Dank Boyd-Doppelpack: Waldhof dreht Spiel gegen Aachen
Im ersten Sonntagsspiel des 26. Spieltages hat sich der SV Waldhof Mannheim mit 2:1 gegen Alemannia Aachen durchgesetzt. In einer höchst unterhaltsamen Partie brachte Schroers die Gäste früh in Führung, ehe der eingewechselte Boyd die Partie im zweiten Spielabschnitt zugunsten der Hausherren drehte. Dabei musste Aachen in der zweiten Halbzeit auf Trainer Mersad Selimbegovic verzichten. Der Coach sah ebenso wie Waldhofs Sport-Geschäftsführer Gerhard Zuber in den Katakomben die Rote Karte.
Schroers belohnt Alemannia
Die Hausherren blieben zuletzt zweimal sieglos, dementsprechend sah Waldhof-Coach Luc Holtz nach der 1:3-Niederlage beim VfB Stuttgart II gleich auf sechs Positionen den Bedarf etwas zu ändern: Für Rieckmann, Abifade, Thalhammer, Michel, Asallari und Thill begannen Klünter, Hoffmann, Diakhaby, Sietan, Mendes und Masca. Auf der Gegenseite gab es bei den in der Liga seit fünf Spielen ungeschlagenen Aachenern trotz des Landespokal-Aus unter der Woche wenig Grund für Veränderungen im Vergleich zum vorherigen 3:1-Erfolg über den SC Verl. Lediglich der angeschlagene Pseftis und der gelbgesperrte Ademi rückten für Riemann und Wiebe aus der Startelf.
Nach einem flotten Spielbeginn war Letzterer auch gleich an der ersten gefährlichen Toraktion der Gäste beteiligt. Einen zu kurz geklärten Eckball brachte Loune zurück in den Strafraum, wo eben jener Wiebe auf Schroers verlängerte. Der Angreifer schob den Ball an SVW-Keeper Nijhuis vorbei, wo der heranrauschende Hoffmann lediglich ins eigene Tor abfälschen konnte (10.). Die Gästeführung tat dem Spielgeschehen keinen Abbruch. Beide Mannschaften agierten weiterhin offensiv, auch wenn klare Tormöglichkeiten ausblieben. Wenn es gefährlich wurde, dann häufig durch Abschlüsse aus der zweiten Reihe. Auf Seiten der Aachener setzte Wiebe seinen Volleyschuss aber knapp neben den linken Pfosten (33.). Im Gegenzug rauschte dann auch Diakhabys Abschluss von der Strafraumkante etwas deutlicher neben den Kasten.
Die Hausherren blieben aber dran und hatten nur fünf Zeigerumdrehungen später erneut die große Chance zum Ausgleich: Nach einer Ecke knallte Ogbemudia den Ball aus sechs Metern aber über das Tor. Das Raunen auf den Tribünen war noch nicht verhallt, da brachte ein schwerer Patzer der Mannheimer Hintermannschaft beinahe den zweiten Treffer für die Alemannia. Nach einem Stockfehler schaltete Nadjombe allerdings zu langsam (40.), sodass die Waldhöfer umgehend wieder ins Umschaltspiel gehen konnten. Der daraus resultierende Abschluss Lohkempers aus zehn Metern war für Riemann aber kein Problem, sodass es mit der knappen Gästeführung in die Halbzeit ging. Daran änderte auch die undurchsichtige Rudelbildung nach Abpfiff nichts, die Schiedsrichter Eckermann zunächst mit drei gelben Karten gegen Bagkalianis, Gaudino und Mendes quittierte.
Boyd dreht Partie im Alleingang
Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts fehlten sowohl Mannheims Geschäftsführer Gerhard Zuber als auch Aachens Trainer Mersad Selimbegovic auf den Bänken. Beide sahen noch in den Katakomben die Rote Karte aufgrund der Rudelbildung vor der Pause. Sportlich starteten die Hausherren mit zwei personellen Wechseln: Bierschenk und Abifade ersetzten Masca und Mendes und sollten neuen Schwung bringen – mit Erfolg: Nur sechs Minuten nach Wiederanpfiff setzte Abifade den kurz vor der Halbzeit ebenfalls eingewechselten Boyd im Strafraum in Szene, der sich den Ball selbst vorlegte und trocken zum Ausgleich traf. Der 35-Jährige war jetzt richtig on Fire und drehte die Partie wiederum nur fünf Minuten später im Alleingang: Nach einer Ferati-Flanke köpfte Boyd ins lange Eck und netzte zum 2:1 ein.
Die Hausherren hatten nun klar Oberwasser, doch die Alemannia hatte beinahe aus dem Nichts die große Möglichkeit zum Ausgleich: Einen Freistoß aus 20 Metern drosch Gindorf aber nur die die Latte (63.). Die Partie beruhigte sich nun zusehends, doch beide Mannschaften blieben gefährlich. Insbesondere der Waldhof verpasste mehrfach die mögliche Vorentscheidung. Zunächst rauschte Boyd an der Abifades scharfer Hereingabe vorbei (71.), ehe Ogbemudia seinen Abschluss nach dessen tollem Solo knapp neben den Kasten setzte (78.). Die Schlussphase war angebrochen und es ging nun hin und her. Während Castelle, Sillah und Sulejmani auf Seiten der Aachener den Ausgleich verpassten, konnten auch die Hausherren bei ihren zahlreichen Kontern für keine Vorentscheidung sorgen, vielmehr vergaben sie in der Nachspielzeit kläglich vor dem leeren Tor, nachdem Riemann nach vorne geeilt war.
Dennoch blieb es beim knappen, aber aufgrund der zweiten Halbzeit auch verdienten Heimsieg des SV Waldhof, durch den die Mannheimer in die obere Tabellenhälfte auf den neunten Rang rutschen. Die Aachener hingegen gingen erstmals nach fünf Liga-Spielen wieder als Verlierer vom Platz, verpassen einen weiteren großen Schritt im Tabellenkeller und bleiben mit weiterhin acht Zählern Vorsprung auf die Abstiegsränge auf dem 14. Platz. Bereits am kommenden Mittwoch können die Schwarz-Gelben im Heimspiel gegen Tabellenschlusslicht Schweinfurt dann wieder in die Erfolgsspur zurückkehren, Mannheim ist zeitgleich bei Rot-Weiss Essen zu Gast.