"60 Minuten nicht im Derbymodus": Hirsch legt Finger in die Wunde
Es bleibt dabei: Auswärts läuft es beim MSV Duisburg in dieser Saison einfach nicht. Beim 0:1 im Derby gegen Rot-Weiss Essen mussten die Zebras bereits die siebte Auswärtsniederlage und damit einen herben Dämpfer im Aufstiegsrennen hinnehmen. Trainer Dietmar Hirsch ärgerte sich vor allem über den Auftritt in den ersten 60 Minuten.
"Zu passiv" im ersten Durchgang
In Unterzahl, nachdem Casar wegen einer Tätlichkeit die rote Karte gesehen hatte, rafften sich die Zebras in den letzten knapp 20 Minuten nochmal auf, erarbeiteten sich mehrere gute Chancen und waren drauf und dran, noch zum Ausgleich zu kommen. "Ob der dann verdient gewesen wäre, weiß ich nicht", sagte Trainer Dietmar Hirsch nach der Partie bei "MagentaSport", wollte sich aber auch nicht länger damit beschäftigen. Stattdessen räumte er ein, dass der Heimerfolg der Essener "in Summe schon in Ordnung" gehe. Schließlich scheiterte RWE gleich dreimal am Aluminium. Während die Hausherren also durchaus höher hätten gewinnen können, sei der MSV in den ersten 60 Minuten "nicht so richtig im Derbymodus" gewesen, so Hirsch.
Gerade im ersten Durchgang habe sich seine Mannschaft "zu passiv" verhalten. "Wir wollten eigentlich vorne drauf gehen und höher anlaufen, doch das haben wir nicht mutig genug gemacht. Und wenn wir es mal gemacht haben, ist die Kette nicht nachgerückt, sodass die Abstände zu groß waren." Darüber hinaus hätte der MSV die Bälle "zu schnell wieder hergegeben" und auch die langen Bälle "nicht gut gespielt", wie Hirsch bemängelte. Insgesamt sei es im ersten Durchgang für ein Spitzenspiel und ein Derby "zu wenig" gewesen.
"Geht eigentlich gar nicht": Kritik an Casar
Erst in der Schlussphase, "als wir nichts mehr zu verlieren hatten, haben wir auf einmal Fußball gespielt". Ob das mit der Unterzahl zusammenhing, vermochte Hirsch nicht zu bewerten, sprach aber von einem "Bärendienst", den Casar der Mannschaft mit seiner Tätlichkeit – der 25-Jährige hatte Franci Bouebari in den Bauch geschlagen – erwiesen habe. "Im Derby muss man ein bisschen cooler sein und darf sich nicht zu sowas hinreißen lassen. Das geht eigentlich gar nicht. Diese Emotionen hätte ich lieber in der ersten Halbzeit gesehen."
Durch die Niederlage liegt der MSV nun vier Zähler hinter RWE, bis zum Relegationsrang fehlen drei Zähler. Dennoch geht der MSV zuversichtlich in die weitere Englische Woche: "Wir sollten jetzt einfach mutig spielen. Die letzten 30 Minuten geben uns Mut", sagte Hirsch und versuchte im Spielerkreis, den Druck von der Mannschaft zu nehmen: "'Habt einfach Spaß', habe ich den Jungs gesagt." Weil es schon am Dienstag mit dem Topspiel gegen Tabellenführer Osnabrück weitergeht, "haben wir gar nicht viel Zeit, die Wunden zu lecken". Gleichwohl tue die Niederlage im Derby natürlich weh, "weil sie so knapp und unnötig war". In der heimischen Schauinsland-Reisen-Arena, in der Duisburg noch ungeschlagen ist, müssen am Dienstagabend nun drei Zähler her, um den Anschluss nicht zu verlieren.