0:0 im Topspiel, Aue und Ulm verlieren erneut, RWE ist Dritter
Im Topspiel am Samstagnachmittag fielen keine Tore: Energie Cottbus und Hansa Rostock trennten sich 0:0. Großer Gewinner könnte damit Rot-Weiss Essen sein, das nach dem 4:2-Erfolg bei TSG Hoffenheim II zumindest über Nacht auf dem Relegationsplatz klettert. Rückschläge im Kampf um den Klassenerhalt mussten dagegen Erzgebirge Aue (1:3 gegen Aachen) und der SSV Ulm 1846 (2:3 gegen Schweinfurt) hinnehmen – die Spatzen verspielten dabei sogar eine 2:0-Führung. Zudem gewann Wehen Wiesbaden mit 2:1 gegen VfB Stuttgart II.
Cottbus 0:0 Rostock: Kein Sieger im Ostderby
Das Topspiel des Spieltages stieg in Cottbus. Hansa Rostock begann forsch, die erste große Chance gehörte jedoch den Gastgebern. Biankadi wurde über links geschickt und legte den Ball in die Mitte, doch Engelhardt rauschte heran und verpasste knapp (11.). Bei Cottbus standen erstmals die beiden Cigerci-Brüder gemeinsam in der Startelf – doch nach 25 Minuten musste einer wieder runter. Im Zweikampf mit Kunze verletzte sich Tolga Cigerci offenbar an den Adduktoren und wurde ausgewechselt. Die beste Gelegenheit zur Führung hatte Rostock: Nach einem Fehler in der Cottbuser Hintermannschaft lief Krauß allein auf das Tor zu, umkurvte auch Funk, doch Manu hinderte ihn im letzten Moment am Abschluss (34.).
Auch im zweiten Durchgang war beiden Teams die Englische Woche anzumerken, große Chancen blieben rar. Straudi setzte einen Versuch deutlich über das Tor (50.), während Bergh bei seinem Abschluss zu wenig Druck hinter den Ball bekam – Funk griff sicher zu (51.). Nach gut einer Stunde lag die Führung für Rostock in der Luft: Gürleyen köpfte eine Ecke von links knapp am Tor vorbei (63.). Wenig später brachte Michelbrink eine weitere Ecke gefährlich vors Tor, Borgmann schlenzte aus halblinker Position nur knapp vorbei (68.). Die größte Chance hatten die Gäste kurz vor Schluss: Eine abgefälschte Flanke von Mejdr irritierte Funk und Manu, Kinsombi kam aus vier Metern frei zum Abschluss, schoss jedoch sichtlich überrascht nur Manu an (83.). In der Nachspielzeit schwächte sich Cottbus noch selbst: Michelbrink ließ gegen Bergh das Bein stehen und sah für das taktische Foul die Gelb-Rote Karte. Durch das Remis ist Cottbus zwar vorerst wieder Tabellenführer – der VfL Osnabrück könnte am Abend jedoch den Abstand auf zwei Punkte vergrößern. Rostock fällt erstmal auf Platz sieben zurück.
Aue 1:3 Aachen: Aues Chancen schwinden, Aachen vor Rettung
Beiden Teams war die Bedeutung der Partie anzumerken. Aachen kam besser ins Spiel, während Aue mit zunehmender Spieldauer mutiger wurde. Große Chancen blieben zunächst aus – bis zur 24. Minute. Dann begann die Show von Top-Torjäger Gindorf. Nach einem Doppelpass mit Schroers zog der Angreifer in Richtung Fünfmeterraum und traf aus spitzem Winkel ins kurze Eck. Männel sah dabei nicht glücklich aus (24.). Ein Muster, das sich vier Minuten später wiederholte: Dieses Mal zog Gindorf nach dem Doppelpass aus der Distanz ab und traf sehenswert in den Winkel.
Mit gedrückter Stimmung ging Erzgebirge Aue in die Kabine – und kam umso entschlossener zurück. Prompt fiel das 1:2: Eine Hereingabe köpfte Malone aus kurzer Distanz ins Tor (48.). Die Veilchen blieben am Drücker, Aachen war lange nur noch mit Verteidigen beschäftigt. Die beste Chance zum Ausgleich vergab Weinhauer, dessen Abschluss vom Elfmeterpunkt Riemann blockte (59.). Erst nach rund 70 Minuten konnten sich die Gäste wieder etwas befreien. Natürlich war es Gindorf, der mehrere Gegenspieler stehen ließ, aus kurzer Distanz jedoch an Männel scheiterte (71.). Für die Entscheidung sorgte schließlich Nadjombe: Ademi legte quer, der Verteidiger musste den Ball nur noch über die Linie schieben (80.). Aachen (11. Platz) hat mit 38 Zählern nun 14 Punkte Vorsprung auf Aue – der Rückstand der Veilchen auf den ersten Nichtabstiegsplatz könnte sich am Sonntag auf elf Punkte vergrößern.
Hoffenheim II 2:4 Essen: Essen dreht die Partie zwei Mal
Der Start für RWE hätte zunächst kaum schlechter laufen können: Nach einer Ecke legte Engels den Ball zurück in den Strafraum, wo Eduardo zum vermeintlichen 1:0 traf. Der Treffer wurde jedoch aberkannt, da der Ball zuvor im Toraus gewesen sein soll (5.). Auf der Gegenseite hatte Gjasula viel Platz auf der linken Seite, sein Abschluss wurde jedoch von Petersson pariert (9.). Essen erspielte sich in der Folge einige Möglichkeiten, doch das Tor erzielte die TSG. Zeitler zog in der 21. Minute im Strafraum trocken ins kurze Eck ab und traf zur Führung. Essen tat sich danach schwer, ins Spiel zu finden. Fast hätte Hencke nachgelegt, doch sein Schlenzer aus rund 20 Metern wurde von Casali zur Ecke abgewehrt (39.). Kurz vor der Pause gelang RWE dennoch der Ausgleich: Mizuta chipte den Ball auf Janssen, der ihn annahm, sich drehte und zum 1:1 einschob (45.+1).
