TSV hofft auf Eilenriede-Rückkehr – Langfristig neues Stadion geplant

Der TSV Havelse hofft auf eine baldige Rückkehr ins Eilenriedestadion. Vor einem Vor-Ort-Termin mit dem DFB am Freitag zeigt sich Vorstandsvorsitzender Daniel Wolter optimistisch, dass die Stadionfrage zeitnah gelöst werden kann. Gleichzeitig beschäftigt sich der Klub bereits mit dem möglichen Bau eines neuen Stadions, da das heimische Wilhelm-Langrehr-Stadion nicht zukunftstauglich ist.

Verein kam DFB-Forderungen nach

Alle vier Heimspiele der bisherigen Saison musste der TSV Havelse in der Heinz von Heiden-Arena austragen, weil das Eilenriedestadion bislang nicht vollumfänglich drittligatauglich war – zumindest nach Auffassung des DFB. Ob das nun der Fall ist, soll sich bei einem Vor-Ort-Termin am Freitag zeigen. Wie Vorstandsvorsitzender Daniel Wolter in einem Interview mit der "Neuen Presse" berichtet, habe der Verein die geforderten Anpassungen an den Tribünen umgesetzt und komme den Anforderungen des DFB etwa beim Brandschutz und beim Neigungswinkel nach.

Ob bereits das Heimspiel gegen die Würzburger Kickers am 13. Oktober im Eilenriedestadion stattfinden kann, sei allerdings noch offen. Die notwendigen Vorlauffristen könnten dafür zu knapp sein. Sollte der Umzug bis dahin nicht gelingen, wäre dies aus Sicht Wolters "hoffentlich das letzte Heimspiel in der Heinz von Heiden Arena".

"Das können wir uns nicht dauerhaft leisten"

Eine dauerhafte Lösung sei die Spielstätte von Hannover 96 ohnehin nicht. Wolter verweist darauf, dass Havelse über das mit Abstand kleinste Budget der 3. Liga verfüge. "Bei uns fließt das TV-Geld eins zu eins in die Stadionmiete", sagte der Vorstandsvorsitzende. Gleichzeitig betonte er die Bedeutung der Unterstützung der Roten: "Ohne die Unterstützung von Hannover 96 hätte es den Spielbetrieb in dieser Spielklasse für den TSV nicht gegeben."

Mit einem Scheitern der Rückkehrpläne beschäftigt sich der Verein nach eigenen Angaben derzeit nicht. Man arbeite "mit aller Kraft" daran, die Heimspiele künftig wieder in der Eilenriede auszutragen. Die Gespräche der vergangenen Wochen stimmten ihn zuversichtlich. Auch wenn für Wolter derzeit die Lösung des aktuellen Problems im Vordergrund steht, kündigt er zugleich eine spätere Aufarbeitung der Vorgänge an. Er sei weiterhin davon überzeugt, dass sich einzelne Entscheidungen nicht unmittelbar aus den Statuten ableiten ließen. "Mit dieser Frage kann der DFB deshalb noch nicht durch sein."

Wilhelm-Langrehr-Stadion nicht zukunftstauglich

Die aktuelle Stadiondiskussion hat beim TSV inzwischen jedoch eine weitergehende Debatte ausgelöst. Denn auch das heimische Wilhelm-Langrehr-Stadion sieht Wolter langfristig nicht mehr als tragfähige Lösung an. "Nach den aktuellen Gegebenheiten ist ein Spielbetrieb in der 3. Liga dort ausgeschlossen, egal wie wir das Stadion ertüchtigen würden", erklärte der Vereinschef. Selbst für die Regionalliga sieht er die Heimat des TSV perspektivisch an ihre Grenzen stoßen. Die Anforderungen würden immer weiter steigen, sagte Wolter und verwies auf die organisatorischen Herausforderungen rund um das Relegationsspiel gegen Lok Leipzig vor eineinhalb Jahren.

Deshalb denkt der Verein bereits über eine neue Spielstätte nach. Dabei schwebt Wolter allerdings kein klassisches Fußballstadion ausschließlich für den TSV vor. "Wir sollten eine Event-Arena für 3000 bis 5000 Zuschauer errichten, die auch andere Sportvereine nutzen können", sagt" er. Neben Fußball könnten dort etwa Leichtathletik- oder Kulturveranstaltungen stattfinden. Durch eine solche Mehrfachnutzung ließe sich das Projekt nach Vorstellung des Vorstandsvorsitzenden wirtschaftlich besser tragen und refinanzieren. Zugleich macht Wolter deutlich, dass ein Vorhaben dieser Größenordnung nicht allein vom TSV umgesetzt werden könne. Einen konkreten Standort gibt es bislang ebenfalls noch nicht. Und so wird das Eilenriedestadion, sobald es grünes Licht vom DFB gibt, vorerst die Heimat der Niedersachsen bleiben.

   

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