Müller: "Schöner kann es nach der Winterpause nicht losgehen"
Der VfL Osnabrück befindet sich vor dem Rückrundenstart in Lauerstellung – auf Platz sechs und nur vier Punkte hinter Spitzenreiter Energie Cottbus. Mit liga3-online.de spricht Kapitän Jannik Müller über die Tabellensituation zur Saison-Halbzeit, den Test bei Zweitliga-Spitzenreiter Schalke 04 vor dem Auftakt in die Rückserie, Neuzugang Julian Kania und das brisante Auswärtsspiel bei Alemannia Aachen am Samstag um 16.30 Uhr.
Erst 26 Tore: "Da geht mehr"
liga3-online: Der VfL Osnabrück hat auf Platz sechs überwintert. Wie fällt Ihr Halbzeit-Fazit aus, Herr Müller?
Jannik Müller: Wir können sehr zufrieden sein. Natürlich geht es immer besser und wir haben in der Analyse mit unserem Trainerteam einiges angesprochen. Beispielsweise ist unser Wert bei den Expected Goals stark, aber dennoch haben wir erst 26 Tore erzielt. Da geht mehr – und das wissen wir.
Der Rückstand auf Spitzenreiter Energie Cottbus beträgt bloß vier Zähler. Allerdings sind es auch bis Platz elf genauso wenige Punkte Abstand. Wie viel Aussagekraft hat die Tabelle kurz vor dem Rückrundenstart?
Der Fußball ist sehr schnelllebig, speziell auch in der 3. Liga. Die letzte Saison hat das wieder einmal gezeigt: Der SV Sandhausen war nach dem 14. Spieltag noch Tabellenführer – und ist am Ende abgestiegen. Nicht nur für die 3. Liga gilt: Die Tabelle ist zu diesem Saisonzeitpunkt nicht mehr als eine Momentaufnahme.
Beim Härtetest für den Rückrundenstart gab es ein 0:2 beim Zweitliga-Spitzenreiter Schalke 04. Wie wichtig war es, trotz des Wetterchaos in Norddeutschland noch einen Test zu absolvieren?
Extrem wichtig. Der Vergleich mit einem Spitzenteam aus der 2. Bundesliga hat uns noch einmal gezeigt, was wir besser machen können. Der Test war sehr lehrreich und hat dafür gesorgt, wieder schnell in den Wettkampfmodus zu schalten.
Wie bewerten Sie die Leistung in der Partie bei Schalke 04?
Unser Auftritt war ordentlich. Vor allem in der ersten Halbzeit hatten wir einige gute Chancen. Die zweite Hälfte hat dann die Qualitäten von Schalke zum Vorschein gebracht. Aber: Wir haben die Tore zu einfach hergeschenkt. Daraus müssen und werden wir lernen. Insgesamt kann ich dem Team aber ein großes Kompliment für einen starken letzten Test der Wintervorbereitung machen.
"Favoritenrolle liegt nicht klar bei uns"
Das Jahr beginnt mit dem prestigeträchtigen Spiel bei Alemannia Aachen. Mehr Brisanz zum Auftakt geht nicht, oder?
Absolut. Darüber hinaus macht Aachen rund um das 125-jährige Bestehen des Vereins ein Jubiläumsspiel daraus. Mehr als 20.000 Tickets für die Begegnung sind schon verkauft, die Stimmung wird unglaublich sein. Schöner kann es nach der Winterpause nicht losgehen.
Was erwarten Sie in Aachen für eine Begegnung?
Ähnlich wie beim 0:0 im Hinspiel wird es wohl ein Abnutzungskampf und ein Spiel auf Augenhöhe. Auch, wenn Aachen in der Tabelle unten und wir oben stehen, liegt die Favoritenrolle für eine so brisante Partie vor einer großen Kulisse nicht klar bei uns.
Offensiv hakte es in der Hinserie etwas – keine Mannschaft in der oberen Tabellenhälfte traf seltener als der VfL (26 Tore). Lag auch deshalb in der Wintervorbereitung der Fokus auf dem Angriffsspiel?
Schon in der Hinserie war das ein großes Thema bei uns. Auch jetzt haben wir wieder viel darüber viel gesprochen. Insgesamt lag der Fokus aber darauf, taktisch flexibler zu werden und auch andere Systeme besser einzustudieren. Wir wollen darüber hinaus effizienter werden und uns mehr für das belohnen, was wir uns im Spiel erarbeiten. Plus: Defensiv möchten wir wieder an die ersten Saisonmonate anknüpfen. Vor der Winterpause haben wir in vier Begegnungen zehn Gegentore kassiert – fast die Hälfte aller 21 Gegentreffer. Die Optimierung der Defensivabläufe hatte in den vergangenen Wochen ebenfalls Priorität.
Mit Julian Kania kam von Arminia Bielefeld im Januar ein neuer Stürmer zum VfL. Wie ist Ihr erster Eindruck von ihm – kann er sofort helfen?
Davon bin ich überzeugt. Er hat in den ersten Wochen bereits gezeigt, was er kann. Mit Julian haben wir noch einmal einen anderen Stürmertypen im Kader. Mit seiner Robustheit, guter Technik und einem starken Abschluss bereichert er unser Team.