Erneute Finanzprobleme bei Ex-Drittligist SpVgg Unterhaching
Ex-Drittligist SpVgg Unterhaching hat offenbar erneut mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" sollen mehr als 15 Mitarbeiter des Vereins über mehrere Monate hinweg kein Gehalt erhalten haben und den Klub inzwischen verlassen haben.
Schwabl beschwichtigt
Präsident Manfred Schwabl wies die Darstellung nicht grundsätzlich zurück, bemühte sich jedoch um Einordnung. Dass es Gehaltsrückstände gegeben habe, sei "kein Novum", wird der 60-Jährige zitiert. Demnach räumte Schwabl ein, dass die finanzielle Situation insbesondere im Frühjahr angespannt gewesen sei. Gleichzeitig zeigte er sich zuversichtlich, offene Forderungen im Laufe des Herbstes schrittweise begleichen zu können – vorausgesetzt, ausstehende Zahlungen an den Verein gingen ihrerseits rechtzeitig ein. Zudem verwies er auf eine Vereinbarung mit einem wirtschaftlichen Partner.
Die finanziellen Herausforderungen kommen nicht überraschend. Bereits in der vergangenen Saison hatte Unterhaching auf eine Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur 3. Liga verzichtet. Der Verein begründete diesen Schritt damals mit einer realistischen Einschätzung der eigenen wirtschaftlichen Möglichkeiten und erklärte, eine Rückkehr in den Profifußball erst zur Saison 2027/28 anstreben zu wollen. Der aktuelle "SZ"-Bericht zeichnet jedoch ein deutlich kritischeres Bild. Demnach sollen mehrere aktuelle und ehemalige Mitarbeiter von finanziellen Engpässen, offenen Rechnungen und fehlender Transparenz bei der wirtschaftlichen Lage des Vereins berichtet haben. Eine umfassende interne Aufklärung über die finanzielle Situation habe es nach ihren Angaben nicht gegeben.
Drittliga-Rückkehr realistisch?
So sollen Mitarbeiter teilweise Ausgaben für Dienstreisen zunächst selbst getragen haben. Auf Erstattungen hätten sie teils über längere Zeit warten müssen. Darüber hinaus berichten ehemalige Angestellte laut "Süddeutscher Zeitung" von Problemen bei der Begleichung von Rechnungen, etwa für Hotels oder Mautgebühren bei Auswärtsfahrten. Ein früherer Mitarbeiter schilderte, dass eine Mannschaft deshalb sogar an einer österreichischen Grenze aufgehalten worden sei.
Ob und in welchem Umfang die geschilderten Probleme weiterhin bestehen, bleibt offen. Fest steht jedoch, dass die wirtschaftliche Lage der SpVgg Unterhaching einmal mehr in den Fokus gerückt ist – und damit auch die Frage, wie realistisch die mittelfristigen Pläne für eine Rückkehr in die 3. Liga sind. Aus sportlicher Sicht belegen die Münchner Vorstädter nach fünf Spieltagen mit acht Punkten den 12. Tabellenplatz. Der Rückstand auf Spitzenreiter TSV Buchbach beträgt bei einem Spiel weniger derzeit sechs Punkte.