Siege für Hansa, Essen, Aachen und den FCS – MSV nur Remis

Der MSV Duisburg strauchelt im Aufstiegskampf ein weiteres Mal. Beim FC Ingolstadt kamen die Zebras nicht über ein 0:0 hinaus. Das nutzten Hansa Rostock (3:1 gegen TSV Havelse) und Rot-Weiß Essen (1:0 gegen Mannheim), die näher an Platz drei heranrückten. Der RWE-Sieg wurde durch einen Böllerwurf samt langer Spielunterbrechung überschattet. Im Abstiegskampf feierten der 1. FC Saarbrücken (2:0 gegen Wiesbaden) und Alemannia Aachen (1:0 gegen Schweinfurt) wichtige Siege. 

Essen 1:0 Mannheim: Böllerwurf überschattet Janssens Geniestreich

Beide Mannschaften suchten direkt den Weg nach vorne und wurden zunächst nach ruhenden Bällen gefährlich. Eine Waldhof-Ecke köpfte Boyd zu Abifade, der aber zu überrascht war, um das Spielgerät auf den Kasten zu bringen (8.). Auf der anderen Seite verlängerte Rios Alonso einen langen Einwurf von Brumme per Kopf, und am zweiten Pfosten verpasste Schultz nur um Zentimeter (10.). Kurz darauf setzte Mizuta einen Distanzschuss knapp neben den rechten Pfosten (14.). Die ganz klaren Chancen ließen aber auf sich warten. Bis zur 31. Minute, als Janssen einen langen Ball stark mitnahm, an Hoffmann vorbeiging und zum 1:0 vollendete. Eine verdiente Führung, die Essen in die Pause mitnahm.

Nach dem Seitenwechsel hätte Janssen beinahe sein zweites Tor markiert, aber Nijhuis verhinderte mit einer Glanzparade den Einschlag (53.). Wenige Sekunden später ein Schockmoment: nach einem lauten Knall ging RWE-Torhüter Wienand zu Boden und hielt sich die Ohren. Ein Böller war neben ihm explodiert. Das Spiel wurde direkt unterbrochen. Nach einigen Minuten beorderte der Schiedsrichter beide Teams in die Kabinen. Wienand konnte nicht weiterspielen und musste sogar ins Krankenhaus gebracht werden. Nach etwa 45-minütiger Unterbrechung wurde das Spiel mit der Einwechslung von Ersatzmann Casali fortgesetzt.

Nur wenige Minuten nach dem Wiederbeginn traf Boyd seinen Gegenspieler Hoffmann im Kampf um einen hohen Ball unglücklich mit der Sohle im Gesicht. Schiedsrichter Kernchen zeigte ihm umgehend die Rote Karte (63.). Aber auch in Überzahl wollte das zweite Tor nicht fallen. Brumme zirkelte einen Freistoß aus 22 Metern in Richtung Kreuzeck, aber Nijhuis machte sich lang und fischte den Ball aus dem Winkel (70.). Waldhof steckte aber nicht auf: der aufgerückte Hoffmann schoss in die Arme von Casali (79.). Am Ende brachte RWE die knappe Führung über die Zeit und rückte als neuer Tabellenfünfter auf zwei Zähler an den MSV Duisburg heran. Mannheim bleibt sieben Punkte dahinter auf Platz neun.

Ingolstadt 0:0 Duisburg: MSV lässt wieder Punkte liegen

Den ersten Abschluss der Partie verbuchte der FCI durch Deichmann, der einen Fallrückzieher probierte, aber die Kugel nicht aufs Tor bringen konnte (6.). In der Folge war das Geschehen auf dem Platz geprägt durch Zweikämpfe und schnelle Ballverluste. In der 22. Minute trat Sussek auf der linken Seite mit viel Tempo an, seine flache Hereingabe landete bei Symalla, dessen Schuss von Christensen geblockt wurde. Es dauerte bis zur 41. Minute, ehe MSV-Torwart Braune das erste Mal eingreifen musste. Deichmann nahm eine Flanke von Christensen am zweiten Pfosten ab und zwang den Schlussmann zu einer Faustabwehr. Das torlose Remis ging zur Halbzeit in Ordnung.

Nach Wiederanpfiff wurde auf beiden Seiten zielstrebiger nach vorne gespielt. Derweil breitete sich der Nebel über dem Spielfeld aus und wurde immer dichter. In der 57. Minute prüfte Krüger Eisele, der jedoch auf dem Posten war. Auf der Gegenseite verzog Lobinger aus spitzem Winkel (63.). Fünf Minuten später forderte der MSV nach einem Schubser an Krüger einen Strafstoß, doch die Pfeife von Schiedsrichter blieb stumm. In der Schlussphase war Ingolstadt dem Tor näher. Erst scheiterte Costly an Braune, dann traf Plath nach einer feinen Einzelaktion nur den Querbalken (86.). Das Unentschieden dürfte vor allem den MSV ärgern, der nur noch zwei Punkte vor dem Tabellenvierten Hansa Rostock liegt. Ingolstadt bleibt auf Platz elf mit 37 Zählern fernab von Gut und Böse.

