1860: Verhandlungen mit Ismaik gescheitert – KGaA vor Insolvenz
Drittliga-Absteiger TSV 1860 München droht die Insolvenz seiner KGaA. Wie Präsident Gernot Mang auf der Mitgliederversammlung am Sonntag erklärte, wird die Gesellschaft nach aktuellem Stand in der kommenden Woche Insolvenzantrag stellen müssen. Hintergrund sind die gescheiterten Verhandlungen mit Investor Hasan Ismaik über eine Übernahme seiner Anteile.
Ismaik lehnte Angebot ab
Vor den Mitgliedern schilderte Mang laut "Kicker" und "BR" die Bemühungen des Vereins, doch noch eine Einigung mit dem langjährigen Geldgeber zu erzielen. Demnach habe der TSV 1860 zuletzt ein Angebot im mittleren siebenstelligen Bereich für die Ismaik-Anteile vorgelegt. Der Investor sei darauf jedoch nicht eingegangen. Zudem erklärte Mang, den Eindruck zu haben, dass Ismaik seine Beteiligung lieber an einen anderen Käufer veräußern wolle als an den e.V. "Wir haben noch einmal alles versucht", sagte der Präsident.
Eine schnelle und einvernehmliche Lösung sei inzwischen allerdings in weite Ferne gerückt. "Nach Stand der Dinge wird die KGaA kommende Woche Insolvenz anmelden müssen", kündigte Mang an. Mit der angekündigten Insolvenz der KGaA will der TSV 1860 zugleich einen Schlussstrich unter das bisherige Investorenmodell ziehen. "Wir verabschieden uns vom Investorenmodell der letzten 15 Jahre", sagte Mang unter dem Applaus der Mitglieder.
Die Zusammenarbeit mit Hasan Ismaik bewertete der Präsident dabei ungewöhnlich deutlich: "Nach 15 Jahren müssen wir uns eingestehen: Es war ein Missverständnis." Das Spielrecht liegt nach der Kündigung des Kooperationsvertrag derweil beim e.V., entsprechend ist auch der Neustart in der Regionalliga nicht in Gefahr. Parallel haben die Löwen beim DFB fristgereicht Beschwerde gegen die Zulassungsverweigerung eingelegt.
"Der Verein lebt stärker denn je"
Indes machte der Vereinschef deutlich, dass die Löwen ihren Kurs trotz der angespannten Lage fortsetzen wollen. Auch mögliche juristische Auseinandersetzungen mit der Investorenseite nehme der Verein in Kauf. Zugleich zeigte sich Mang überzeugt, dass die Position des Vereins in einem möglichen Rechtsstreit stark sei. Trotz der wirtschaftlichen Turbulenzen sieht Mang die sportliche Zukunft des Traditionsvereins nicht gefährdet. Die Planungen für den Neustart in der Regionalliga laufen bereits. Nach Angaben des Präsidenten soll der Spielbetrieb künftig über eine neue Gesellschaft organisiert werden. "Wir gründen oder erwerben eine Spielbetriebsgesellschaft“, kündigte er an. In den kommenden Wochen solle zudem Klarheit über die weitere Ausrichtung des Vereins geschaffen werden.
Darüber hinaus verbreitete Mang Zuversicht und richtete eine kämpferische Botschaft an die Mitglieder. "Der Verein lebt stärker denn je. Der Löwe entreißt sich seiner Fesseln und zeigt Zähne. Wir sind der Verein." Trotz der festgefahrenen Verhandlungen schloss Mang eine spätere Einigung mit Ismaik nicht vollständig aus. Zugleich kündigte er an, dass der Verein künftig ohne neue Schulden wirtschaften wolle. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der TSV 1860 nach Angaben seiner Verantwortlichen sogar mit einem positiven Ergebnis. Im Geschäftsjahr 2024/25 hatte der e.V. noch ein Minus von rund 415.000 Euro ausgewiesen.
Während die Zukunft der KGaA damit vor einer ungewissen Entwicklung steht, treiben die Münchner ihren Neuaufbau abseits des bisherigen Investorenmodells weiter voran. Die Mannschaft von Trainer Alper Kayabunar befindet sich bereits in der Vorbereitung auf den Neustart in der Regionalliga und hat am Samstag das erste Testspiel gegen den VfB Forstinning mit 4:0 gewonnen.