Eklat und Unterbrechung bei Ostderby: Aue-Fans stürmen Platz
Beim brisanten Ostderby zwischen Erzgebirge Aue und Energie Cottbus (1:2) ist es am Sonntagnachmittag zu einem Eklat gekommen. Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit hatten rund 40 Aue-Fans den Platz gestürmt und damit für eine 15-minütige Spielunterbrechung gesorgt.
Energie-Fans provozieren mit Spruchband und Gesängen
50 Minuten waren im Erzgebirgsstadion gespielt, als die mitgereisten Energie-Fans ein provokantes Spruchband in Richtung der Auer Anhänger präsentierten: "Cottbus grüßt alle fahnenlosen Schachter auf der Suche nach ihrer Identität" stand auf dem Banner. Zudem skandierten sie: "Wo sind Eure Fahnen hin"? Eine Anspielung darauf, dass die aktive Fanszene des FC Erzgebirge im vergangenen November bei einem Überfall mehrere Zaunfahnen verloren hatte. Wer die Täter sind, konnte bislang nicht geklärt werden.

Nachdem das Spruchband gezeigt worden war, kam es zunächst im Pufferbereich zwischen Gäste- und Heimblock zu einigen Auseinandersetzungen, ehe rund 40 teilweise vermummte Auer Anhänger von der gegenüberliegenden Tribünenseite und der Gegengerade den Platz stürmten und in Richtung Gästeblock liefen. Weit kamen die Fans allerdings nicht, da sich die Polizei inzwischen vor dem Gästeblock positioniert hatte. Entsprechend traten die Aue-Fans den schnellen Rückzug an. Dabei detonierte ein Böller auf dem Rasen.
Benen schickt Mannschaften in die Kabine
Währenddessen schickte Schiedsrichter Lukas Benen die Mannschaften in die Kabinen. Bei den Hausherren blieben Kapitän Martin Männel und Marvin Stefaniak aber noch auf dem Platz, gingen in Richtung der Auer Fankurve und suchten dort das Gespräch mit den eigenen Anhängern, um diese zu beruhigen – mit Erfolg. Auch auf der Gegenseite blieb es anschließend ruhig, sodass sich auch die Polizei zurückziehen konnte. Stadionsprecher Mario Dörfler appellierte kurz danach an beide Fanlager, sich nicht gegenseitig zu provozieren.
Wenig später kehrten auch die Mannschaften zurück, nach 15-minütiger Unterbrechung konnte die Partie ab Minute 51:30 schließlich fortgesetzt werden. Zu weiteren Vorfällen kam es anschließend nicht. Das Derby war bereits im Vorfeld als Hochrisikospiel eingestuft worden, sodass ein Großaufgebot der Polizei vor Ort war. In einer Allgemeinverfügung des Erzgebirgskreises war zudem explizit vor einem Platzsturm gewarnt worden. Am Ende waren die Befürchtungen tatsächlich eingetreten. Beide Klubs müssen nun mit einer Geldstrafe des DFB rechnen.