Zu Beginn der zweiten Hälfte kam wenig Spielfluss auf, ehe Rot-Weiss Essen die Partie drehte. Safis Flanke landete am zweiten Pfosten, wo Janssen per Kopf traf – der Ball rutschte Petersson durch die Beine (59.). Lange hielt die Führung allerdings nicht. Sieben Minuten später zeigte der Schiedsrichter auf der anderen Seite auf den Punkt: Im Duell mit Hennrich kam Gjasula zu Fall. Es lag für den Schiedsrichter aber kein Offensivfoul, sondern Handspiel vor. Duric verwandelte den Strafstoß souverän (66.). Auch Essen bekam später noch einen Elfmeter: Brumme legte sich im Strafraum den Ball an Frees vorbei und wurde gelegt. Rios Alonso traf sicher zum 3:2 (76.). Während die TSG den Ausgleich verpasste, machte Müsel schließlich alles klar: Nach einem Konter bediente Brumme ihn im Strafraum, Müsel setzte sich robust gegen Frees durch und traf mit Hilfe des Innenpfostens zum Endstand. Essen ist nach dem zweiten Sieg in Folge über Nacht nun auf Platz drei – die TSG fällt auf Rang 13.
Schweinfurt 3:2 Ulm: Ulm gibt 2:0-Führung aus der Hand
Den besseren Start erwischte zunächst Schweinfurt: Müller zog aus 17 Metern ab, der Ball strich jedoch knapp am Pfosten vorbei (3.). Ulm fand anschließend besser ins Spiel und hatte wenig später die große Chance zur Führung. El-Zein bediente Dajaku in der Mitte, der frei vor Stahl zum Abschluss kam – doch der Keeper parierte stark mit dem Fuß (7.). Danach verflachte die Partie, ehe Ulm kurz vor der halben Stunde erneut gefährlich wurde. Dajaku flankte auf den zweiten Pfosten, wo El-Zein frei zum Kopfball kam, den Ball aus fünf Metern jedoch über das Tor setzte. Auch die nächste Großchance ließ El-Zein liegen: Nach einem Doppelpass kam er rechts im Strafraum erneut frei zum Abschluss, setzte die Kugel aber links am Tor vorbei (39.).
Zu Beginn der zweiten Halbzeit schlug zunächst Ulm zu. Nach Ballgewinn ging es schnell nach vorne: Dajaku steckte durch, Löder legte quer, und Röser schob ins leere Tor ein (49.). Die Spatzen blieben am Drücker und erhöhten zehn Minuten später erneut durch Röser, der eine Dajaku-Flanke am zweiten Pfosten per Kopf verwertete (59.). Doch entschieden war die Partie noch lange nicht. Nach einer Ecke von Geis verlängerte Dellinger den Ball unfreiwillig an den zweiten Pfosten, wo Grimbs einschob (73.). Kurz darauf wurde es noch bitterer: Mazagg traf Latteier im Strafraum mit zu hohem Bein, Geis verwandelte den fälligen Elfmeter sicher (81.). In der Nachspielzeit folgte der Nackenschlag für Ulm: Ein langer Freistoß von Geis wurde per Kopf verlängert, Dellinger drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie (90.+4). Trotz des Sieges verharrt Schweinfurt am Tabellenende, Ulm bleibt nach dem sechsten sieglosen Spiel in Folge auf Platz 18 – und könnte am Sonntag bereits elf Punkte Rückstand auf das rettende Ufer aufweisen.
Wiesbaden 2:1 Stuttgart II: Wiesbaden bringt furiosen Start über die Ziellinie
Bleibt der SV Wehen Wiesbaden im Aufstiegsrennen? Gegen den VfB Stuttgart II war dafür ein Sieg Pflicht – und die Hessen starteten furios. Gözüsirin zog einen Freistoß in hohem Bogen Richtung langes Eck, von wo der Ball schließlich im Netz landete (5.). Der VfB II stand hoch, Wiesbaden nutzte die Räume eiskalt: Kaya schickte Flotho, der bereits an der Mittellinie startete, frei durch und vor Hellstern cool blieb (16.). Kurz vor der Pause kamen die Gäste zu guten Möglichkeiten auf den Anschluss. Zunächst wollte Darvich den Ball aus spitzem Winkel ins Tor spitzeln, doch die Kugel rollte durch den Fünfmeterraum und am Tor vorbei (42.). In der Nachspielzeit kam Groiß nach einer Freistoßflanke aus kurzer Distanz frei zum Volley – der Ball klatschte an die Oberkante der Latte (45.+2).
Auch nach dem Seitenwechsel hatten die Schwaben mehr vom Spiel und belohnten sich schließlich: Nach einer Balleroberung setzte Darvich Nankishi in Szene, der frei vor Brdar zum 1:2 einschob (66.). Die Stuttgarter blieben zwar am Drücker, wurden aber kaum noch zwingend. Stattdessen schwächten sie sich selbst: Der bereits verwarnte Groiß wischte einen Heber von Flotho mit dem Arm weg und sah folgerichtig Gelb-Rot (77.). Am Ende brachte Wiesbaden den Vorsprung über die Zeit und klettert vorerst auf Rang sieben. Der VfB II bleibt auf Platz 15, könnte aber am Sonntag noch von Saarbrücken überholt werden.