Besio im Interview: "… dann sind wir schwierig zu stoppen"

Erstmals in der Vereinsgeschichte grüßt der SC Verl in der 3. Liga von ganz oben. Nach dem 5:2 gegen Waldhof Mannheim sind die Ostwestfalen die Gejagten. Mit liga3-online.de spricht Stürmer Alessio Besio über die neue Situation, seinen Hattrick gegen Mannheim, die Leichtigkeit des SC Verl und das kommende Spiel beim SV Wehen Wiesbaden am Sonntagabend.

"Zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind"

liga3-online: Wer soll den SC Verl stoppen, Herr Besio?

Alessio Besio: Wir müssen bei uns bleiben und dürfen uns nicht von externen Faktoren beeinflussen lassen. Wenn wir genauso weitermachen, sind wir schwierig zu stoppen.

Beim jüngsten 5:2 gegen Waldhof Mannheim erzielten Sie einen Hattrick. So oft ist Ihnen das vorher sicher auch noch nicht gelungen, oder?

Nur einmal, das war noch in der Schweiz für die U21 des FC St. Gallen. Es war daher auf jeden Fall ein besonderes Spiel für mich.

Insgesamt gehören Sie mit 16 Scorerpunkten zu den absoluten Leistungsträgern. Wie bewerten Sie die bisherige Saison des SC Verl – und von Ihnen persönlich?

Wir hatten einen holprigen Start und nach vier Spielen nur drei Punkte auf dem Konto. Aber: Wir wussten, dass wir guten Fußball spielen und die Ergebnisse folgen werden. Und so kam es dann auch. Wenn wir im Flow sind, läuft es – und wir gewinnen auch enge Spiele. Für mich persönlich war der Schlüssel zu mehr Toren und Erfolg der Positionswechsel von der Mitte auf den linken Flügel. Seitdem hat sich die Torquote deutlich erhöht. Hierfür bin ich auch unserem Coach dankbar, der erkannt hat, dass ich so noch besser funktioniere und dem Team mehr helfe.

Es ist die erste Tabellenführung des SC Verl in der 3. Liga überhaupt. Wie oft schauen Sie gerade auf die Tabelle – nur um zu grinsen?

Das ist nach Samstag sicher nicht nur einmal passiert. Die Tabellenführung gibt noch einmal zusätzliches Selbstvertrauen und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Aber uns ist dennoch bewusst, dass noch 18 Partien ausstehen. Der Fokus gilt nicht der Tabelle, sondern immer der nächsten Aufgabe. Das klingt langweilig, ist aber die einzige Möglichkeit, um zu 100 Prozent bei der Sache zu sein.

 

"Kurz nach dem Abpfiff war der Hype groß"

Was macht die Tabellenführung außerdem mit Ihnen – führt sie zu einem Motivationspush?

Definitiv. Sie ist außerdem eine Bestätigung dafür, dass wir vieles richtig machen. Und dass unser Fußball nicht nur schön anzuschauen ist, sondern auch effizient und erfolgreich ist.

Die Rolle des Gejagten – und auch des Teams, über das alle sprechen – ist neu. Könnte das einen Effekt auf die Leistung haben?

Ich denke nicht, dass wir uns davon groß beeinflussen lassen. Kurz nach dem Abpfiff und unserer frischen Tabellenführung war der Hype groß. Aber wir haben uns schnell wieder beruhigt und den Fokus auf die kommende Partie in Wiesbaden gelenkt. Um mehr geht es diese Woche nicht.

Viele Konkurrenten sprechen immer von einer gewissen Leichtigkeit, die der SC Verl ausstrahlt und anderen Klubs fehlt. Wie kommt das aus Ihrer Sicht zustande?

Bei uns steht weiterhin der Spaß im Vordergrund. Und nicht der Erfolgsdruck. Für uns alle war Fußball mal ein schönes und uns Freude bereitendes Hobby. Das ist immer in unseren Köpfen. Spaß macht es vor allem, weil wir viel den Ball haben und das Spiel gestalten. Und weil wir ein großes Vertrauen des Trainerteams genießen.

Mit dieser Leichtigkeit wollen Sie auch am Sonntag in Wiesbaden wieder Punkte einfahren. Was können wir vom SC Verl erwarten?

Wir versuchen, genau da anzuknüpfen, wo wir zuletzt beim 5:2 gegen Mannheim aufgehört haben. Wenn wir selbstbewusst auftreten und ähnlich spielfreudig und konsequent agieren, stehen die Chancen auf einen weiteren Sieg gut. Jetzt, wo wir einmal oben sind, wollen wir dort auch bleiben.

   

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