"Darf nur einen Sieger geben": Wollitz hadert und ist selbstkritisch
Beim Auswärtsspiel in Ingolstadt wollte Energie Cottbus den dritten Sieg in Folge einfahren, musste sich aber mit einem 0:0 zufrieden geben. Trainer Claus-Dieter Wollitz konnte sich damit aber nicht so recht anfreunden, haderte mit der Nullnummer – und zeigte sich mit Blick auf die Auswechslungen zudem selbstkritisch.
"Das war fast ein Spiel auf ein Tor"
Er kam im Interview mit "MagentaSport" unmittelbar nach Spielende direkt zur Sache, Claus-Dieter Wollitz: "Aufgrund der zweiten Halbzeit darf es nur einen Sieger geben", ärgerte sich der 60-Jährige und meinte natürlich seine Mannschaft, die sich "so viele Chancen" und zehn Ecken erarbeitet habe. "Das war fast ein Spiel auf ein Tor. Wir haben den Torwart stark geschossen." Zur Wahrheit gehörte jedoch auch, dass die Schanzer ebenfalls zu guten Gelegenheiten gekommen waren – etwa nach 67 Minuten, als Sturm an Funk scheiterte. Wollitz verwies aber darauf, dass der FCE schon in der ersten Halbzeit den besten Spielzug gehabt habe, als Engelhardt den Ball nach einer Guwara-Vorlage knapp am Tor vorbeisetzte (9.). Nach der Partie lieferte sich der 60-Jährige noch ein kurzes Wortgefecht mit FCI-Trainerin Sabrina Wittmann. "Er hat gesagt 'Wir müssen Euch abschießen'", berichtete die 34-Jährige.
Kapitän Axel Borgmann ordnete das Remis dagegen etwas differenzierter ein. Zwar hätte sich Energie nicht beschweren können, "wenn wir das Spiel gewinnen, aber weil wir am Ende ein, zwei unnötige Ballverluste hatten und nochmal aufpassen mussten, nehmen wir den Punkt gerne mit". In Ingolstadt zu Null zu spielen, "ist jetzt auch nicht so schlecht", so Borgmann. Zumal Energie zuletzt Ende September ohne Gegentreffer geblieben war. "Natürlich hätte ich mir einen Sieg gewünscht, aber auf lange Sicht kann der Punkt Gold wert sein." Nun gelte es, sich auf das anstehende Heimspiel gegen Waldhof Mannheim vorzubereiten, "um dann wieder drei Punkte mitzunehmen".
Wegen Wechseln: Wollitz zeigt sich selbstkritisch
Dann womöglich auch mit Last-Minute-Neuzugang Tolga Cigerci, der am Samstag noch nicht im Kader stand. Wollitz war bemüht, das Thema möglichst klein zu halten und betonte, dass der 33-Jährige nach seiner langen Spielpause noch ohne Rhythmus sei und es derzeit auch keinen Grund gebe, etwas auf der Doppelsechs zu verändern. In der Tat machten es Dominik Pelivan und Lukas Michel Brink in Ingolstadt gut. "Dennoch können wir immer gute Spieler gebrauchen, gerade in den Phasen, wenn es hektisch wird – etwa zum Ende der Saison. Da bin ich mir sicher, dass das ein Mehrwertspieler wird", sagte Wollitz.
Noch offen ist, ob Leon Guwara gegen Mannheim dabei kann sein, nachdem er in der 55. Minute ausgewechselt worden war. Eine Diagnose konnte der Energie-Coach nach Spielende noch nicht stellen, vermutete aber einen Pferdekuss. Für den 24-Jährigen war Justin Butler in die Partie gekommen, danach brachte Wollitz noch Can Moustfa für Moritz Hannemann – und ließ die anderen drei Wechselmöglichkeiten überraschend verstreichen. "Ich bin total unzufrieden mit mir, weil ich den ersten Wechsel falsch mache und wir uns dadurch weitere Optionen nehmen", zeigte sich der Energie-Coach selbstkritisch. "Ich habe es verbockt und ärgere mich darüber. Denn das passiert mir selten."