"Sehr naiv" und "zu viele Fehler": Selimbegovic schlägt Alarm
Beim 0:3 in Wiesbaden kassierte Alemannia Aachen die zweite herbe Pleite innerhalb von nur vier Tagen. Trainer Mersad Selimbegovic schlug Alarm – und ärgerte sich vor allem über die einfachen Fehler seiner Mannschaft.
"Im Moment echt sehr frustrierend"
Sichtlich bedient kam er nach Spielende zum Interview mit "MagentaSport", Trainer Mersad Selimbegovic. Nachdem sein Team an den ersten sieben Spieltagen nur zweimal verloren hatte, kamen nun innerhalb weniger Tage zwei weitere Pleiten hinzu – bei 2:8 Gegentoren. "Das ist im Moment echt sehr frustrierend", sagte der 44-Jährige. "Alle Punkte, die wir nicht geholt haben, daran sind wir im Detail maßgeblich selbst schuld." Vor allem, weil die Schwarz-Gelben in der Defensive immer wieder patzen und Geschenke verteilen – so auch am Mittwochabend. "Ich weiß nicht, welcher Gegentreffer einfacher zu verteidigen ist: Die erste Ecke so zu kriegen. Ob es Foul war, weiß ich nicht, ich glaube aber schon. Das Zweite ist aus der Kategorie: Glauben Sie oder nicht? Und das dritte ist ein Befreiungsschlag, der zur Riesenchance wird", zählte Aachens Coach auf.
"Wenn du so Fußball spielen willst und nicht so konsequent verteidigst, ist es schwierig, Punkte zu holen. Das war alles sehr naiv. Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht", schlug Selimbegovic Alarm, nachdem seine Mannschaft im ersten Durchgang eigentlich sogar überlegen war, sich mehrere gute Chancen herausspielte, diese aber nicht nutzte. "Du kannst dir nicht gegen einen tiefstehenden Gegner Chancen wie am Fließband erarbeiten und dann mehr oder weniger mit dem Halbzeitpfiff in Rückstand gehen."
Führungsspieler nicht in Form
Beim 0:2 in der 51. Minute hatte auch Torhüter Manuel Riemann seinen Anteil, als er Loune mit einem zu kurzen Pass in Bedrängnis brachte und den anschließenden Elfmeter damit mit verschuldete. "Er hatte nicht seinen besten Tag", sagte Selimbegovic über den 38-Jährigen, der schon gegen Viktoria Köln folgenschwer gepatzt hatte. Dass er dennoch den Vorzug gegenüber Stefan Bajic erhielt, begründete der Coach damit, dass Riemann die jungen Spieler auf dem Platz anleiten soll. Das klappte jedoch nur bedingt, und auch die Führungsspieler wie Kapitän Danilo Wiebe sind derzeit nicht in Form.
Dieser sprach von einer "schwierigen Phase" und räumte selbstkritisch ein, "dass die Leistung von allen auf dem Platz nicht perfekt ist" und es den älteren Spielern derzeit nicht gelinge, die noch unerfahrenen Akteure zu führen. "Dass wir Schwankungen in den Spielen haben, war klar. Aber wir müssen als Gerüst stabiler sein. Das müssen wir in den nächsten Wochen besser machen." Dass die Alemannia durchaus Potenzial hat, stellte sie in dieser Saison schon unter Beweis. Doch was braucht es, um den Abwärtstrend zu stoppen? "Ein Führungstor würde uns guttun", meinte Wiebe. Ob es im Heimspiel gegen Hansa Rostock gelingen wird, erstmals seit Mitte September wieder in Führung zu gehen, wird sich am Samstag zeigen. Ein Sieg würde allein schon deshalb guttun, weil der TSV nur noch zwei Zähler vor den Abstiegsrängen steht.