Nach Pyro-Unfall in Rostock: Polizei schließt Ermittlungen ab
Rund vier Monate nach dem schweren Pyro-Unfall im Rostocker Ostseestadion hat die Polizei ihre Ermittlungen nach Angaben der "Ostsee-Zeitung" abgeschlossen. Strafrechtliche Folgen sind nach aktuellem Stand nicht zu erwarten, obwohl ein neunjähriger Junge bei dem Vorfall schwer verletzt worden war.
Verantwortliche konnten nicht ermittelt werden
Der Unfall ereignete sich am 17. September beim Heimspiel des F.C. Hansa Rostock gegen den TSV 1860 München (2:1). An diesem Abend wurden die mehr als 55 Jahre alten Flutlichtmasten ein letztes Mal in Betrieb genommen. Nach Spielende folgte eine vom Verein genehmigte Pyro-Aktion auf den bis zu 60 Meter hohen Masten. Dabei fiel Feuerwerk herab, schmolz Teile des Stadiondachs über der Nordtribüne und verletzte mehrere Zuschauer. Ein neunjähriger Junge erlitt schwere Verbrennungen an Kopf und Hand und musste in einer Spezialklinik behandelt werden. Zudem wurden drei weitere Personen im Alter von zehn, 42 und 57 Jahren verletzt.
Wie Oberstaatsanwalt Harald Nowack gegenüber der Zeitung erklärte, konnten die Ermittler keinen konkreten Verantwortlichen ausmachen. Zwar seien dem Verein zufolge die Namen der beteiligten Personen bekannt, jedoch habe sich nicht klären lassen, wer sich zu welchem Zeitpunkt auf welchem Flutlichtmast befand. Eine Zuordnung der Verletzungen zu einzelnen Personen sei daher nicht möglich. Der Vorgang wird nun von der Staatsanwaltschaft weiter geprüft.
Hansa muss 32.950 Euro Strafe zahlen
Nach dem Unglück sammelten Hansa-Fans im Rahmen einer Spendenaktion rund 3.500 Euro für den verletzten Jungen. Die Stadt Rostock warf dem Verein vor, dass Teile des eingesetzten Feuerwerks nicht genehmigt gewesen seien. Auch der DFB schaltete sich ein, da keine Freigabe durch die zuständige Kommission vorlag. Das Sportgericht des Verbandes belegte Hansa Rostock im Dezember mit einer Geldstrafe von 32.950 Euro.