Erneuter Trainerwechsel beim FCS: Diese Patrone muss jetzt sitzen

Erst Alois Schwartz, dann Jürgen Luginger: Obwohl noch nicht einmal zwei Drittel der Saison gespielt sind, hat der 1. FC Saarbrücken bereits zwei Trainer verschlissen. Nun soll Argirios Giannikis die Saarländer als dritter Coach in dieser Saison zurück in die Spur führen. Diese Patrone muss jetzt sitzen. Ein Kommentar.

Die Frage nach dem Zeitpunkt

Dass Fußball ein Ergebnissport ist, das ist längst keine neue Erkenntnis. Sie dürfte aber ausschlaggebend dafür gewesen sein, jetzt erneut den Trainer zu wechseln. Schließlich stimmten die Leistungen unter Luginger zuletzt meist, und mit ein bisschen mehr Spielglück hätten die Saarländer ihre seit 16 Spielen anhaltende Sieglos-Serie schon längst beendet. Am Ende waren es die schwache Chancenverwertung und ein Kopfproblem bei den Spielern, das Luginger nicht gelöst bekam.

Für das letzte Saisondrittel auf einen neuen Impuls zu setzen, um neue Energie freizusetzen und mentale Blockaden zu lösen, ist daher naheliegend. Dennoch stellt sich die Frage, ob der Trainerwechsel zu diesem Zeitpunkt richtig ist. Denn gefühlt hat nicht mehr viel gefehlt, und der FCS wäre unter Luginger ins Rollen gekommen. Vielleicht hätte schon ein Sieg gereicht, um die Wende einzuleiten. Selbst die Fans standen zu großen Teilen noch hinter Luginger.

Passt Giannikis zum FCS?

Jetzt soll Giannikis für den Turnaround sorgen. Dass er Mannschaften in einer schwierigen Lage zum Klassenerhalt führen kann, hat er in der Rückrunde der Saison 2023/24 beim TSV 1860 München bewiesen. Die Löwen übernahm er nach 19 Spieltagen mit 20 Punkten auf Platz 15 stehend und rettete sie mit 26 Punkten aus den 19 Partien der Rückrunde vor dem Abstieg. In den ersten acht Partien blieben die Sechzger gar ungeschlagen und gewannen zwischenzeitlich viermal in Folge.

Bleibt nur die Frage, ob der Deutsch-Grieche mit seiner eher nüchternen und sachlichen Art zum emotionalen Umfeld des 1. FC Saarbrücken passt. Mit Rüdiger Ziehl und Alois Schwartz, die ähnliche Attribute verkörperten, sind die Fans nie so richtig warm geworden. Klar ist allerdings: Unter Giannikis muss jetzt die Wende gelingen, der 45-Jährige ist die letzte Patrone. Zwar wäre im weiteren Verlauf der Saison natürlich noch ein weiterer Trainerwechsel möglich, doch dieser Schritt wäre nicht nur sportlich, sondern strukturell ein Offenbarungseid. Sportvorstand Markus Thiele hat Giannikis als eine seiner ersten Amtshandlungen installiert – scheitert dieses Projekt, fällt das unweigerlich auf ihn zurück. Der Druck auf Giannikis ist also hoch.

   

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