"Ziemlich peinlich": Landespolitik reagiert auf Wollitz-Wutrede
Als "peinlich, abartig, bodenlos" hatte Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz am Donnerstag die fehlende Unterstützung der Landespolitik bezeichnet. Diese reagierte nun auf die Wutrede des 60-Jährigen – und lässt sie in einem anderen Licht erscheinen.
Anträge waren offenbar nicht vollständig
Auch wenn Wollitz zuletzt immer wieder das Gefühl hatte, Energie würde von der Landespolitik "links liegen gelassen" werden: Vernommen wurden die markigen Worte des Energie-Trainers in Potsdam sehr wohl. Allerdings sind diese auf Unverständnis gestoßen: "Mir erschließt sich nicht ganz, was Herr Wollitz damit bezwecken wollte. Das ist eigentlich auch von der Wortwahl her alles ziemlich peinlich. Ich glaube im Fußball sagt man zu sowas: Eigentor", sagt der stellvertretende Regierungssprecher Michael Schlick gegenüber dem "RBB".
Auslöser der Wutrede war die Tatsache, dass die bereits vor einem Jahr zugesicherten Fördermittel des Landes in Höhe von zwei Millionen Euro für die Sanierung des Stadions bislang nicht geflossen sind. Wollitz sieht die Landespolitik in der Verantwortung, doch wie das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg gegenüber dem Sender mitteilte, liegen die Antragsunterlagen erst seit dem 20. Februar vollständig vor. Zuvor hatte Energie offenbar nicht alle erforderlichen Unterlagen eingereicht. "Wenn Energie nicht in der Lage ist, so etwas vollständig abzugeben, dann fließen auch die Gelder so lange nicht", so Schick.
Die baufachlichen Prüfungen würden nun "mit höchster Priorität" laufen. Sobald es grünes Licht gibt, dürften die Gelder fließen. Ende Januar hatte das Land bereits die Bewilligung zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn erteilt, sodass die Arbeiten im Stadion bereits beginnen konnten. Unter anderem muss für die Lizenz zur 2. Liga am Flutlicht und den Auswechselbänken nachgebessert werden.
"… da schweigt man manchmal besser"
Neben der fehlenden Unterstützung der Politik hatte sich Wollitz am Donnerstag auch darüber echauffiert, dass Sportminister Steffen Freiberg bislang nicht im Stadion war. Dazu heißt es aus Potsdam, dass Besuche von Sportereignissen selbstverständlich seien, allerdings würden diesen in der Regel "freundliche Einladungen" vorausgehen. Offenbar hatte Energie diese bislang nicht ausgesprochen.
Auch, dass Ministerpräsident Dietmar Woidke am 31. Januar nicht bei der Feier zum 60. Vereinsjubiläum vor Ort war, hatte der Energie-Coach mit scharfen Worten kritisiert. Schlick macht diesbezüglich klar: "So ein Ministerpräsident kann sich ja nicht teilen. Ich weiß nicht, was er an dem Tag gemacht hat, bestimmt was ganz Wichtiges auch." Und in Richtung von Wollitz entgegnete er: "Ich denke, das ist ein ganz toller Trainer, aber von Sachen, von denen er keine Ahnung hat, da schweigt man manchmal besser."