Durch umstrittenen Elfmeter: 1860 besiegt Rostock mit 1:0
Im ersten Sonntagsspiel des 25. Spieltages feierte 1860 München einen 1:0-Sieg gegen Hansa Rostock. In einem sehr intensiv geführten Verfolgerduell sorgte ein umstrittener Elfmeter, den Löwen-Kapitän Jacobsen sicher verwandelte, für den Treffer des Tages. 1860 rückt damit bis auf einen Punkt an Rostock heran, das nun schon seit vier Spielen auf einen Sieg wartet und aktuell fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz hat.
Abnutzungskampf in Halbzeit eins
Löwen-Trainer Markus Kauczinski vertraute größtenteils der Startelf, die in der Vorwoche einen 5:0-Sieg gegen Havelse feiern konnte. Einzig Volland kehrte nach abgesessener Gelbsperre für Hobsch in die Startelf zurück. Gegenüber Daniel Brinkmann nahm dagegen nach dem 2:2 gegen Osnabrück drei Änderungen vor: Dietze, Kinsombi und Bergh rückten für Krauß, Harenbrock und Reichardt in die Startelf.
Vor stimmungsvoller Kulisse lieferten sich beide Mannschaften von Beginn an ein intensives Duell. Zunächst präsentierten sich die Gäste aus Rostock etwas aktiver, die erste Chance der Partie verbuchten aber die Hausherren: Im Anschluss an eine Ecke kam Voet zum Kopfball und setzte diesen nur am knapp am Tor vorbei (10.). Der F.C. Hansa wurde nach knapp einer halben Stunde das erste Mal gefährlich, als Gürleyen nach einem langen Einwurf rund acht Meter vor dem Tor mit einem Drehschuss zum Abschluss kam. Löwen-Verteidiger Schifferl konnte jedoch kurz vor der Linie klären (28.).
Abgesehen von diesen beiden Szenen spielte sich das Geschehen in der ersten Halbzeit hauptsächlich zwischen den beiden Strafräumen ab. Beide Mannschaften gingen in den Zweikämpfen sehr konsequent zu Werke und zeichneten sich zudem durch eine disziplinierte Arbeit gegen den Ball aus. Torgefahr lag dagegen höchstens bei Rostocker Standards in der Luft. So ging es folgerichtig mit einem 0:0 in die Kabinen.
Strittiger Elfmeter sorgt für die Entscheidung
So highlight-arm der erste Durchgang zu Ende gegangen war, so ereignisreich startete der zweite Abschnitt: Eine Flanke von Philipp landete am Arm vom sich wegdrehenden Gürleyen, und Schiedsrichter Jürgensen entschied nach kurzem Bedenken auf Handelfmeter – eine strittige Entscheidung. Jacobsen ließ sich nicht zweimal bitten und schlenzte den Ball humorlos in die Mitte (48.). Rostock antwortete wütend auf den Rückstand, im entscheidenden Moment fehlte dem FCH allerdings die nötige Präzision, um gegen die leidenschaftlich verteidigenden Löwen zum Abschluss zu kommen.
Die Hausherren lauerten nun vornehmlich auf Umschaltmomente, spielten diese dann aber zu oft nicht sauber zu Ende. Dennoch kratzten die Löwen in der 65. Minute am zweiten Treffer, als ein Schlenzer von Danhof nur hauchzart am Tor vorbeiflog. Auf der Gegenseite hatte Fatkic den Rostocker Ausgleich auf dem Fuß, doch der Slowene schoss den Ball aus aussichtsreicher Position deutlich über den Kasten (77.). 1860 hätte wiederum durch Schifferl (82.) und Steinkötter (83.) für die Vorentscheidung sorgen können – längst bot sich den Zuschauern ein temporeicher Schlagabtausch.
Da Rostock in Person von Krauß auch die letzte Chance liegen ließ (86.), war es besiegelt: Im zehnten Anlauf feierte 1860 seinen ersten Sieg gegen Hansa Rostock in der 3. Liga. Rostock (40 Punkte) ist dagegen nun schon seit vier Spielen sieglos und liegt nur noch einen Zähler vor den Löwen (39 Punkte). Das Duo hat aktuell fünf bzw. sechs Punkte Rückstand auf den Tabellendritten Cottbus (45 Punkte), wobei der FCE an diesem Spieltag noch im Einsatz ist. Weiter geht es für 1860 am kommenden Freitag mit einem Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim II. Rostock empfängt tags darauf Aufstiegskonkurrent Rot-Weiss Essen im Ostseestadion. Sportchef Amir Shapourzadeh wird dann auf der Tribüne Platz nehmen müssen, da er nach Abpfiff wegen zu vehementer Proteste die rote Karte gesehen hatte.