"Wirklich nichts hängen geblieben": Koschinat hakt Janssen-Wirbel ab
Mit seiner öffentlichen Forderung nach einem Stammplatz hatte RWE-Stürmer Marek Janssen vor einer Woche für Aufsehen gesorgt. Trainer Uwe Koschinat war zwar alles andere als begeistert, hat die Angelegenheit aber abgehakt und ist auch nicht nachtragend. Eine Frage bleibt allerdings offen.
Interne Geldstrafe
In einem TV-Interview nach einem Spiel die Forderung zu stellen, eigentlich von Anfang an spielen zu müssen und diese mit Worten wie "Irgendwann reicht’s" zu unterstreichen, war schon ein ungewöhnlicher Move von Marek Janssen, der bei Trainer Uwe Koschinat wenig überraschend nicht gut angekommen war. "Es kann keine zwei Meinungen darüber geben, dass Marek gegen interne Regelungen verstoßen hat", machte der RWE-Coach bei der Spieltags-Pressekonferenz am Freitag.
Der "WAZ" zufolge musste der Stürmer daher eine Geldstrafe in nicht bekannter Höhe an den Verein leisten. Wie Koschinat betonte, sei er im Nachgang der Partie bei 1860 München am vergangenen Samstag "schon mächtig sauer" gewesen. "Nicht so sehr über die Aussage, weil das ja auch ein Stück weit das Selbstverständnis dieses Spielers ausdrückt, sondern weil es bessere Wege gibt." Erst im Trainingslager habe er mit Janssen ein "superlanges Gespräch" geführt und ihm dabei die Rollenverteilung im Sturm dargelegt. An die Öffentlichkeit zu gehen, sei daher "ein Fehler" gewesen, "das hätte intern passieren müssen".
"Bin sauer auf ihn und liebe ihn dafür"
Nachtragend ist Koschinat aber nicht, stattdessen sei die Angelegenheit aufgearbeitet und abgehakt worden. "Zwischen mir und dem Spieler ist da wirklich nichts hängen geblieben und alles in Ordnung", versicherte der 54-Jährige und zeigte sich sogar "ein Stück weit froh, dass ein Spieler, der aus der Regionalliga kommt und einen schweren Einstieg hatte, jetzt nicht sagt: 'Naja, wenn ich jedes Wochenende ein paar Minuten bekomme, ist mir das genug, sondern ich will mehr.'" Es müsse nur eben auf eine andere Weise kommuniziert werden.
"Ich bin sauer auf ihn und liebe ihn dafür, denn es ist eine tolle Möglichkeit, wieder zusammenzurücken. Und ich glaube, das haben wir in sehr, sehr gutem Maße getan." Einen Einfluss auf die Aufstellung beim Spiel gegen den TSV Havelse werde das Interview nicht haben. "Es wird nicht so etwas wie eine Sanktionierung geben, bei der ich zeigen muss, dass ich am Ende vielleicht doch die dickeren Eier habe." Stattdessen gehe es um Rot-Weiss Essen, eine anständige Führung und ein gutes Miteinander. Ob Janssen von Anfang an spielen wird, wollte Koschinat allerdings nicht verraten.
"Gefährlicher Gegner": Koschinat warnt vor Havelse
Auch abseits der Aufregung um das Janssen-Interview liege hinter RWE eine "komplizierte Woche", wie Koschinat sagte, da aufgrund der Witterungsbedingungen nur wenig mit Ball trainiert werden konnte. Das soll aber "definitiv" keine Ausrede für Samstag sein. Gleichzeitig warnte Essens Coach vor dem TSV Havelse, der zwar den drittletzten Tabellenplatz belegt, sich angesichts von zwölf Punkten aus den letzten sieben Spielen aber in einer "sehr, sehr guten Verfassung" befinde. Koschinat sprach von einem "gefährlichen Gegner, den wir erstmal knacken müssen".
Dazu beitragen können auch wieder Klaus Gjasula und Hoffmann, die aus Sperren zurückkehren. Weiterhin keine Option ist dagegen Jaka Cuber Potocnik (Aufbautraining nach Muskelbündelriss), zudem fällt Jannik Mause mit einem Fußnagel-Riss aus. Da somit zwei von drei Stürmern nicht zur Verfügung stehen, spricht vieles dafür, dass Janssen von Beginn an spielen wird.