Trotz Rückstand nach 14 Sekunden: RWE bezwingt den Jahn mit 3:2
Neun Spiele in Folge ungeschlagen: Gegen Jahn Regensburg geriet Rot-Weiss Essen zwar schon nach 14 Sekunden in Rückstand, doch Brumme, Hofmann sowie Rios Alonso schlugen zurück und drehten die Partie. Zwar erzielte Posselt noch den Anschluss für die Gäste, aber weil weitere Treffer ausblieben, stand am Ende ein 3:2 für RWE auf der Anzeigetafel.
Wenige Chancen, zwei Tore
RWE-Chefcoach Uwe Koschinat sah sich aufgrund eines wilden 3:3 gegen Alemannia Aachen dazu genötigt, vier Veränderungen in der Startelf vorzunehmen. Statt Schultz, Kraulich, Kostka und Mizuta starteten Hüning, Gjasula, Hofmann sowie Abiama. Jahn-Trainer Michael Wimmer wechselte nach dem 0:0 gegen Viktoria Köln dreifach: Strauss, Schönfelder und Kühlwetter bekamen gegenüber Bauer, Mätzler sowie Stolze den Vortritt.
Nur 14 Sekunden waren gespielt, da zappelte der Ball bereits im Essener Tornetz. Direkt nach dem Anstoß landete die Kugel bei RWE-Keeper Wienand, der sich die Kugel anschließend zu weit vorlegte und von Hottmann klauen ließ. Dieser musste das Leder nur noch einschieben. Der Schock saß allerdings nicht allzu tief bei den Hausherren, denn fortan suchten sie den direkten Ausgleich. In der 4. Minute hätte es einen Elfmeter geben können, weil Safi umklammert wurde, die Pfeife blieb aber stumm. Weil der Jahn den eigenen Strafraum anschließend dicht hielt, versuchten es die Gastgeber auch aus der Distanz, Hofmanns Schuss rauschte knapp am Pfosten vorbei (8.).
Was danach folgte, war viel Funkstille. Essen tat sich schwer dabei, die tief stehende Verteidigung der Gäste zu überspielen, und der Jahn setzte auf Konter, welche allerdings zu schlecht ausgespielt wurden (16.). Bei RWE wurde es bis dato hauptsächlich über Safi gefährlich, der Gebhardt prüfte, aber nicht überwinden konnte (23.). In der Folge plätscherte die Partie weiter vor sich hin, der Jahn zeigte sich durch zwei Ecken allerdings wieder mutiger. Trotz dessen fiel das Tor auf der anderen Seite. Brumme hatte genug von den Ballstafetten und entschloss sich, die Kugel aus 20 Metern in den Winkel zu wuchten (33.). Die Partie wurde dadurch nicht munterer, denn beide Teams zögerten damit, das nötige Risiko einzugehen. Bis zum Pausenpfiff tat sich dann kaum noch etwas.
RWE dreht Spiel, Jahn macht Druck
Zunächst kamen die Gäste besser aus der Kabine und wären beinahe direkt wieder in Führung gegangen, doch Kühlwetter wurde im letzten Moment gestört (47.). Auch weitere Möglichkeiten nach diversen Eckstößen, ließ Karbstein ungenutzt (51. / 53.). Wie so oft im Fußball, fiel der Jubel dann aufgrund der ausgelassenen Möglichkeiten auf der Gegenseite. Hofmann bekam zu viel Freiraum und zielte aus 16 Metern in die flache linke Ecke, mit Erfolg (61.). RWE wollte sich mit der knappen Führung aber noch nicht zufrieden geben. Nach einem Eckball ließ Keeper Gebhardt die Kugel fallen, und Rios Alonso nutzte den Patzer, um das Leder zum 3:1 über die Torlinie zu grätschen (65.).
Das Spiel war nun ein völlig anderes, als noch in Hälfte eins, und beide Mannschaften lieferten sich einen offenen Schlagabtausch. Zunächst verpasste Abiama das 4:1 (67.), dann scheiterten Kühlwetter (68.) und Eichinger (71.) auf der Gegenseite, ehe Posselt in der 75. Minute durch einen feinen Schlenzer den Anschluss herstellte. Durch den zweiten Jahn-Treffer war wieder Spannung im Spiel, und das blieb erstmal so, weil Gebhardt sich lang streckte, um einen weiteren Schuss von Abiama zu parieren (76.). Jedoch erhöhte sich der Druck der Gäste mit jeder weiteren Minute. Am Ende musste die komplette Defensive der Hausherren den Sieg über die Ziellinie tragen und hatte Glück, dass Dietz in der 90.+4 aus kurzer Distanz das 3:3 verpasste.
Durch den Sieg gegen Regensburg bleibt Rot-Weiss Essen auch im neunten Spiel in Folge ungeschlagen, ist weiterhin Fünfter und ist nun punktgleich mit dem MSV (3.). Zudem fehlt nur noch ein Zähler zu Platz 2. Der SSV Jahn hingegen fährt nach zuletzt vier Punkten aus zwei Spielen wieder mit leeren Händen nach Hause und kann sich nicht vom 14. Rang befreien. In der kommenden Woche treffen die Regensburger durch ihr Duell mit Wehen Wiesbaden erneut auf einen Aufstiegsanwärter, Essen bekommt es derweil im Topspiel mit den Lila-Weißen aus Osnabrück zu tun.