"Neuausrichtung": FC Ingolstadt trennt sich von Sabrina Wittmann

Die dritte Trainer-Entlassung der laufenden Spielzeit ist perfekt: Nach Wehen Wiesbaden und Hansa Rostock hat am Donnerstag auch der FC Ingolstadt personelle Konsequenzen aus dem bisher schwachen Abschneiden in dieser Saison gezogen und sich von Trainerin Sabrina Wittmann getrennt. Wer die Nachfolge antreten wird, ist noch offen.

Drei der letzten vier Spiele verloren

Erst zwei Siege, nur Tabellenplatz 13 und drei der letzten vier Spiele verloren: Es läuft derzeit nicht beim FC Ingolstadt, der trotz eines Umbruchs im Sommer mit ambitionierten Zielen in die Saison gegangen war. Die Überzeugung, dass diese unter Sabrina Wittmann erreicht werden können, ist bei den Verantwortlichen um Geschäftsführer Harald Gärtner nach der 0:3-Niederlage bei Viktoria Köln am vergangenen Samstag jedoch verloren gegangen, was nun zum Aus der 35-Jährigen führte. Kurios: Noch am Mittwochabend stand Wittmann beim Landespokalspiel gegen Viertligist Landsberg an der Seitenlinie und führte die Schanzer ins Halbfinale, am Morgen danach wurde ihr die Freistellung "in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt", heißt es.

Wie Gärtner in einer Mitteilung betont, folge der Schritt "einer intensiven Betrachtung der saisonübergreifenden sportlichen Entwicklung und der Ergebnisse im bisherigen Saisonverlauf der 3. Liga. Vor diesem Hintergrund erachten wir eine Neuausrichtung für erforderlich, um zum jetzigen Zeitpunkt neue Impulse für die weiteren Aufgaben setzen zu können". Gleichzeitig betont der FCI-Boss, dass der Entschluss auf menschlicher und persönlicher Ebene "sehr schwergefallen" sei. "Wir danken Sabrina für ihren Einsatz und die gemeinsame Zeit beim FC Ingolstadt 04. Für ihren weiteren persönlichen und beruflichen Weg wünschen wir ihr alles Gute und viel Erfolg." Erst im vergangenen März hatten Schanzer mit der 35-Jährigen verlängert.

Aus nach 17 Jahren im Verein

Wittmann war als gebürtige Ingolstädterin bereits seit 2009 im Verein und betreute zunächst mehrere Jugendteams, ehe sie im Mai 2024 als erste Frau im deutschen Profifußball den Cheftrainer-Posten bei den Profis von Michael Köllner übernommen hatte – zunächst interimsweise. Nachdem sie in den vier Partien bis zur Sommerpause ungeschlagen geblieben war und die Schanzer erstmals zum Landespokal-Titel geführt hatte, war sie anschließend offiziell und dauerhaft zur Cheftrainerin befördert worden. Insgesamt stand Wittmann genau 101 Mal an der Seitenlinie und holte dabei 42 Siege und 26 Unentschieden, was einem Punkteschnitt von 1,49 entspricht.

Nach 17 Jahren im Verein folgt nun das unrühmliche Ende. "Ingolstadt war für mich mehr als irgendein Verein. Hier war ich zu Hause. Hier bin ich fußballerisch groß geworden und habe unheimlich viele besondere Erinnerungen machen dürfen. Der Verein mit all seinen Leuten und Mitarbeitern ist mir mehr als ans Herz gewachsen. Ich wünsche dem Klub alles erdenklich Gute für die Zukunft", sagt Wittmann zum Abschied und betont: "Ich hätte sehr gerne weitergemacht und den Weg mit einer Mannschaft voller außergewöhnlicher Charaktere fortgesetzt. Leider ist das Vertrauen hierfür nicht mehr da, und der Verein hat sich für eine andere Lösung entschieden." Über die Nachfolgeregelung auf der Position des Cheftrainers will der FC Ingolstadt "zeitnah" informieren.

   

Das könnte Sie auch interessieren

Auch interessant

Back to top button