Alles, was ihr zum 4. Spieltag wissen müsst
Das Transferfenster ist geschlossen, der DFB-Pokal abgehakt und die Saison nimmt langsam Fahrt auf. Nun warten gleich vier Spieltage innerhalb von zwei Wochen. Den Auftakt in diese intensive Phase macht der 4. Spieltag. Den Überblick über das Programm bekommt ihr wie gewohnt in unserer Vorschau.
Die Ausgangslage
Der Saisonstart verlief erstaunlich ausgeglichen: Fast jedes Team hat bereits gewonnen, fast jedes aber auch schon Punkte liegen gelassen. Doch da ist eben dieses Wörtchen "fast". Die Ausnahme im positiven Sinne ist der MSV Duisburg, der wie schon im Vorjahr mit drei Siegen aus den Startlöchern gekommen ist und die Tabelle derzeit anführt. Am anderen Ende steht der SC Verl, der als einziger Drittligist noch punktlos ist – trotz über weite Strecken ansprechender Leistungen. Ebenfalls noch sieglos ist lediglich der SV Wehen Wiesbaden.
Zwei Vereine warten also noch auf ihren ersten Sieg – und deren drei sind noch ungeschlagen. Neben den Zebras aus Duisburg trifft das auf Hansa Rostock zu. Die Kogge kommt ebenso wie der MSV bereits auf zehn erzielte Treffer, das ist ein geteilter Drittliga-Bestwert nach drei Spieltagen. Ebenfalls noch ohne Niederlage ist der FC Ingolstadt, der nach zwei Remis zum Auftakt zuletzt seinen ersten Sieg feiern konnte und nun den 4. Spieltag mit einem Heimspiel gegen Alemannia Aachen eröffnet.
Fünf Spiele im Fokus
Ingolstadt vs. Aachen: Wie reagiert die Alemannia auf den Systemabsturz?
Nach zwei Remis zum Auftakt gegen Würzburg und Münster wollte der FC Ingolstadt bei der SG Sonnenhof Großaspach unbedingt den ersten Saisonsieg einfahren. Und die Truppe von Trainerin Sabrina Wittmann lieferte – zumindest ergebnistechnisch. Beim 2:0-Auswärtserfolg war zwar auch etwas Glück dabei, zugleich konnten sich die Schanzer aber auf Torwarttalent David Klein und Neuzugang Obed Ugondu verlassen. "Die Jungs lieben ihn, wir lieben ihn im Trainerteam", schwärmte Trainerin Sabrina Wittmann anschließend vom aus Erfurt gekommenen nigerianischen Stürmer.
Die Gelegenheit für den ersten Treffer vor eigenem Publikum bietet sich Ugondu am Freitagabend gegen Alemannia Aachen. Die Kaiserstädter sind mit vier Punkten aus den ersten beiden Spielen ordentlich gestartet, erlebten zuletzt gegen den SV Meppen jedoch einen regelrechten Systemabsturz. Die 0:3-Pleite war zugleich die erste Niederlage seit März für die Alemannia. Seit letzter Woche ist allerdings einiges passiert, der TSV war im Endspurt der Transferperiode so aktiv wie fast kein anderer Drittligist. Mika Schroers blieb, für Faton Ademi wurde eine stattliche Ablöse erzielt und mit Dylan Leonard sowie Rückkehrer Jonas Oehmichen kamen zwei namhafte Verstärkungen hinzu, die nun bereits gegen Ingolstadt auf dem Platz stehen könnten.
Rostock vs. Wiesbaden: Hält Hansa gegen Wiesbaden erstmals die Null?
Zehn Tore nach drei Spieltagen können sich sehen lassen: Offensiv ist die Hansa Kogge bereits voll in Fahrt, vor allem die Standards kommen derzeit messerscharf. Sieben Gegentore werden allerdings nur von zwei Drittligisten überboten. Hier wird sich der FCH steigern müssen, sollen die ambitionierten Saisonziele erreicht werden. Gegen den SV Wehen Wiesbaden, der bislang erst einen einzigen Treffer erzielt hat, soll daher möglichst das erste Zu-Null-Spiel der Saison her. Mut macht der Blick auf die Vorsaison: Damals blieb Hansa in beiden Duellen mit dem SVWW ohne Gegentor.
Wiesbaden wird da allerdings einiges dagegen haben. Die ambitionierten Hessen haben im Transfer-Endspurt auf den schwachen Start reagiert und einen weiteren Transfer-Doppelschlag gelandet. Michael Schultz soll der Defensive Stabilität verleihen und Raul Paula die bislang lahmende Offensive beleben, die bereits in der Vorwoche mit Marcus Müller und Roberto Massimo verstärkt wurde. Eine Hiobsbotschaft musste Trainer Daniel Scherning dennoch verkraften: Hoffnungsträger Sinan Karweina fällt nach einer im Training zugezogenen Muskelverletzung wochenlang aus.
