Fortuna Düsseldorf trennt sich von Ende – Langeneke übernimmt

Nach dem enttäuschenden Saisonstart hat Fortuna Düsseldorf am Sonntag die Reißleine gezogen und sich mit sofortiger Wirkung von Cheftrainer Alexander Ende getrennt. Auch Co-Trainer Zlatko Muhovic muss gehen. "Bis auf Weiteres" übernimmt U23-Trainer Jens Langeneke.

"Letztlich geht es immer um den Klub"

Betrachtet man nur die letzten acht Spieltage, steht die Fortuna mit 14 Punkten und Tabellenplatz vier durchaus ordentlich da. Doch weil auch die ersten beiden Spieltage mit zwei Niederlagen in die Bilanz mit einfließen, belegt der Zweitliga-Absteiger lediglich den neunten Tabellenplatz – bei bereits fünf Punkten Rückstand auf einen direkten Aufstiegsplatz. Eine Entwicklung gegenüber den beiden Auftaktpleiten war zuletzt zwar zu erkennen, diese reichte den Verantwortlichen um Sportvorstand Samir Arabi jedoch nicht aus, um die Arbeit mit Ende fortzusetzen. Daher zogen sie am Sonntag, einen Tag nach der vierten Niederlage der Saison beim 1:3 gegen den 1. FC Saarbrücken, die Reißleine und stellten den 47-Jährigen trotz eines noch bis 2028 laufenden Vertrages mit sofortiger Wirkung frei.

Wie Arabi in einer Mitteilung des Vereins betont, seien die Verantwortlichen nach "eingehender Analyse zu der Überzeugung gelangt, dass wir jetzt einen neuen Impuls setzen müssen". Bereits am Samstag hatte Arabi erklärt: "Es ist klar zu sehen, dass die Jungs es versuchen – und alles raushauen. Die Mannschaft gibt Gas. Trotzdem sind wir als Gruppe noch nicht da, wo wir gerne wären. Zu der Situation lässt sich aber sagen, dass wir immer diskutieren, um Lösungsansätze zu finden, die uns besser machen. Wir müssen das Gefühl haben, dass es diese Ansätze gibt – denn letztlich geht es immer um den Klub."

Erst seit März im Amt

Ende hatte den Trainerposten erst im März von Markus Anfang übernommen, konnte den Abstieg aus der 2. Bundesliga mit nur sechs Punkten in fünf Spielen allerdings nicht verhindern. Dennoch bekam der 47-Jährige weiterhin das Vertrauen ausgesprochen und durfte den Neuanfang in der 3. Liga einleiten. Insgesamt stand Ende in 19 Pflichtspielen an der Linie und kann dabei einen Punkteschnitt von 1,53 vorweisen. Ohne die Siege im Landespokal ergibt sich in 16 Spielen jedoch nur noch ein Schnitt von 1,25.

Zum Abschied sagt er: "Ich respektiere die Entscheidung des Vereins, bedauere sie aber auch gleichzeitig. Ich hatte den festen Glauben, dass die Arbeit und die Entwicklung der letzten Wochen uns zum gemeinsamen Ziel geführt hätten. Ein großes Dankeschön gilt der Mannschaft für ihren Einsatz und ebenso der Kurve für den emotionalen Support! Ich wünsche der Fortuna alles Gute für die Zukunft." Nach Daniel Scherning (Wiesbaden), Daniel Brinkmann (Rostock) und Sabrina Wittmann (Ingolstadt) ist Ende der vierte Übungsleiter, der in der laufenden Saison freigestellt wurde.

U23-Coach Langeneke übernimmt

"Bis auf Weiteres", wie die Fortuna mitteilte, übernimmt U23-Trainer Jens Langeneke. Der 49-Jährige kam 2006 als Spieler zur Fortuna und ist seit 2015 in verschiedenen Trainerpositionen im Nachwuchsleistungszentrum der Rheinländer aktiv. Seit Oktober 2023 trainiert er die U23, die in der Oberliga derzeit auf Platz 3 steht. "Wir wissen alle, in welcher Situation wir uns befinden. Jetzt geht es darum, Verantwortung zu übernehmen, die Kräfte zu bündeln und auf dem Platz Überzeugung zu zeigen", sagt der Ex-Profi. "Ich kenne den Verein, ich kenne die Menschen und weiß, was Fortuna bedeutet. Dafür werde ich gemeinsam mit dem Trainerteam und der Mannschaft alles investieren."

Wie Arabi betont, habe es sich der 49-Jährige mit seiner Arbeit und Leidenschaft "verdient, die Mannschaft bis auf Weiteres zu übernehmen". Schließlich kenne er den Verein bestens. Ob Langeneke als langfristige Lösung infrage kommt, dürfte auch von den Ergebnissen der kommenden Spiele abhängen. Erstmals auf der Bank sitzen wird der frühere Profi, der in Besitz der Pro-Lizenz ist, am Samstag in Rostock.

   

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