Selimbegovic gegen den Ex: "Sie können sich danach stabilisieren"

Auf die 0:3-Niederlage gegen Meppen folgte für Alemannia Aachen ein 3:0-Sieg in Ingolstadt, bei dem die Mannschaft von Mersad Selimbegovic eine furiose Anfangsphase erlebte. Mit den "jungen Wilden" möchte der Cheftrainer den Weg unbedingt weitergehen, weil manchmal mehr als nur die Ergebnisse zählen. Gleiches gilt jedoch auch für Regensburg, wie der ehemalige Jahn-Coach festhielt.

"Das war schade für das Spiel"

Schon in der 4. Spielminute sah FCI-Verteidiger Elias Decker die Rote Karte wegen einer Notbremse. Aachen nutzte die Situation eiskalt aus, indem die Alemannia innerhalb von sieben Minuten gleich drei Tore erzielte – und nach der 11. Spielminute war die Partie in Ingolstadt praktisch vorbei. "Das war schade für das Spiel", gestand Cheftrainer Mersad Selimbegovic bei der Spieltags-Pressekonferenz am Freitag ein, dass der frühe Platzverweis keine Freude in ihm auslöste. Obwohl es zugunsten der Aachener war. "Ich mag das einfach nicht, das ist halt so. Wir brauchen nicht darüber reden, dass es ein Foul bei einer klaren Torchance war. Aber es ist nicht schön für ein Spiel, für keinen auf dem Platz."

In Überzahl hielt sich die Alemannia an den Matchplan. Keine Selbstverständlichkeit, wie der Fußballlehrer anschließend aufzeigte – und zwar mit einem guten Beispiel, denn der kommende Gegner aus Regensburg ging am Tag nach dem Aachener Spiel trotz Überzahl und Führung als Verlierer vom Platz. "Wir haben es durchgezogen, weil wir nicht darüber nachgedacht haben, dass wir jetzt ein Mann mehr sind und das irgendwie anders und langsam machen müssen. Das war sehr wichtig", fand Selimbegovic. Die Niederlage gegen Meppen? Für den Cheftrainer schon wieder vergessen: "Das war keine 14 Spiele in Folge, die wir verloren haben, sondern ein Spiel." Zurechtweisungen sparte sich der 44-Jährige entsprechend in der Vorwoche.

"Von draußen nur auf die Ergebnisse geguckt"

Jetzt kommt Regensburg an den Tivoli, was für Selimbegovic eine Begegnung mit der Vergangenheit bedeutet. Von 2006 bis 2012 spielte der 44-Jährige für die Jahnelf, wurde anschließend Nachwuchscoach und trainierte die Oberpfälzer dann fast vier Jahre lang als Cheftrainer. Entsprechend warnte Selimbegovic vor Regensburg. "Von draußen wird nur auf die Ergebnisse geguckt, was auch okay ist. Im Trainerteam gucken und analysieren wir ein bisschen anders, und ich weiß ganz genau, dass diese Mannschaft wirklich viel, viel besser gespielt hat, als das, was sie bis jetzt geholt hat. Und sie kann sogar noch viel besser spielen", betonte der Alemannia-Coach. Mit dem Anpfiff will Selimbegovic deswegen wieder die nötige Schärfe im Spiel seiner Mannschaft sehen.

"Wenn du nicht da bist, dann sieht das schrecklich aus. Aber wenn du da bist, dann kannst du ein Spiel auf deine Seite ziehen", gab der 44-Jährige vor. "Wer jetzt denkt, die haben jetzt drei Mal in Folge verloren, sodass es einfach wird, der hat nicht verstanden, wie Fußball funktioniert." Ohne Mika Hanraths und Fabio Torsiello, die sich noch im Aufbautraining befinden, sowie Marius Wegmann (Handverletzung) möchte Selimbegovic zeigen, dass seine Mannschaft auf den Punkt bereit sein kann. "Deswegen wird das eine intensive und packende Partie. Ich hoffe auf den besseren Ausgang für uns, und danach kann sich Regensburg noch verbessern und mehr stabilisieren", erklärte Selimbegovic augenzwinkernd der alten Liebe gegenüber.

   

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