Giannikis vor Debüt: "Nicht alles über den Haufen werfen"
Drei Tage nach seiner Verpflichtung wird Argirios Giannikis am Samstag im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart II erstmals auf der Trainerbank des 1. FC Saarbrücken Platz nehmen. Alles über den Haufen werfen will er aber nicht – allein schon aufgrund der knappen Zeit.
"Gewisse Leichtigkeit" im Training
Relativ kurzfristig war Giannikis zu Beginn der Woche als Nachfolger von Jürgen Luginger verpflichtet worden, am Mittwoch stand er erstmals auf dem Trainingsplatz. Dabei habe er eine Mannschaft angetroffen, "die intakt ist und Gas gegeben hat", berichtete er bei der Spieltags-Pressekonferenz am Freitag. Die Spieler seien "sehr ehrgeizig" gewesen und hätten "super mitgezogen", sagte der 45-Jährige. Zudem habe er – womöglich auch bedingt durch den Trainerwechsel – eine "gewisse Leichtigkeit" verspürt. Die Last der letzten Spiele sei vergangen, nun habe die Mannschaft direkt die Chance, die Serie von 16 sieglosen Spielen in Folge zu beenden.
Was die Spielweise angeht, wird sich indes wohl nicht allzu viel ändern. "Wir werden nicht alles über den Haufen werfen. Dafür war die Zeit nicht da", betonte Giannikis. Vielmehr sei es darum gegangen, den Fokus auf die für Samstag entscheidenden Aspekte zu legen. "Nächste Woche haben wir ein bisschen mehr Zeit, um Inhalte zu vermitteln." Ob defensiv mit einer Dreier- oder Viererkette gespielt wird, wollte der neue FCS-Coach noch nicht verraten: "Die Mannschaft hat in beiden Systemen agiert und ich glaube, dass das System auch nicht dafür ausschlaggebend ist, ob die Null steht oder nicht." Vielmehr komme es auf das Gesamtverhalten der Mannschaft an. Giannikis sprach von bestimmten "Prinzipien", die umgesetzt werden müssten. Ob es in der Aufstellung zu Veränderungen kommen wird, ließ der 45-Jährige ebenfalls offen.
Nur zwei Ausfälle
In der Offensive ruhen die Hoffnungen indes auf Florian Pick, der zuletzt fast schon zu ehrgeizig wirkte – als würde die gesamte Last des Vereins auf seinen Schultern liegen. Dieses Gefühl habe er aber nicht, betonte der 30-Jährige, jedenfalls fühle es sich "auf gar keinen Fall so an. Ich bin immer noch derselbe, ich mache immer noch alles gleich und werde auch weiter so machen. Ihr werdet mich nie anders erleben und deswegen ist es für mich kein Thema", sagte der Offensivspieler, der angesichts des Trainerwechsels von "turbulenten Tagen" sprach.
Zwar ärgere er sich über vergebene Torchancen, könne dies aber stets schnell abhaken. Zu lange darüber nachzudenken, "hat mir noch nie gutgetan". Wer die Tore macht, "ist mir relativ egal. Wir sollten einfach nur schauen, dass wir den Ball schnellstmöglich wieder über die Linie drücken". Am besten schon am Samstag, um den ersten Sieg seit September feiern zu können. Personell kann Giannikis fast aus dem Vollen schöpfen, einzig Till Schumacher (Sprunggelenksverletzung) und Kaan Caliskaner (Magen-Darm-Probleme) fallen aus.