"Kann schon mal Tränen haben": Wie Meppen den Aufstieg erlebte
Nach nur drei Jahren ist der SV Meppen zurück in der 3. Liga – und feierte den Aufstieg am Samstag ausgelassen. Jedoch anders als erwartet.
Erst der Schock, dann die Party
Alles war angerichtet. Im Heimspiel gegen den Bremer SV stand es um kurz vor 16 Uhr 2:2, und es waren nur noch wenige Sekunden zu spielen. Da das Remis für den Aufstieg reicht, machten sich die ersten Fans schon für den Platzsturm bereit. Was soll schon schiefgehen, schließlich waren die Emsländer seit 18 Spielen ungeschlagen. Doch dann der große Schock: Mit dem letzten Angriff trafen die Bremer in der Nachspielzeit zum 3:2 und spielten damit den Partycrasher. Statt einer ausgelassenen Feier auf dem Rasen herrschte Entsetzen – wohlwissend, dass der Aufstieg nicht aufgehoben, sondern lediglich aufgeschoben war.
Und weil der VfB Oldenburg erst am Abend spielte, blieben die Mannschaft und einige Fans im Stadion. "Ein großer Teil war noch in der Kabine, und wir haben vereinbart: Wenn es irgendwie spannend wird, treffen wir uns wieder", berichtet Trainer Lucas Beniermann in der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Und spannend wurde es in der Tat. Denn zunächst ging der VfB im Heimspiel gegen Weiche Flensburg in Führung, sodass sich die Feierlichkeiten erneut zu verschieben drohten. Doch dann drehte der SC die Partie und brachte den Sieg tatsächlich ins Ziel.
Als diese Nachricht in der Hänsch-Arena um kurz vor 20 Uhr die Runde machte, gab es kein Halten mehr. Sofort rannten die Spieler aus der Kabine und feierten mit den Fans. "Wir waren gerade auf der Süd beim Ende des Spiels, da waren auch noch zahlreiche Fans. Wir hatten einen richtig guten Moment", so Biermann.
"Feuer frei! Alles ist erlaubt"
Trotz der eigenen Niederlage am Nachmittag wenige Stunden später aufgestiegen zu sein, war zwar etwas skurril, änderte aber nichts daran, dass der Aufstieg hochverdient war. Schließlich stellt der SVM sowohl die beste Offensive (97 Tore) als auch die beste Defensive (nur 32 Gegentore). "Ich kann schon mal Tränen haben", gestand Biermann ein. Auch die Niederlage war schon längst abgehakt: "Wir sind uns alle einig, dass wir jetzt komplett – auf gut Deutsch gesagt – drauf scheißen können. Wir haben es geregelt, wir spielen eine überragende Saison und sind jetzt am 32. Spieltag Meister." Daher gab Biermann den Feierbefehl: "Feuer frei! Alles ist erlaubt." Auch das ursprünglich für Sonntag geplante Training wurde kurzerhand abgesagt.