"Nicht von irgendwas träumen": SVW will "auf dem Boden bleiben"
Nach dem zweiten Sieg in Folge durch das 2:1 gegen den SSV Ulm am Freitagabend liegt der SV Waldhof Mannheim vorerst nur noch fünf Punkte hinter dem Relegationsplatz, will aber dennoch nicht nach oben spielen.
Sieg mit "etwas Glück und viel Bereitschaft" gerettet
In der Schlussphase mussten die Buwe nochmal kräftig zittern und hätten den Sieg fast noch aus der Hand gegeben. Erst landete ein Kopfball von Chessa auf dem Tornetz (90.+1), dann ließ Waldhof-Keeper Nijhuis im eigenen Fünfer den Ball fallen (90.+3) und schließlich traf Dressel mit der letzten Aktion nur die Latte (90.+6). "Am Ende haben wir mit etwas Glück und viel Bereitschaft das 2:1 gehalten", sagte Trainer Luc Holtz bei "MagentaSport", nachdem seine Mannschaft nach dem Seitenwechsel zu passiv geworden war.
"Ich habe den Jungs in der Pause noch gesagt, dass sie nur die Umschaltsituationen zu nutzen brauchen, dann würden wir hier auch das dritte Tor machen. Aber wir müssen weiter Fußball spielen. Das haben wir in der zweiten Hälfte leider zu wenig gemacht." Der Waldhof habe "nicht das gespielt, was wir können und was wir sollen" und Ulm stattdessen "zu Tormöglichkeiten eingeladen". Eine davon nutzte der SSV nach 66 Minuten zum Anschluss. Dass die Buwe dennoch als Sieger vom Platz gingen, lag neben dem Chancenwucher der Spatzen auch an den beiden Toren in der ersten Halbzeit durch Lohkemper (33.) und Asallari (45.+4).
"In der 1. Halbzeit haben wir es echt gut gemacht, gute Umschaltmöglichkeiten gehabt und genutzt", sagte Lohkemper, der nach einem feinen Zuspiel von Ferati zur Stelle war und den herausgeeilten Ulmer Keeper Schmitt umkurvte. "Ich war ehrlich gesagt überrascht, dass rechts neben mir der Torwart war. Deswegen bin ich an ihm vorbeigelaufen. Ich hatte nicht damit gerechnet", gab der Stürmer zu Protokoll. Mit dem Pass habe er dagegen gerechnet, "weil er diese Zauberpässe spielen kann. Ich biete immer die Laufwege an".
"Nach oben schielen wir nicht"
Nach dem zweiten Sieg in Folge liegen die Buwe vorerst nur noch fünf Punkte hinter dem Relegationsplatz, während der Vorsprung auf die Abstiegsplätze bereits 13 Zähler beträgt. Darf vom Aufstieg geträumt werden? "Nein, wir sind mit zwei Niederlagen in die Rückrunde gestartet. Jetzt haben wir zwei Siege geholt. Wir müssen da schon auf dem Boden bleiben. Das war schon ein wichtiger Sieg, dass wir von unten wegkommen. Aber nach oben schielen wir nicht", so Lohkemper.
Holtz betonte, dass zunächst die 45-Punkte-Marke geknackt werden soll. "Dann kann man über andere Ziele oder was auch immer reden. Wir dürfen da keinen Millimeter loslassen und von irgendwas träumen. Wir müssen mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben, weiter hart arbeiten und dann von Spiel zu Spiel schauen." Am nächsten Sonntag bekommt es der Waldhof mit Spitzenreiter Energie Cottbus zu tun. Dabei wird Mannheim dann allerdings auf Niklas Hoffmann verzichten müssen, nachdem dieser in der 86. Minute wegen einer vermeintlichen Beleidigung die rote Karte gesehen hatte.