Regensburg vs. Duisburg: Sorgt Duisburg für einen neuen Drittligarekord?
5:2 gegen Viktoria Köln! Nach diesem furiosen Auftaktsieg herrschte eitel Sonnenschein in der Oberpfalz. Zwei Niederlagen später ist von der anfänglichen Euphorie allerdings kaum noch etwas übrig. Besonders das deutliche 1:5 gegen Hoffenheim II in der Vorwoche hinterließ Spuren. "In der ersten Halbzeit haben wir uns vorführen lassen", fand Stürmer Lucas Hermes anschließend klare Worte. Ausgerechnet gegen Tabellenführer Duisburg, dem bislang stärksten Team der Liga, soll nun die passende Reaktion folgen.
Den Zebras winkt wiederum der beste Saisonstart nach vier Spieltagen. Bei einem Sieg würde Duisburg mit dann zwölf Punkten aus den ersten vier Spielen und einer Tordifferenz von mindestens plus neun einen neuen Bestwert aufstellen. Grundlage des starken Starts sind eine mutigere Spielweise und neue spielerische Qualitäten – und ein Lex Tyger Lobinger in Topform. Der Angreifer führt mit vier Treffern die Torjägerliste an. Auch die Erinnerungen an die Vorsaison sind bestens: Beide Duelle mit Regensburg gewann der MSV, bei insgesamt 6:0 Toren. Folgt nun der nächste Streich?
Mannheim vs. Verl: Schreibt der SCV erstmals an?
Der Saisonstart unter Neu-Trainer Rui Mota hat durchaus Lust auf mehr geweckt. Ein umjubeltes 2:1 gegen Düsseldorf zum Auftakt, gefolgt von einem mitreißenden 3:3 gegen Rostock und einem Pokalkrimi gegen den Rivalen aus Kaiserslautern – alles Leistungen, die sich sehen lassen konnten. Auch in Havelse schien zunächst alles nach Plan zu laufen, schließlich führte Mannheim nach 23 Minuten bereits mit 2:0. Danach brachen die Buwe jedoch ein und gaben die Partie noch komplett aus der Hand. Mota sprach anschließend von einer "sehr enttäuschenden Leistung" und bemängelte die Einstellung seiner Mannschaft.
Besser machen will der Waldhof nun im Heimspiel gegen den SC Verl, der als einziger Drittligist noch punktlos ist. Doch aufgepasst: Der Sechste der Vorsaison präsentierte sich in keinem Spiel schwach, vielmehr scheiterten die Ostwestfalen an ihrer mangelhaften Chancenverwertung und an teils kapitalen Patzern in der Defensive. "Wir müssen die einfachen Fehler abstellen, sonst wird es ganz schwer", forderte Kapitän Niko Kijewski im Nachgang der Niederlage gegen Fortuna Köln. Für mehr Stabilität soll nun Deadline-Day-Neuzugang Noah König sorgen. Gute Erinnerungen hat Verl zudem an das letzte Duell: Im Januar gewann der SCV mit 5:2 und sprang dadurch sogar an die Tabellenspitze.
Fortuna Köln vs. Düsseldorf: Fortunen-Duell in der Südstadt
Zum Abschluss des 4. Spieltags steigt im Kölner Südstadion das Fortunen-Duell: Aufsteiger Fortuna Köln empfängt den rheinischen Nachbarn aus Düsseldorf, seines Zeichens letztes Jahr noch Zweitligist. Die Kölner setzen vor ausverkauftem Haus vor allem auf ihre beeindruckende Heimstärke. Seit fast eineinhalb Jahren ist die Mannschaft von Trainer Matthias Mink vor eigenem Publikum ungeschlagen. Die letzte Heimniederlage gab es ausgerechnet gegen Düsseldorf II. Gelingt nun der "großen" Fortuna dasselbe Kunststück?
Düsseldorf wiederum will den Schwung des ersten Saisonsiegs mitnehmen. "Ich hoffe, dass das jetzt der Brustlöser ist, den wir uns gewünscht haben", sagte Coach Alexander Ende, übrigens langjähriger Spieler und Trainer von Fortuna Köln, nach dem Erfolg gegen Stuttgart II. Ein Schlüssel war dabei die deutlich größere defensive Stabilität. Mit dem unter der Woche aus Osnabrück ausgeliehenen Innenverteidiger Lukas Bornschein steht nun noch eine weitere Option bereit. Außerdem kam mit Filimon Gerezgiher noch ein Linksaußen aus Elversberg. Und wann gab’s eigentlich das letzte Pflichtspiel zwischen den beiden Fortunas? Im Mai 2004 in der Oberliga Nordrhein, damals trennten sich beide Rivalen mit 2:2.