Dritter Anlauf, neues Glück? Wie Hansa der Aufstieg gelingen kann
Nachdem der F.C. Hansa Rostock den Aufstieg zuletzt zweimal knapp verpasst hatte, soll die Zweitliga-Rückkehr im dritten Anlauf nun gelingen. liga3-online.de analysiert, was es dafür braucht.
Saisonstart nicht verpatzen
Wenn bei der Kogge in den letzten beiden Spielzeiten auf eines Verlass war, dann auf den schwachen Saisonstart. Nachdem der FCH in der Saison 2024/25 aus den ersten elf Partien nur zehn Punkte geholt hatte, was zum Aus von Trainer Bernd Hollerbach führte, reichte es auch in der letzten Serie nur zu elf Zählern in den ersten zehn Spielen. Danach zündeten die Rostocker zwar jeweils den Turbo, punkteten phasenweise wie ein Aufsteiger und beendeten die Saison jeweils auf Platz 5.
Doch in der Endabrechnung fehlten stets jene paar Zähler, die Hansa zu Saisonbeginn liegengelassen hatte. Mit dem Auswärtssieg in Hoffenheim ist der Start nun geglückt, erstmals seit dem Abstieg 2024 ging Hansa wieder als Sieger aus einem Auftaktspiel hervor. Nun müssen weitere Siege folgen, damit ein schwacher Saisonstart nicht wieder zur Hypothek wird. Von Anfang an punkten lautet das Credo.
Mehr Konstanz
Konstanz ist damit das Stichwort. Schwächephasen hat über eine komplette Saison gesehen zwar jede Mannschaft, sie dürfen aber nicht zu lange andauern. Bei Hansa war genau das in den letzten beiden Spielzeiten jedoch das Problem. In der vergangenen Serie etwa ließ der FCH vor allem gegen Kellerteams zu viele Punkte liegen. Man denke an das 0:0 gegen Schweinfurt, das 2:2 gegen Hoffenheim II und das 0:3 gegen Ingolstadt.
Besonders auffällig: Gleich sechsmal gab die Kogge eine Führung noch aus der Hand und verspielte so zwölf Punkte. Kapitän Franz Pfanne machte diese Tatsache im Nachgang vor allem an fehlender Mentalität fest. "Es lohnt sich, dafür jeden Schritt zu investieren – auch bis weit in die Nachspielzeit."
Heimstärker werden
Acht dieser zwölf Zähler verspielte Hansa in den Partien gegen Verl, Aachen, Saarbrücken und Osnabrück zuhause. Und das, obwohl die Kogge den größten Fan-Zuspruch aller Drittligisten hatte und im Schnitt vor fast 25.000 Fans spielte. Wenn es mit dem Aufstieg im dritten Anlauf klappen soll, muss die Mannschaft von Trainer Daniel Brinkmann unbedingt heimstärker werden. In der vergangenen Serie belegte der FCH mit nur 32 Zählern in 19 Heimspielen lediglich Platz 9. Fünf Niederlagen vor heimischer Kulisse sind zu viel, um ganz oben dabei sein zu können.
Zum Vergleich: Der VfL Osnabrück verlor nur dreimal, Energie Cottbus musste sich gar nur einmal vor heimischer Kulisse geschlagen geben. Zwar führt eine starke Heimbilanz nicht automatisch zum Aufstieg, wie sich beim ungeschlagenen MSV Duisburg zeigt. Dennoch wird zuhause oft der Grundstein gelegt. Gerade dann, wenn die Kulisse derart stimmungsvoll ist wie bei Hansa. Die Energie von den Rängen müssen die Spieler mitnehmen.
Mehr Tempo über außen
Die größte Schwachstelle im Kader der letzten Saison war das fehlende Tempo über die Außenbahnen. Eigentlich sollte vor allem Maximilian Krauß über die Flügel für die nötige Geschwindigkeit im Offensivspiel sorgen, kam aber erst in der Schlussphase der Saison mit fünf Scorerpunkten in drei Partien in Fahrt. In der Sommerpause rüstete die Kogge entsprechend nach und verpflichtete mit Leon Dajaku, Bernie Lennemann und Yannick Michaelis gleich drei neue Flügelspieler.
Während Dajaku in Hoffenheim verletzt fehlte und Michaelis zunächst auf der Bank saß, durfte Lennemann von Beginn an ran – und erzielte auch prompt den Siegtreffer. Die Vorarbeit kam von Krauß, der zuvor sein Tempo über den linken Flügel ausgespielt hatte. Genau so kann es gehen. Insgesamt sind die Rostocker auf den Außen nun deutlich flexibler aufgestellt – und damit auch schwerer ausrechenbar.
Fazit
Vieles spricht dafür, dass Hansa in dieser Saison erneut ganz oben mitspielen wird. Der Kader wirkt ausgewogener und die Kontinuität auf den entscheidenden Positionen ist ein großer Pluspunkt. Entscheidend wird jedoch sein, die Fehler der vergangenen beiden Spielzeiten nicht zu wiederholen. Gelingt es der Kogge, von Beginn an konstant zu punkten, Führungen konsequenter über die Zeit zu bringen und die Heimstärke wiederzuentdecken, stehen die Chancen gut, dass der dritte Anlauf tatsächlich zum Aufstieg führt.