90.+5! Ulm siegt gegen Havelse und hält die Hoffnung am Leben

Was für ein Finish! Im späten Samstagsspiel sah es lange Zeit danach aus, dass sich Ulm und Havelse im Abstiegskampf gegenseitig die Chance auf Resthoffnung raubten. Doch in der fünften Minute der Nachspielzeit ließ Mazagg das Donaustadion beben, indem er die Kugel mit der letzten Aktion über die Linie drückte. Während der SSV die Restchancen auf den Klassenerhalt am Leben erhält, dürfte es das für Havelse gewesen sein.

Ulm nutzt die Anfangsphase nicht

Wem schlägt im Donaustadion das letzte Stündchen? Im Kellergipfel zwischen Ulm und Havelse konnte nur der Sieger weiter am Wunder vom Klassenerhalt arbeiten. Dafür wechselte SSV-Coach Pavel Dotchev nach der 1:5-Pleite in Rostock lediglich auf zwei Positionen, indem er Vukancic und Chessa für Seeger und Löder in die Startelf brachte. Und auch Samir Ferchichi änderte beim TSV seine Anfangsformation nach dem 2:0 gegen Saarbrücken doppelt, um den dritten Sieg in Folge zu holen – für Plume und Sommer begannen Kolgeci und Aytun.

Schon in der Anfangsphase wurde den Zuschauern alles geboten. Gerade einmal zehn Sekunden waren vergangen, da folgte das erste Foul von Boujellab, danach suchte Berger den ersten Abschluss der Partie (2.). Und SSV-Keeper Ortag zeigte sein Gefühl am Ball, indem er am Fünfmeterraum noch Rexhepi aussteigen ließ (8.). Dann die erste richtige Chance des Spiels: Röser bekam viel Platz, aber Belkahia warf sich im letzten Augenblick in den Abschluss, um den Einschlag des freien Stürmers zu verhindern (9.). Die Spatzen erarbeiteten sich schnell das Chancenplus. Chessa wurde geblockt, aber auch der Nachschuss von Kölle rauschte drüber (18.). Und die Szene wiederholte sich: Nach einem Eckball zog Brandt gefährlich ab, den Abpraller schoss Röser aus spitzem Winkel knapp über das Tor (21.).

Anschließend flachte die Partie enorm ab. Viele Ungenauigkeiten im Zuspiel verhinderten große Torchancen auf beiden Seiten, gleichzeitig scheuten die Mannschaften das Risiko. Erst eine Kombination von Dajaku und Chessa sorgte für etwas Torgefahr, aber Letzterer schlenzte die Kugel am linken Pfosten vorbei (35.). Noch länger dauerte es, bis Havelse wieder vor dem gegnerischen Kasten auftauchte – und der Volley von Aytun flog dann auch deutlich drüber (38.). Bis zur Pause erarbeitete sich kein Team mehr einen Vorteil.

Mazagg lässt das Donaustadion beben

Direkt zum Start in die zweite Halbzeit gab es den großen Aufreger auf Seiten der Spatzen, weil Kölle im Strafraum zu Boden ging – ein Rempler von Ilic war Schiedsrichter Hasmann jedoch zu wenig (51.). Aber auch Havelse kam mit mehr Mut aus der Kabine. Zwei Freistoßversuche von Rexhepi (56./58.) näherten den TSV zumindest mal an. Und dann knallte Löder die Kugel ins Netz! Allerdings aus einer Abseitsposition heraus, wie der Unparteiische entschied – also weiterhin kein Tor (60.), aber der Startschuss für eine Ulmer Offensive. Denn der SSV machte erfolgreich weiter: Dajaku schickte Kölle zur Grundlinie, der die Kugel scharf in die Mitte brachte. Röser verpasste die Kugel noch, aber am langen Pfosten rutschte Chessa maßgenau rein – 1:0 (63.).

Und plötzlich gab es auch die Riesenchance auf der anderen Seite, weil Paldino perfekt auf den eingewechselten Schepp durchsteckte. Der TSV-Stürmer umkurvte Ortag, aber aus spitzem Winkel schoss er die Kugel nur an den Pfosten – und von Meier prallte das Spielgerät aus kurzer Distanz nicht (!) über die Linie ab (68.). Havelse arbeitete am Ausgleich, aber Müller (77.) zielte zu hoch und Ortag parierte gegen Schepp (78.). Und dann war es ein Standard: Einen wuchtigen Kopfball von Schepp fälschte ein Ulmer beim Rettungsversuch so ab, dass die Kugel genau über Ortag im Netz einschlug (80.). Beide Teams erspielten sich danach noch Halbchancen, aber das sah alles nach einem Abgesang für beide Vereine aus – bis zur Nachspielzeit!

Noch einmal startete Kölle beherzt auf der Außenbahn durch und bediente Mazagg mit etwas Glück in der Mitte, der mit dem Schlusspfiff den 2:1-Siegtreffer markierte. Ulms Hoffnung lebt damit, denn die Spatzen stehen nun "nur" sechs Punkte hinter Platz 16. Für Havelse dürfte es das angesichts eines Rückstands von neun Zählern gewesen sein. Nächste Woche reist Ulm zu 1860, während Havelse den VfB Stuttgart II empfängt.

   

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