"Mit Schmerzen aufstehen": So feierte Würzburg den Aufstieg

Die Würzburger Kickers sind nach vier Jahren zurück in der 3. Liga. Nachdem die Unterfranken bereits das Hinspiel gegen Lok Leipzig gewonnen hatten, setzte sich die Mannschaft von Michael Schiele auch im Rückspiel durch. Nach Abpfiff brachen alle Dämme. 

Bierduschen aus XXL-Gläsern

Vor zwei Jahren waren die Kickers in Hannover im Elfmeterschießen denkbar knapp am Aufstieg gescheitert, im vierten Anlauf gelang die Rückkehr in die 3. Liga nun. Als der Aufstieg mit dem Schlusspfiff um 20:23 Uhr besiegelt war, kannte der Jubel keine Grenzen. Sofort lief die komplette Mannschaft jubelnd auf das Feld, parallel wurden bereits XXL-Biergläser vorbereitet und auf den Platz gebracht.

Eine der ersten Bierduschen musste Trainer Michael Schiele über sich ergehen lassen. Für den 48-Jährigen ist es bereits der zweite Aufstieg mit Würzburg, nachdem er die Kickers 2020 in die 2. Liga geführt hatte. Seit März ist Schiele zurück, blieb in 15 Pflichtspielen ungeschlagen (13 Siege, zwei Unentschieden) – und darf sich angesichts eines Punkteschnitts von 2,73 völlig zurecht feiern lassen.

Kickers fühlen mit Lok Leipzig

"Überragend, dass wir es gezogen haben", strahlte Schiele völlig durchnässt im "MagentaSport"-Interview. Er sei nach Würzburg gekommen, um aufzusteigen. Dieses Ziel hat die Mannschaft nun erreicht – und das auch "absolut verdient", wie Schiele festhielt. "Die Jungs haben sehr hart gearbeitet und nochmal zwei, drei Schritte nach vorne gemacht." Genugtuung, nachdem er 2020 nach nur drei Spieltagen gehen musste, verspürte er nach eigenem Ermessen aber nicht, vielmehr war da einfach nur Freude – und Mitgefühl mit Lok: "Es ist ganz, ganz bitter und tut mir leid."

Auch Torschütze Jermain Nischalke ("Wir wären genauso enttäuscht gewesen"), Peter Kurzweg ("Es ist unglaublich"), der Stadionsprecher ("Meister müssen aufsteigen") und Sportdirektor Sebastian Neumann fühlten mit den Sachsen. "Wir waren vor zwei Jahren in der gleichen Situation. Es tut mir unglaublich leid", sagte Neumann, zumal die Nordost-Staffel die stärkste Regionalliga sei. "Hut ab davor, sich zweimal in Folge durchzusetzen. Ich hoffe, dass sie nächstes Jahr nachkommen."

Schiele gibt den Partybefehl

Den Aufstieg nach vier Jahren Regionalliga nun geschafft zu haben, löste bei Neumann eine "pure Erleichterung" aus. "Der Verein hat es verdient, wieder in der 3. Liga zu sein. Kompliment an alle, die daran beteiligt waren." Und wie wird jetzt gefeiert? "Ich gebe den Partybefehl", sagte Schiele. "Die Jungs wollen die Stadt abreißen und haben sich bestimmt etwas einfallen lassen." Gefeiert werde nun die "ganze Woche", kündigte der 48-Jährige an.

Dem wollte Neumann nicht widersprechen: "Ich hoffe, dass wir morgen alle mit Schmerzen aufstehen. Denn dann war es eine super Nacht." Vorangehen will bei den Feierlichkeiten vor allem einer: Peter Kurzweg. Nicht nur, weil der 32-Jährige der Kapitän ist, sondern weil es das letztes Spiel seiner Karriere war. "Besser geht es nicht. Hier bin ich Profi geworden, hier beendete ich meine Karriere. Bin gerade der glücklichste Mensch auf der Welt", strahlte Kurzweg. Es dürfte eine lange Partynacht in Würzburg werden.

   

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