Havelse 1:3 Rostock: Krauß-Solo für die Entscheidung

Der Tabellenvorletzte versteckte sich nicht und verzeichnete in der Heinz von Heiden Arena vor über 4.000 mitgereisten Hansa-Fans den ersten Abschluss durch Müller, der das Außennetz traf (5.). Im direkten Gegenzug hatte Bergh die Riesenchance zur Führung auf den Fuß, zog aber einen Abpraller von Torwart Quindt über das leere Tor. Besser machte es Holten in der 17. Minute, der eine Flanke von Wallner mustergültig einköpfte. Der TSV reagierte durch Düker, der den Ball wieder nur an das Außennetz schoss (20.). Zwingender waren aber die Rostocker, die durch Hummel die nächste Chance hatten, die Quindt mit einer klasse Parade aus dem Winkel kratzte (23.). Nach einer halben Stunde war der Havelse-Keeper aber machtlos, als Belkahia das Leder nach einem schnell ausgeführten Freistoß ins eigene Tor beförderte (30.). Havelse gab sich nicht auf und schaffte nur zwei Zeigerumdrehungen später den Anschluss durch Düker, der einen Abpraller zum 1:2 nutzte. Kurz vor der Pause setzte sich Harenbrock trickreich gegen Kolgeci durch, aber platzierte den Schuss dann direkt auf Quindt (43.). Die Rostocker Halbzeitführung war verdient, aber knapp.

Nach dem Seitenwechsel blieb Rostock wieder die tonangebende Mannschaft. In der 57. Minute dribbelte sich Krauß in den Strafraum und steckte durch für Holten, der an Quindt scheiterte (57.). Das Spiel war in der zweiten Halbzeit zerfahrener, dennoch sorgte Hansa für die Entscheidung. Nach einer Havelse-Ecke fuhren die Gäste einen Konter über Bergh, der Krauß mit einem Diagonalball auf die Reise schickte, der sich im Laufduell durchsetzte und das 3:1 erzielte (72.). In der 81. Minute hätte Krauß noch weiter erhöhen können, doch aus spitzem Winkel verpasste er das leere Tor. Rostock verkürzte durch den zweiten Sieg in Folge den Rückstand auf den dritten Platz auf zwei Punkte, während Havelse weiter Vorletzter bleibt, zwölf Punkte hinter dem rettenden Ufer.

Saarbrücken 2:0 Wiesbaden: FCS macht den nächsten Schritt

Saarbrücken übernahm von Beginn an die Initiative, kam aber anfangs nicht gefährlich vor das Tor, weil Wiesbaden kompakt verteidigte. In der 10. Minute zog Bretschneider aus spitzem Winkel ab, aber Brdar war zur Stelle. Weitere Möglichkeiten blieben in der zweikampfbetonten Begegnung zunächst aus. Folgerichtig sorgte ein Standard für das erste Tor. Pick schlug eine Ecke flach auf den ersten Pfosten, wo Wilhelm den Ball abfälschte und Multhaup unmittelbar vor der Linie nur noch den Fuß reinhalten musste (30.). Wenig später kam es für die Gäste noch dicker: May rauschte mit gestrecktem Bein in Baumann hinein und wurde mit glatt Rot vom Platz geschickt (38.). Vor der Pause traf Baumann nach einer Rizzuto-Flanke den Pfosten, aber der Stürmer stand ohnehin im Abseits (41.).

Im zweiten Durchgang drückte Saarbrücken in Überzahl weiter. Erst kam Baumann bei seinem Schussversuch zu sehr in Rücklage (49.), dann zielte Multhaup knapp drüber (59.). Beide Gelegenheiten hatte der omnipräsente Pick vorbereitet. In der 66. Minute suchte er nach starkem Dribbling selbst den Abschluss, scheiterte jedoch an Brdar. Wenige Augenblicke später schoss Multhaup an den Pfosten. Erst in der 80. Minute machte Bretschneider den Deckel drauf, indem nach eigener Balleroberung aus 20 Metern abzog und Brdar mit seinem wuchtigen Schuss keine Chance ließ (80.). Durch den Sieg vergrößerte der FCS den Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz auf acht Punkte. Wiesbaden erlitt auswärts erneut einen Rückschlag und bleibt vier Zähler hinter Platz drei.

Aachen 1:0 Schweinfurt: Lebensversicherung Gindorf schlägt zu

Der Gastgeber hatte die erste Chance durch Schroers, der nach einer frühen Balleroberung von Oehmichen in Szene gesetzt wurde und die Kugel rechts am Pfosten vorbeisetzte (5.). Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Aachener in Führung gehen würden. In der 13. Minute war es schon soweit: Gindorf setzte nach, holte sich den Ball, spielte einen Doppelpass mit Nadjombe und markierte sein 18. Saisontor. Schweinfurt hätte beinahe postwendend geantwortet, doch Wintzheimer wurde beim Abschluss gestört und traf deshalb den Ball nicht richtig (16.). Das Reklamieren der Gäste blieb aber erfolglos. Ansonsten hatte Aachen aber das Spiel vollkommen im Griff. In der 26. und 28. Minute scheiterte Schroers jeweils an FCS-Torwart Stahl. Nach einem Eckball bugsierte Geis das Spielgerät beinahe in das eigene Tor (39.). Es blieb bei der knappen Führung zur Pause.

In der zweiten Halbzeit vergab Aachen eine weitere Chance durch Schroers, der den Ball an Stahl vorbei spitzelte, aber Meißner rettete noch vor der Linie (58.). In der 67. Minute forderten die Hausherren einen Elfmeter nach einem Handspiel, doch Schiedsrichter Grund winkte ab. Die Alemannia drückte auf das zweite Tor, verpasste aber die letzte Konsequenz. Etwa in der 75. Minute, als Oehmichen an der Strafraumgrenze zu lange brauchte, wodurch Meißner seinen Schuss abfälschen konnte. Weitere Möglichkeiten ließen Schroers (85.)., Castelle (90.+3) und Elekwa (90.+4) liegen. Am Ende reichte es aber zum knappen Sieg für die Aachener, die auf Platz 13 kletterten und nun elf Punkte vor den Abstiegsplätzen liegen. Schweinfurt bleibt abgeschlagen Letzter.

 

   

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