Wird der Kader nicht voll? Energie mit Personalsorgen vor Spiel in Köln
Nach seinem verbalen Rundumschlag vor der Partie gegen Rot-Weiss Essen und dem anschließenden Medienboykott stand Energie-Coach Claus-Dieter Wollitz am Freitag bei der Spieltags-Pressekonferenz wieder wie gewohnt – dieses Mal ganz ohne Nebenschauplätze – Rede und Antwort. Und ließ dabei Personalsorgen durchblicken.
Mehrere Ausfälle drohen
Durch die irrwitzige Aufholjagd beim Heimspiel gegen Rot-Weiss Essen – 5:3 nach 1:3 – hat Energie Cottbus alle Chancen im Rennen um die 2. Liga gewahrt und diese auch weiterhin in eigener Hand. Damit das so bleibt, sollen auch am Sonntag bei Viktoria Köln wieder drei Punkte her. Welches Personal dafür zur Verfügung steht, sei allerdings noch "nicht seriös einzuschätzen", sagte Trainer Claus-Dieter Wollitz am Freitag. Gleich mehrere Spieler würden demnach über Probleme an den Adduktoren, dem Schambein und der Muskulatur klagen – und das teilweise schon seit Wochen. Namentlich führte der Energie-Coach Leon Guwara, Justin Butler, Axel Borgmann, Dominik Pelivan, Ted Tattermusch, Jannis Boziaris und Mladen Cvjetinovic an.
Daher sei das Training inzwischen "auf ein Minimum" heruntergefahren worden, "weniger geht nicht", so Wollitz. Als Auslöser für die Probleme nannte der 60-Jährige unter anderem die schlechten Trainingsbedingungen, die hohe Belastung in dieser Saison und die weiten Fahrten zu den Auswärtsspielen. Es müsse nun abgewogen werden, bei wem ein Einsatz möglich ist. "Ich weiß nicht, ob wir den Kader vollbekommen", machte Wollitz klar. Sicher ausfallen wird Timmy Thiele (krank), dagegen ist Can Moustafa trotz eines Nasenbeinbruchs – zugezogen bei einem laut liga3-online.de-Experte Babak Rafati elfmeterreifen Foul gegen Rot-Weiss Essen – dank einer Spezialmaske einsatzbereit.
Großes Lob an die Fans
Trotz einer womöglich längeren Ausfallliste sieht Wollitz sein Team für "eine der interessantesten Aufgaben" der Saison gerüstet. Es benötige vor allem "Überzeugung", um bei der Viktoria bestehen zu können. Zumal die Höhenberger befreit aufspielen können und eine "außergewöhnliche" Serie hingelegt hätten. Darüber hinaus setzt Wollitz auf seine Joker, die gegen Essen allesamt gezündet haben, und die Fans.
Den Anhängern schrieb er einen "großen Anteil" an der Erfolgsserie der letzten Jahre zu, zumal es sich um einen ehrlichen Support handele und keine Modeerscheinung sei. "Das kann man mit Werbung nicht bezahlen, was die Fans gegen Essen geleistet haben. Das geht in die Geschichte ein", sagte Wollitz und sprach von einem "Top1-Spiel". "Mehr Respekt und mehr Anerkennung kann man nicht geben." Dass drei der letzten vier Spiele auswärts stattfinden, spielt für Wollitz keine Rolle. Denn ohnehin zählen in dieser Saisonphase nur Siege. Auch in Köln sollen wieder drei Punkte her, um dem Aufstieg ein weiteres Stück näher zu kommen. Schon jetzt hat Energie mehr Zähler auf dem Konto (63) als in der letzten Saison (62) und spielt damit seine erfolgreichste Drittliga-Spielzeit. Ob diese mit dem Aufstieg gekrönt wird, entscheidet sich in den kommenden drei bis vier Wochen.