"Unterirdische Leistung": Großer Schiri-Frust bei Fortuna Köln

Auch gegen den VfB Stuttgart II gelang Fortuna Köln am Freitagabend nicht der erste Heimsieg der Saison, stattdessen setzte es im 250. Spiel von Trainer Matthis Mink eine 0:1-Niederlage. Der Frust über das Ergebnis war groß, ebenso über die Leistung des Schiedsrichters.

"Er hatte kein Drittliga-Niveau"

Es war ohne Frage die spielentscheidende Szene an diesem Abend: Bei einem Zweikampf in der eigenen Hälfte mit Jannik Mause hielt Maximilian Herwerth seinen Gegenspieler fest, blieb so am Ball und leitete einen Angriff ein, den er nach Vorlage von Nicolas Sessa zum Siegtreffer vollendete. Große Proteste bei der Fortuna waren die Folge, lag doch ein Foulspiel von Herwerth an Mause vorne. Schröder gab den Treffer aber, was auch nach Spielende für mächtig Frust sorgte. Im Interview mit "MagentaSport" bezeichnete Mause die Leistung des 22-Jährigen als "unterirdisch" und meinte: "Er hatte kein Drittliga-Niveau." Selbst Herwerth habe eingeräumt, "dass es ein ganz klares Foul war. Das sagt alles". Der Stürmer hofft nun, "dass sich auch der Schiedsrichter mal verantworten muss".

Auch Trainer Matthias Mink war mit der Leistung des Unparteiischen nicht zufrieden und vermisste vor allem eine klare Linie: "Dann tun sich die Spieler logischerweise auch schwer damit, einschätzen zu können: Wird etwas gepfiffen? Wird etwas nicht gepfiffen? Das Thema gelbe Karten kam mir auch etwas zu spät. Schon in der 1. Halbzeit hätte man die eine oder andere gelbe Karte ziehen können." Einer Verwarnung im ersten standen deren sieben im zweiten Durchgang gegenüber. Geerkens holte sich gleich zweimal Gelb ab und musste nach 75 Minuten vom Platz.

VfB-Coach Nico Willig war indes der Auffassung, dass das Festhalten von Herwerth nicht für ein klares Foulspiel ausreichen würde und verwies dabei auf die "lange Leine", mit der Schröder während der 90 Minuten gepfiffen habe. "Wenn er kleinlich gepfiffen hätte, wäre es ein Foul. Ich verstehe aber, dass sich die Fortuna beschwert." Den Ärger der Hausherren konnte auch Herwerth nachvollziehen: "Wenn ich aufseiten der Kölner gewesen wäre, würde ich mich auf jeden Fall darüber aufregen."

Fortuna trifft das Tor nicht

Die Niederlage allein am Schiedsrichter festmachen wollte die Fortuna aber nicht. Schließlich offenbarte der Aufsteiger einmal ein großes Problem, das sich bislang wie ein roter Faden durch die Saison zieht: das Toreschießen. "Wir sind am 10. Spieltag und haben acht Tore", war sich auch Mink der Thematik bewusst. Kein anderer Klub traf seltener. "Manchmal hast du Phasen, da fallen die Dinger rein, als ob es nichts wäre. Aktuell ist das eben nicht so."

Und das nicht, weil die gegnerischen Torhüter herausragende Leistungen zeigen würden. "Ich habe bislang noch keine in dieser Saison gesehen", meinte der Fortuna-Coach. "Wir kriegen einfach zu wenig Bälle aufs Tor, beziehungsweise in Richtung Tor. Dann wird es schwer, Tore zu schießen. Das sind die Dinge, die man anmerken, aber nicht vorwerfen kann." Vor allem in der ersten Halbzeit präsentierte sich die Fortuna – wie auch der VfB – ideenlos, während sie nach der Pause dann zu "zwei super Standardsituationen" kam, "wo du eigentlich einen machen musst", haderte Mink. "Dann entscheiden wieder andere Dinge das Spiel. Wir haben es dann nicht verdient, als Verlierer vom Platz zu gehen."

Positiv hob Mause aber hervor, dass sich die Südstädter im Gegensatz zu den vergangenen Partien zumindest schonmal einige Chancen erspielten. "Jetzt muss der Knoten irgendwann mal platzen." Abgesehen vom fehlenden Treffer und dem Ergebnis sei die Leistung aber "echt vernünftig" gewesen. "Darauf können wir in den nächsten Wochen aufbauen", meinte der Stürmer. Bevor es am kommenden Sonntag nach Münster geht, müssen die Südstädter aber erstmal hoffen, nicht unter den Strich zu rutschen. Lediglich ein Punkt beträgt der Vorsprung auf die Abstiegsränge. Im Worst Case könnte der Aufsteiger gar bis auf den vorletzten Rang zurückfallen.

   

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