Erneut nach nur einem Jahr: Havelse steigt in die Regionalliga ab

Nach dem 1. FC Schweinfurt und dem FC Erzgebirge Aue steht der TSV Havelse als dritter Absteiger in die Regionalliga fest. Nach der 0:4-Niederlage beim SC Verl am Samstagnachmittag weisen die Niedersachsen vor den letzten beiden Spieltagen weiterhin einen Rückstand von acht Punkten zu Platz 16 auf, was nicht mehr einzuholen ist. Für den TSV geht es damit erneut nach nur einem Jahr wieder runter.

Schwacher Saisonstart

Fünf Jahre ist es her, dass der TSV Havelse erstmals in die 3. Liga aufgestiegen war. Doch nach nur 23 Punkten aus 38 Spielen ging es für die Niedersachsen direkt wieder runter. Dass nur zwei Spielzeiten später der Wiederaufstieg gelang, war durchaus bemerkenswert. Schließlich setzte sich der Klub aus dem Hannoveraner Vorort Garbsen unter anderem gegen Vereine wie den SV Meppen und den VfB Oldenburg sowie in den Aufstiegsspielen gegen Nordost-Meister Lok Leipzig durch.

Im zweiten Drittliga-Jahr sollte alles besser werden, jedoch blieben die Rot-Weißen an den ersten 14 Spieltagen sieglos, was es in der Geschichte der 3. Liga noch nie gegeben hatte. Entsprechend stand der TSV bis auf eine Ausnahme an allen Spieltagen unter dem Strich und war dreimal sogar Schlusslicht. Erst Mitte November gelang der erste Sieg, bis zur Winterpause folgte aber nur noch ein weiterer, sodass der Klassenerhalt schon zum Ende der Hinrunde angesichts von neun Punkten Rückstand auf das rettende Ufer in weiter Ferne war. Mit zwei Siegen aus den ersten drei Partien der Rückrunde schöpfte Havelse zwar nochmal Hoffnung, ließ anschließend aber wieder eine Phase von fünf Niederlagen aus sechs Partien folgen.

Schießbude der Liga

Erst, als die Lage längst hoffnungslos war, raffte sich der TSV in den letzten Wochen nochmal auf, robbte sich nochmal näher ans rettende Ufer heran – und bewies eine bemerkenswerte Mentalität, wie zuletzt beim Last-Minute-Sieg gegen Stuttgart II. Insgesamt holte Havelse 16 seiner 32 Punkte nach Rückständen. Letztlich kam die Aufholjagd jedoch zu spät, zudem wog die Hypothek des schwachen Saisonstarts zu schwer.

Rechnet man diesen heraus und berücksichtigt nur die Ergebnisse seit dem 15. Spieltag, belegt der TSV mit 27 Punkten aus 22 Partien Platz 12. Der Punkteschnitt von 1,23 hätte hochgerechnet auf 38 Spieltage wahrscheinlich zum Klassenerhalt gereicht. Auch die 52 erzielten Tore – klarer Bestwert aller vier Teams unter dem Strich – wären womöglich ausreichend gewesen, wenn da nicht die schwache Defensive gewesen wäre. So musste die Mannschaft von Trainer Samir Ferchichi die meisten Gegentore aller Klubs hinnehmen (81).

Nord-Aufsteiger wieder direkt runter

Mit dem Abstieg der Havelser setzt sich auch der Fluch der Aufsteiger aus der Regionalliga Nord fort, schließlich mussten schon die letzten fünf Meister der Nord-Staffel allesamt direkt wieder runter. Lübeck (2021 und 2024) und nun auch Havelse erwischte es sogar jeweils zweimal, hinzukommen Oldenburg (2023) und Hannover II (2025). Der letzte Nord-Aufsteiger, der nicht sofort wieder in die Regionalliga musste, war der SV Meppen in der Saison 2017/18, der nun zurück in der 3. Liga ist.

Ob der direkte Wiederaufstieg realistisch ist, erscheint ungewiss. Zumal der Meister der Nord-Staffel in der kommenden Saison nicht direkt aufsteigt. Mittelfristig soll es aber zurück in den Profifußball gehen, schließlich hat sich der TSV für 2030 das ehrgeizige Ziel gesetzt, nach fast 40 Jahren in die 2. Bundesliga zurückzukehren. Bis dahin soll dann auch das heimische Wilhelm-Langrehr-Stadion ausgebaut sein, um nicht wieder wie in den beiden bisherigen Drittliga-Spielzeiten nach Hannover ausweichen zu müssen.

   

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