"Werden nichts herschenken": Dabrowski weiter kämpferisch

Nach zuletzt vier Niederlagen am Stück und aktuell schon acht Zählern Rückstand auf das rettende Ufer wird der erstmalige Regionalliga-Abstieg von Erzgebirge Aue immer wahrscheinlicher. Dennoch machte Trainer Christoph Dabrowski vor der Partie gegen Rot-Weiss Essen (Samstag, 14 Uhr) deutlich, dass weder er, noch die Mannschaft in den verbleibenden Partien irgendetwas herschenken wollen.  

"Es liegt nicht daran, dass die nicht wollen"

Die Frustration war groß, nachdem die Sachsen in der Vorwoche erneut eine Niederlage kassierten – und das bei einem Gegner, der für die Auer als direkter Konkurrent galt. "Ich finde, nach so einem Spiel muss man auch den Freilauf bekommen, die Enttäuschung zum Ausdruck zu bringen", erklärte Trainer Christoph Dabrowski bei der Spieltags-Pressekonferenz am Donnerstag. Dies habe aber überhaupt nicht damit zutun, dass er als Coach weiterhin vorweg gehe und weiterhin die Überzeugung habe, nichts herschenken zu wollen. Denn grundsätzlich habe er ein "offenes Spiel" gesehen, in dem sein Team insbesondere im zweiten Spielabschnitt gezeigt habe, welche "Comeback-Qualitäten" sie hat. "Die Mannschaft war in der Lage Impulse zu setzen und zurück zu kommen, und man hat auch gesehen, dass wir in der Lage waren, das Spiel komplett zu drehen. Das habe ich den Jungs natürlich mitgegeben", hob der Trainer das Positive hervor.

Dass am Ende trotzdem eine Niederlage stand, machte er vor allem an der Phase zwischen der 25. und 45. Minute fest: "Die Mannschaft hatte nach dem zweiten Gegentor schon einen Rucksack auf. Das hat natürlich auch was mit dem mentalen Zustand zutun", stelle Dabrowski fest und betonte, dass dies nichts mit der Einstellung der Spieler zu tun habe. "Es liegt nicht daran, dass die nicht wollen. Die Laufdaten und Sprints, das ist alles in Ordnung", erklärte er. Um der "mentalen Herausforderung" entgegen zu wirken, sei es wichtig "nicht mit zusätzlichem Druck, sondern mit Bestärkung, Überzeugung und Vertrauen" zu arbeiten, damit eine gewisse Leichtigkeit auch im Kopf entsteht. Zudem hätten dafür unter der Woche auch viele Gespräche stattgefunden. "Wir haben versucht in die Gedankenwelt und die Köpfe hereinzukommen, um herauszufinden, was die Spieler eventuell noch benötigen."

Rückkehr für Dabrowski

Die Partie gegen Essen ist aber nicht zur sportlich eine echte Herausforderung. Für Aue-Coach Dabrowski ist es auch eine Rückkehr an alte Wirkungsstätte: "Ich bin gespannt, was für ein Gefühl entsteht, wenn ich im Stadion stehe, aber natürlich habe ich positive Gefühle und Erinnerungen an die Zeit in Essen", so der 47-Jährige, der insgesamt zweieinhalb Jahre an der Hafenstraße aktiv war. "Ein Verein, der emotional und intensiv ist und mit dem ich mich natürlich auch identifizieren konnte. Das wird schon eine große Freude, da zu spielen, auch wenn es wahrscheinlich komisch sein wird, auf der anderen Seite zu sitzen", gestand er.

Trotz der Emotionalität ist das Ziel klar: Es soll endlich der erste Sieg im neuen Jahr eingefahren werden. Dafür sei es notwendig, "mehr zu laufen, mehr zu sprinten und mehr Intensität zu zeigen als der Gegner". Zudem wolle man sich die Erwartungshaltung im Stadion zu Nutze machen: "Für mich als Gegner ist das einfach eine geile Ausgangssituation, so ein Stadion ein Stück weit unruhig zu machen. Wenn wir so eine Situation kreieren können, sind wir auch in der Lage, Nadelstiche zu setzen und ein gutes Spiel abzuliefern", hofft der Trainer. Dabei muss der FCE erneut auf die angeschlagenen Anthony Barylla, Erik Majetschak und Finn Hetsch verzichten. Zudem steht hinter Vincent Ocansey ein Fragezeichen.

"Sind uns der Schwere der Lage bewusst"

Trotz sämtlicher Hoffnungen ist auch Dabrowski klar, dass selbst ein überraschender Erfolg in Essen nicht viel an der Ausgangssituation ändern würde. Dennoch betonte er: "Natürlich haben wir den Realismus, den das Punktesystem in der Tabelle deutlich macht. Wir sind uns der Schwere der Lage bewusst, aber wir wissen auch, dass wir da ein gutes Spiel abliefern können. Wir werden nichts herschenken", stellte der Trainer klar.

Zudem betonte er, dass er sich derzeit auch nicht mit etwaigen personellen Auswirkungen im Abstiegsfall auseinander setze. "Damit befasse ich mich nicht. Ich bewege die Mannschaft aktuell jedes Spiel dahin, dass wir einen Sieg holen. Darin liegt der volle Fokus und die volle Aufgabe."

   

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