Trotz 1:1 gegen Mannheim: Cottbus wieder an der Tabellenspitze
Im frühen Sonntagsspiel konnte Energie Cottbus die Tabellenführung wieder zurückerobern. Nach starken ersten 20 Minuten und der Führung kam der SV Waldhof Mannheim immer besser in die Partie und belohnte sich im zweiten Durchgang mit dem Ausgleich. Beide ließen Möglichkeiten zur Führung liegen, ehe Cottbus den vermeintlichen Lucky Punch nach einer Ecke erzielte. Der Treffer zählte aber nicht.
Rorig nutzt zweite Chance – Lohkemper zwei Mal zurückgepfiffen
Während Energie Cottbus im Jahr 2026 noch ungeschlagen ist, erwischte der SV Waldhof Mannheim zunächst einen Fehlstart in die neue Halbserie, konnte sich zuletzt aber wieder stabilisieren. Die Buwe holten zwei Siege in Folge. Für Energie ging es darum, diese eigene Serie fortzusetzen – und die Tabellenführung zurückzuholen, die sich am Samstag vorerst der SC Verl gesichert hatte. Energie-Coach Claus-Dieter Wollitz nahm im Vergleich zum 0:0 in Ingolstadt eine Veränderung vor: Lucoqui rückte für Guwara in die Startelf, der mit Muskelproblemen im Oberschenkel ausfiel. Sein Gegenüber Luc Holtz änderte seine Anfangsformation nach dem 2:1 gegen Ulm auf zwei Positionen. Für Hoffmann (Rotsperre) und Michel begannen Ogbemudia und Thill.
Schon in den ersten Sekunden war zu erkennen, wie beide Teams auftreten wollten: mit viel Elan und Tempo. Exemplarisch dafür stand Lohkemper, der einen Rückpass abfing und von der Mittellinie bis in den Strafraum sprintete. Sein Abschluss ging jedoch knapp am Tor vorbei. Auch Energie überzeugte mit hohem Pressing und kam zu Chancen. Nachdem Rorig den Ball zunächst knapp am Tor vorbeischlenzte (7.), war er drei Minuten später erfolgreich. Nach einem hohen Ballgewinn tauchte der Rechtsverteidiger im Strafraum auf und jagte den Ball ins kurze Eck (10.).
Die Führung hätte beinahe nur kurz Bestand haben können. Lohkemper legte quer auf Abifade, doch der Linksverteidiger scheiterte aus zentraler Position an Funk (11.). Damit hätte Abifade beinahe seinen Ballverlust vor dem Cottbuser Tor wieder wettgemacht. Die Intensität blieb hoch, zahlreiche Zweikämpfe sorgten jedoch für wenig Spielfluss. Erst in der 25. Minute wurde es wieder gefährlich: Lohkemper legte an der Strafraumkante auf Abifade ab, dessen strammer Schuss ins lange Eck von Funk pariert wurde. Cottbus drängte auf das 2:0, scheiterte aber häufig am letzten Pass – und lud Mannheim dadurch immer wieder ein. Ein langer Ball aus der eigenen Hälfte erreichte Lohkemper, der am herausstürmenden Funk vorbeigezogen war. Doch die Fahne ging hoch – Abseits. Eine knappe, wohl eher falsche Entscheidung (30.).
Auf der Gegenseite hatte Energie die Doppelchance zum zweiten Treffer. Nach einer Flanke scheiterte zunächst Cigerci aus kürzester Distanz an Nijhuis. Beim Nachschuss von Rorig wäre der Keeper geschlagen gewesen, doch Abifade rettete auf der Linie (32.). Wenig später wurde es erneut knifflig für den Assistenten: Wieder wurde Lohkemper per Steckpass freigespielt, blieb vor dem Tor eiskalt – doch erneut zählte der Treffer wegen Abseits nicht (35.). Diesmal wohl die richtige Entscheidung.
Lucky Punch zurückgenommen
Zur zweiten Halbzeit wechselten beide Trainer jeweils einmal: Masca ersetzte Thill bei Mannheim, Biankadi kam für Lucoqui bei Cottbus. Auch nach Wiederanpfiff blieb die Intensität hoch, wobei der SVW etwas mehr vom Spiel hatte, ohne zunächst zwingend zu werden. Fast hätte Mannheim jedoch selbst das 0:2 ermöglicht. Klünter versprang der Ball, Cottbus bekam eine aussichtsreiche Kontersituation. Cigerci legte auf Engelhardt ab, doch dem Angreifer versprang der Ball (54.). Drei Minuten später stand Klünter erneut im Mittelpunkt: Als letzter Mann vertändelte er die Kugel, Engelhardt ging dazwischen, beide gingen im Strafraum zu Boden – Schiedsrichter Uhrig entschied auf Offensivfoul.
Der Waldhof ließ sich davon nicht beirren und blieb spielbestimmend. Ba zog nach einem Fehlpass der Gastgeber wuchtig ab, Funk blockte (60.). Vier Minuten später war er erfolgreicher: Aus rund 30 Metern zog der Neuzugang unbedrängt ab, der Ball sprang mehrfach auf und rutschte Funk ins Tor – der mittlerweile verdiente Ausgleich (64.). Mannheim drängte nun sogar auf die Führung. Nach einem Anspiel war Masca plötzlich frei durch, doch Funk lenkte den Ball entscheidend an den Außenpfosten (71.). Cottbus kam nicht mehr zu den hohen Ballgewinnen aus der ersten Halbzeit, stand meist tief, während Mannheim viel Ballbesitz hatte. Die intensive Partie hatte beiden Teams Kraft gekostet, sodass in der Schlussviertelstunde wenig passierte.
In der Nachspielzeit mussten die Gäste einen Rückschlag hinnehmen: Sietan kam gegen Engelhardt kurz vor dem Strafraum zu spät und sah die Gelb-Rote Karte. Cottbus bekam die zweite Luft und hatte große Chancen. Zunächst scheiterte Manu aus kurzer Distanz am stark parierenden Nijhuis. Die anschließende Ecke köpften die Cottbuser auf das Tor – Mannheims Torhüter wehrte ab, stand dabei jedoch komplett hinter der Linie. Die Unparteiischen gaben den Treffer nicht. Der Punktgewinn hilft am ehesten Cottbus: Die Lausitzer erobern die Tabellenführung zurück, haben jedoch nur noch einen Punkt Vorsprung auf den SC Verl. Der Waldhof rutscht auf Rang neun ab. Am kommenden Sonntag gastiert Energie bei Erzgebirge Aue (16:30 Uhr), Mannheim reist bereits am Freitag zur zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart (19 Uhr).