"Wird Veränderungen geben": RWE will neuen Anlauf nehmen
Der Traum vom Aufstieg hat sich für Rot-Weiss Essen nicht erfüllt, in der kommenden Saison soll ein neuer Anlauf genommen werden. Auf eine Kampfansage verzichtete Trainer Uwe Koschinat nach der Relegation aber, zumal es im Kader zu Veränderungen kommen werde.
"Viel Stolz gespürt"
Groß war sie, die Trauer bei den Spielern und Fans von Rot-Weiss Essen nach der 0:2-Niederlage im Rückspiel der Relegation bei der SpVgg Greuther Fürth. Bei Trainer Uwe Koschinat sah die Gefühlswelt dagegen etwas anders aus: "Ich habe damit gerechnet, dass ausschließlich Trauer in mir herrscht. Aber ich habe direkt nach dem Spiel viel Stolz gespürt", sagte der 60-Jährige bei der Pressekonferenz nach der Partie.
Auch wenn es "wahnsinnig weh tut, können wir erhobenen Hauptes aus der Relegation gehen", betonte Koschinat, der RWE auf einem "tollen Weg" sieht und festhielt, dass der Klub in der abgelaufenen Saison eine neue Ebene erreicht habe. Schließlich sei die Spielzeit nicht immer nur erfolgreich gewesen, vielmehr habe Essen gegen Widerstände ankämpfen müssen und oft "auf die Fresse" bekommen. "Und das häufig auch zurecht. Aber wir sind immer wieder zurückgekommen."
Er habe der Mannschaft nach der Partie gesagt, dass diese Saison nur ein Schritt gewesen sei, der aber die richtige Richtung vorgegeben habe. "Jetzt müssen wir genau in diese Richtung weiterlaufen." Ab jetzt beginne "ein neuer Anlauf". Fürth-Coach Heiko Vogel vertrat zwar die Auffassung, dass RWE in der kommenden Saison die Relegation für den Aufstieg nicht mehr benötigen werde, doch aus Koschinats Sicht ist es für eine konkrete Zielsetzung oder gar eine Kampfansage noch zu früh. "Das will jetzt auch keiner hören." Zunächst gehe es darum, die Saison gut zu analysieren, "und dass wir uns gemeinsam das Ziel setzen, einer guten Saison eine nächste gute oder möglicherweise eine überragende folgen zu lassen".
Erst 15 Spieler unter Vertrag
Dass der RWE-Coach mit Blick auf das Ziel für die kommende Spielzeit noch nicht in die Offensive gehen will, hängt auch damit zusammen, dass der Kader noch nicht vollständig ist. Derzeit stehen erst 16 Spieler für die kommende Saison unter Vertrag, bei gleich 15 Akteuren läuft das Arbeitspapier zum 30. Juni aus – darunter bei Torben Müsel, Kaito Mizuta und Kapitän Michael Schultz. "Es wird Veränderungen geben", kündigte Koschinat an.
"Ich habe keine Ahnung, wer sich zu Rot-Weiß-Essen bekennt und möglicherweise auch Begehrlichkeiten geweckt hat." Denn nicht zuletzt die Relegationsspiele hätten gezeigt, "dass bei uns ein paar Jungs rumlaufen, die auch echt was können". Daher sei es falsch, jetzt schon ein Ziel auszurufen. "Aber was der Klub in den letzten anderthalb Jahren bewegt hat und in welche Richtung er gegangen ist, das sollten wir weiter verfolgen." RWE sei eine "sehr interessante Adresse" für junge Spieler geworden.
Zwar habe sich die Kaderzusammenstellung durch die erst jetzt vorherrschende Planungssicherheit für die neue Spielzeit verzögert, "aber das ist durch die WM überhaupt kein Problem, weil wir genug Zeit haben", so Koschinat, dessen Energielevel trotz des verpassten Aufstiegs weiterhin hoch sei. "Ich habe die Relegation als etwas Positives gesehen, weil wir ja etwas zu gewinnen hatten. Deswegen ist alles in Ordnung." Zwar sei er traurig, "und natürlich kotzt mich das an, denn ich wäre gerne wieder Zweitliga-Trainer gewesen. Aber ich finde trotzdem, mit der Leistung können wir auch ein Stück weit stolz nach Hause fahren."