60 Minuten in Überzahl: FCH nimmt Waldhof mit 4:0 auseinander
Hansa Rostock setzt das nächstes Ausrufezeichen: Im ersten Sonntagsspiel profitierten die Hanseaten gegen Waldhof Mannheim im Carl-Benz-Stadion von einem frühen Treffer und einer 60-minütigen Überzahl. Zum Schluss durften sich die Gäste über ein 4:0 freuen, auch weil die Buwe einige Chancen auf den Anschlusstreffer liegen ließ.
Waldhof dezimiert sich selbst
Waldhof-Coach Luc Holtz reagierte auf die 2:5-Pleite in Verl mit drei Wechseln. Michel, Thill und Iwe durften anstelle von Diakhaby, Masca und Boyd von Beginn an starten. Auf der Gegenseite schickte Hansa-Trainer Daniel Brinkmann nach dem 2:1-Erfolg über Erzgebirge Aue erneut dieselbe Elf auf den Platz. Von Beginn an waren die taktischen Vorgaben der beiden Trainer sichtbar, während die Hausherren auf Balleroberungen und schnelle Gegenstöße pochten, setzten die Gäste auf Ballbesitz und kontrolliertem Fußball.
Nach fünf Minuten gab es auch die erste Möglichkeit auf Seiten der Kogge, doch Naderis Kopfball verfehlte den Kasten um knapp einen Meter. Wenig später machte es die Nummer 20 besser, als er den Ball im Strafraum auf Dirkner ablegte. Dieser fackelte nicht lange und wuchtete die Kugel unter die Latte (12.). Die frühe Führung auf Seiten von Hansa zwang die Waldhöfer dazu aktiver zu werden. In der 15. Minute erzielte Ogbemudia beinahe den Ausgleich, aber auch hier flog der Kopfball nicht ins Tornetz.
Im Anschluss an die Chance spielte sich die Partie hauptsächlich im Mittelfeld ab, dazu wurde es etwas ruppiger. Nachdem Iwe bereits in der 19. Minute verwarnt wurde, rauschte der Flügelspieler ohne Not in das Bein von Mejdr rein, welches Schiedsrichter Lukas Benen dazu veranlasste, diesen vom Feld zu stellen (30.). Daraufhin spielten sich die Hanseaten nach Belieben den Ball zu und setzten sich in Überzahl in der gegnerischen Hälfte fest. In der 39. Minute kam es noch bitterer für die Buwe, denn Naderi setzte sich an der Torauslinie im direkten Zweikampf mit Ogbemudia durch und fand in der Strafraummitte Voglsammer, der den Ball mit höchster Präzision ins Tor köpfte (39.). Bis zur Pause lief das Spiel nur in eine Richtung, weitere Tore gab es aber keine.
Hartnäckige Mannheimer belohnen sich nicht
Auch in der zweiten Hälfte rissen die schlechten Nachrichten für den Waldhof nicht ab: Neuzugang Ogbemudia verletzte sich am Fuß und musste früh ausgewechselt werden (51.). Dafür hatte die Buwe etwas Glück, dass Voglsammer wenig später eine Direktabnahme aus guter Position verzog (54.). Trotz aller Widerstände gaben die Hausherren allerdings noch nicht vollständig auf und gaben Uphoff noch etwas zu tun. Erst köpfte Lohkemper den Ball mitten in dessen Arme (57.), dann scheiterte der Mannheim-Stürmer völlig freistehend am ausgestreckten Bein des Hansa-Keepers (66.).
Auch zu zehnt kamen die Buwe immer besser ins Spiel und zur nächsten Möglichkeit, die der eingewechselte Bierschenk ebenfalls liegen ließ. Davor wurde Schuster zwar per Blutgrätsche abgeräumt, doch der Spielleiter ahndete dies nicht (72.). All die verpassten Chancen rächten sich wenig später, denn Holten blieb auf der Gegenseite eiskalt und entschied die Partie mit dem 3:0 für Hansa endgültig (76.). Die Kräfte schienen bei den Hausherren danach zunehmend zu schwinden. Für mehr Spektakel sorgte Kinsombi in der 85. Minute, denn eine Flanke von Harenbrock nahm dieser direkt aus der Luft und knallte den Ball unhaltbar in den Winkel. Auch wenn die Gäste-Fans noch ein Tor sehen wollten, gingen es die Hanseaten in den Schlussminuten ruhig an und beließen es beim 4:0.
Durch den ungefährdeten Erfolg in Mannheim kann sich Hansa weiterhin auf dem 4. Platz behaupten und mit den direkten Konkurrenten mitziehen. In der nächsten Woche bekommen es die Hanseaten, die nun zwölf Spiele in Stück ungeschlagen sind, mit dem FC Ingolstadt zu tun. Waldhof Mannheim hingegen muss die nächste bittere Pleite hinnehmen, ist seit vier Spielen sieglos und fällt auf den 12. Rang zurück. Nächster Gegner des SVW ist Viktoria Köln.