Bajic, der auch den Nachschuss von Fein glänzend parierte (31.). Ein Wachmacher? Regensburg kam nun etwas besser in die Partie. Philipp nahm nach einem Pass den Ball in den Strafraum mit und schloss aus halblinker Position flach aufs lange Eck ab. Bajic lenkte den Ball um den Pfosten (32.). Kurz zuvor hatte Aachen verletzungsbedingt wechseln müssen: Wiebe musste runter, der junge von der Hitz kam ins Spiel.
Etwa fünf Minuten später stellte der Jahn den verdienten Anschluss her. Hermes setzte sich nach einem langen Pass auf halblinks stark durch. Seinen wuchtigen Abschluss parierte Bajic zunächst, den Nachschuss bugsierte Hermes über die Linie (38.). Kurz vor der Pause hatte noch einmal die Alemannia eine Gelegenheit: Köster steckte auf Schroers in den Strafraum durch. Der legte den Ball zwar an Herrmann vorbei, allerdings etwas zu weit. Das Spielgerät ging ins Toraus (43.). So blieb es beim 2:1, wobei noch deutlich mehr Tore hätten fallen können.
Ausgleich auf dem Silbertablett präsentiert
Zum Wiederanpfiff reagierte Hildmann und brachte Oliveira sowie Mätzler für Bauer und Fein. Der Jahn knüpfte an den guten Auftritt vor der Pause an und kam zum Ausgleich. Der wurde allerdings von Aachen auf dem Silbertablett präsentiert. Bajic passte auf Loune, der auf Höhe der Strafraumlinie von Hingerl bedrängt wurde und den Ball verlor. Im Eins-gegen-eins behielt der Regensburger schließlich die Nerven und traf zum 2:2 (51.). Der Jahn verteidigte nun deutlich kompakter, Aachen fiel es zunehmend schwerer, Lösungen zu finden. Scepanik versuchte es nach einem Pass von Loune aus halblinker Position mit einem Schlenzer. Der Aachener hatte jedoch zu viel Rücklage, sodass der Ball weit über das Tor flog (63.).
Wenngleich das Spektakel in der zweiten Halbzeit deutlich nachließ, versuchten beide Teams, auf den Siegtreffer zu gehen. Die Qualität der Chancen war allerdings längst nicht mehr so hoch wie noch im ersten Durchgang. Vor allem den Aachenern war anzumerken, dass die ersten 45 Minuten viel Kraft gekostet hatten. Die zweite Halbzeit lebte daher vor allem von der Intensität in den Zweikämpfen. Sechs Gelbe Karten verteilte Uhrig in den zweiten 45 Minuten, in der ersten Halbzeit war es lediglich eine gewesen. Es blieb beim 2:2, wodurch Aachen auf den fünften Rang fällt, während Regensburg auf Platz 18 bleibt. Kommende Woche gastiert Aachen am Dienstag bei den Würzburger Kickers (19 Uhr), Regensburg empfängt zur selben Zeit Fortuna Düsseldorf.