27. Mai 2014 um 00:09 Uhr

Hansa stemmt die Liquiditätsreserve auf ungewöhnlichem Weg

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RostockStadion2groß

Der F.C. Hansa Rostock hat kurz vor Ende der Nachbesserungsfrist am Dienstag um 15:30 Uhr den Durchbruch erzielt: Am Montagabend verschickte der Verein eine Information an seine Mitglieder, in der die Rettung erläutert wird. Die Ostseestädter nutzen ein sogenanntes "Sale-and-Lease-Back-Geschäft" (Rückmietkauf) mit einer Leasinggesellschaft. Der Klub erhält dabei eine Million Euro für seine Geschäftsstelle und mietet diese gleichzeitig wieder. Nach dem Ablauf von zehn Jahren endet der Vertrag und der Verein erhält die Geschäftsstelle zurück. Die noch fehlenden 200.000 Euro hat der Verein gemeinsam mit seinen Partnern aufbringen können und kann somit die Bedingungen des DFB erfüllen. Hansa hatte vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) zunächst die Auflage bekommen, eine Liquiditätsreserve in Höhe von 2,4 Millionen Euro zu hinterlegen, welche nach schriftlichem und mündlichem Einspruch des Vereins zumindest auf 1,2 Millionen Euro halbiert werden konnte. “Das wird nicht einfach. Da werden wir uns gewaltig strecken müssen”, sagte Hansas Vorstandsboss Michael Dahlmann dazu, doch der Verein hat es geschafft, die Summe aufzutreiben.

Summe konnte nicht über andere Wege aufgetrieben werden

Angesichts des Schuldenschnittes gestaltete sich das Ganze allerdings als sehr schwierig, denn weder die Partnerbanken Ospa und DKB, noch Stadt oder Land konnten oder wollten dem Verein die Summe zur Verfügung stellen und auch die Lösung aus der Vorsaison, das Geld durch einen Kontokorrentkredit, also einen, mit einem Dispo vergleichbaren Kredit für Unternehmen, war nicht möglich, da der Verein auch diesen im Zuge des Schuldenschnittes auflösen konnte. Des Weiteren war es auch nicht möglich, die 1,2 Millionen so kurzfristig durch Sponsoren auftreiben zu können und entgegen einiger anders lautender Meldungen ist der Vertrag mit dem neuen Hauptsponsor "kurzurlaub.de" zwar sehr wichtig für den Verein und bringt auch gutes Geld, doch dieses fließt in den Etat und ist somit ebenfalls nicht verwertbar. Außerdem macht der Vorstandsvorsitzende Michael Dahlmann den Hansa-Anhängern Mut, dass in der nächsten Saison aufgrund der zurückhaltenden Planungen, dem Schuldenschnitt und dem langfristigen Vertrag mit dem neuen Hauptsponsor ein ruhigeres Lizensierungsverfahren bevorsteht und bedankt sich bei allen Mitgliedern.

FOTO: Flohre Fotografie

 

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  • Martin

    In die 4.Liga gehe ich nicht mit! Meiner Meinung nach wäre Hansa noch eine Etage tiefer endgültig tot und würde auch nie wiederkommen. Ich bin Hansa in der 1.Liga gewohnt und auch muss auch persönlich für Erfolg sorgen (Job, Geld) und kann mich nicht in irgendwelchen Hängematten ausruhen. 2.Liga, okay. Mehr ist in Mecklenburg nicht drin, aber auch die Drittklassigkeit gucke ich mir keine Jahrzehnte mehr mit an. Noch ein, zwei Jahre dann muss der Aufstieg her, sonst sind die 10.000 Zuschauer im Schnitt zu Hause nicht zu halten und auch mir wird langsam mein sauer verdientes Geld zu schade, um die Kogge gg. Grossaspach oder Neustrelitz verlieren zu sehen! Alles unter dieser Pleiteliga ist indiskutabel. Dann wäre Fussball für mich erledigt.

  • Tom-MS

    Irgendwann werden die Beteiligten auch "Ihre Seele" verkaufen. Einigen Vereinen der 3.Liga täte eine wirtschaftliche Konsolidierung in der Regionalliga ganz gut. Aber der DFB wird wohl allen Wackelkandidaten die Lizenz erteilen. Tut er ihnen damit wirklich einen Gefallen…auf Dauer… ? …wahrscheinlich nicht !

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