"Worst Case": F95-Fehlstart perfekt – Fans reagieren mit Häme
Zweite Niederlage im zweiten Spiel: Der Fehlstart von Fortuna Düsseldorf ist nach dem 0:2 gegen die TSG Hoffenheim II perfekt. Nach der schwachen Leistung gegen die Kraichgauer fanden die Beteiligten klare Worte, während die Fans mit Häme auf die erneute Pleite reagierten.
Fans singen "Oh, wie ist das schön"
Nein, es war nicht zu überhören, das lautstarke Pfeifkonzert, das direkt nach Spielende durch die Arena schallte. Doch die Fans gingen noch einen Schritt weiter und stimmten nach der saisonübergreifend neunten Niederlage in den letzten elf Spielen hämisch "Oh, wie ist das schön" an. Viel deutlicher hätten die Reaktionen der Anhänger, die die Spieler zuvor die komplette Spielzeit über lautstark unterstützt hatten, nicht ausfallen können. Zumal die Leistung der Mannschaft über weite Strecken erschreckend schwach war.
Erst patzte van der Sloot und leitete damit den frühen Rückstand nach nur drei Minuten ein, dann erlaubte sich Arden einen Fehlpass im Mittelfeld, der zum 0:2 führte (52.), und schließlich kam Hendrix gegen Zor zu spät und sah dafür die rote Karte (79.). Entsprechend versuchte Trainer Alexander Ende bei "MagentaSport" auch erst gar nicht, die erneute Niederlage nach einem völlig gebrauchten Nachmittag schön zu reden. "Es war nicht die Leistung, die wir gebraucht hätten, um hier was mitzunehmen."
Der 46-Jährige, der im Vergleich zum Mannheim-Spiel gleich fünf Umstellungen vorgenommen hatte, sprach ganz offen von einer "schlechten Leistung in allen Facetten" und kündigte eine "intensive Woche" an, in der vieles aufgearbeitet werden müsse. Zumal er seinen fußballerischen Ansatz nicht umgesetzt sah. "Das war viel zu wenig", machte Ende klar und sprach von einfachen Fehlern, die nicht zu erklären seien. "Es tut uns Leid, dass wir es nicht annähernd geschafft haben, an unsere Leistung zu kommen. Diese Art und Weise kann und darf nicht unser Bild sein, das wir abgeben. Das ist sehr ernüchternd." Diese Leistung werde nicht reichen, um in Zukunft Punkte mitzunehmen.
Elfmeter-Szene keine Ausrede
Das sah auch Fabian Schleusener so. Der Stürmer monierte, "dass wir weder mit noch gegen den Ball da reingekommen sind, wo wir hinkommen wollten. Das war teilweise fahrig". Statt spielerische Lösungen zu suchen, "haben wir angefangen, viele lange Bälle zu schlagen, was wir im Vorfeld nicht vorhatten". Die erneute Niederlage bezeichnete der Stürmer als "Worst Case" und wollte auch einen verwehrten Elfmeter in der 84. Minute, als er von Dulic gehalten wurde, nicht als Ausrede verwenden.
"Ich lege mir den Ball vorbei. Er will mich blocken und hofft, dass der Torwart rauskommt. Als er merkt, dass der Torwart zögert, zieht er mich am Trikot. Es gibt bestimmt Schiedsrichter, die das geben und andere, die es nicht pfeifen. Ich will es daran nicht festmachen heute, weil wir größere Baustellen auf dem Platz hatten als diese Szene."
Es bringe nun nichts, "großartig drum herum zu reden. Wir müssen schauen, dass wir eine gute und gewinnbringende Leistung auf den Platz bringen". Auch um damit das Vertrauen der Fans zurückzahlen zu können. Dass trotz des Abstiegs über 27.000 Zuschauer ins Stadion strömten, sei "nicht selbstverständlich", lobte der Stürmer die Anhänger, die den Mannschaftsbus vor dem Spiel mit einer Fahrradkolonne zum Stadion begleitet hatten.
Sorgen um Meiser
Auch Ende betonte, dass der Bock nun "so schnell es geht" umgestoßen werden müsse. In den nächsten Tagen wird der 46-Jährige zudem als Psychologe gefragt sein, habe er bei einigen Spielern doch "dicke Verunsicherungen" ausgemacht. Dass neben Hendrix, der nun – wie schon am 1. Spieltag – vorerst gesperrt fehlen wird, auch Felix Meiser (musste nach 31 Minuten verletzt vom Platz) ausfällt, "hilft uns natürlich nicht", so Ende. Im DFB-Pokal wartet nun der SC Freiburg, ehe gegen den VfB Stuttgart II ein weiteres Heimspiel ansteht. Ob der Knoten dann platzt? Andernfalls dürfte die Unruhe weiter zunehmen.