"Möchtegern Franzosen": Spruch bei RWE sorgt für Diskussionen
Durch den 2:1-Sieg in Essen hat der 1. FC Saarbrücken den Klassenerhalt so gut wie sicher, entsprechend gut gelaunt waren die Blau-Schwarzen nach Spielende. Für Wirbel sorgte allerdings ein Spruch von Einpeitscher Christian Ruthenbeck, der die Saarländer kurz vor Anpfiff über das Stadionmikrofon als "Möchtegern Franzosen" bezeichnete.
FCS-Fans reagieren mit "Ost-Frankreich"-Gesängen
Immer, wenn es im Stadion an der Hafenstraße etwas durchzusagen gibt, etwa Auswechslungen oder einen neuen Spielstand, dann übernimmt Walter Ruege diesen Job. Bereits seit 47 Jahren ist Ruege die Stimme bei RWE. Doch kurz vor Anpfiff übernimmt stets Christian Ruthenbeck das Mikrofon. Das frühere Aufsichtsratsmitglied der Essener fungiert als eine Art Einpeitscher und verliest auch die Aufstellung. So auch am Sonntag vor der Partie gegen den 1. FC Saarbrücken.
"Heute zählt nur eines: Drei Punkte gegen die Möchtegern Franzosen", ließ er über das Mikrofon verlauten. Während bei den RWE-Fans anschließend lauter Jubel aufkam, antworteten die mitgereisten Saarbrücker Anhänger mit "Ost-, Ost-, Ost-Frankreich"-Gesängen – und nahmen den Spruch augenscheinlich mit Humor.
Journalist übt Kritik
Doch nicht bei allen Saarbrückern kam die Bezeichnung in Anspielung auf die Lage des Saarlands gut an. Auf der Pressekonferenz nach der Partie machte Journalist Dominique Rossi, der für das Saarbrücker Wochenmagazin "Forum" tätig ist, im "Namen des Verbandes deutscher Sportjournalisten" auf den Spruch aufmerksam: "Mich würde interessieren, wie Sie das aufnehmen. Vielleicht geben Sie das an Vereinsverantwortliche weiter. Ich finde das sehr unangebracht und wenig gastfreundlich. Das bin ich von Essen eigentlich nicht gewohnt."
Die Frage war an Ruege adressiert, der sichtlich überrascht reagierte und antwortete: "Ich bin gar nicht darüber informiert, aber wir werden das natürlich weiterverfolgen." Schon bei früheren Spielen war Ruthenbeck mit teils despektierlichen Bezeichnungen über die Gäste aufgefallen.